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Onsemi und Tschechien stornieren Zwei-Milliarden-Dollar-Chipfabrik in Rožnov pod Radhoštěm

Der Chiphersteller gibt sein im Juni 2024 angekündigtes Siliziumkarbid-Projekt auf und verweist auf veränderte Marktbedingungen.

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Onsemi und Tschechien stornieren Zwei-Milliarden-Dollar-Chipfabrik in Rožnov pod Radhoštěm

ON Semiconductor Corporation (NASDAQ:ON) hat seine Pläne für eine mehrjährige Zwei-Milliarden-Dollar-Erweiterung in der Tschechischen Republik aufgegeben. Der Chiphersteller und die lokalen Behörden haben sich darauf verständigt, das Siliziumkarbid-Projekt angesichts veränderter Branchenkonditionen einzustellen. Damit vollzieht das Unternehmen einen abrupten Kurswechsel bei einem Großprojekt, das erst im Juni 2024 angekündigt worden war.

Das nun gestrichene Vorhaben sah den Aufbau eines integrierten Produktionsstandorts in Rožnov pod Radhoštěm vor. Geplant war eine durchgängige Siliziumkarbid-Produktionskette – von der Kristallzüchtung bis hin zu fertigen Leistungshalbleitern. Onsemi und das tschechische Ministerium für Industrie und Handel bestätigten, dass sich die Marktdynamik sowie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Projekts so entwickelt hatten, dass beide Seiten zu dem Schluss kamen, den geplanten Ausbau nicht fortzusetzen.

Die bestehenden Werke in Rožnov bleiben voll betriebsbereit

Die bestehenden Silizium- und Siliziumkarbid-Betriebe am Standort Rožnov werden weiterhin voll betriebsbereit bleiben und in das globale Netzwerk des Chipherstellers integriert sein. Das Management betonte, dass die Einstellung des Projekts nichts über die regionalen Betriebsbedingungen aussage. Das Land bleibe fester Bestandteil des laufenden Produktionsnetzwerks.

Vor diesem Hintergrund erwartet Onsemi, die Einstellungen und Kapitalinvestitionen sowohl an seinem Werk in Rožnov als auch am Entwicklungsstandort in Brünn fortzusetzen. Diese Standorte sollen weiterhin dazu dienen, die Kundenbedarfe in den Bereichen Automobilindustrie, Industrie sowie Rechenzentren für künstliche Intelligenz zu bedienen. Für Anleger ist damit vor allem relevant, dass der Konzern seine Präsenz in Tschechien nicht vollständig zurückfährt, sondern lediglich das geplante Ausbauvorhaben streicht.

Tschechische Regierung trägt die Entscheidung mit

Tschechische Beamte würdigten die gegenseitige Entscheidung, das Projekt fallen zu lassen, verwiesen dabei jedoch auf die Beibehaltung der bestehenden Betriebsaktivitäten. Der Erste Stellvertretende Premierminister und Industrieminister Karel Havlíček erklärte, dass der Schritt den aktuellen Gegebenheiten auf dem globalen Halbleitermarkt Rechnung trage. Dabei hob er die fortbestehende Produktions- und Forschungspräsenz von Onsemi im Land hervor.

Die Absage an das Ausbauprojekt fällt in eine Phase, in der sich die Rahmenbedingungen für die Halbleiterbranche spürbar verändert haben. Genau auf diese veränderte Marktdynamik verweisen Unternehmen und Ministerium als Begründung für das gemeinsame Aus. Der Standort Rožnov pod Radhoštěm war ursprünglich als Zentrum einer vollständig integrierten Siliziumkarbid-Fertigung gedacht – ein Ansatz, der von der Rohstoffbasis bis zum fertigen Bauteil möglichst viel Wertschöpfung an einem Ort bündeln sollte.

Für deutsche Privatanleger bleibt festzuhalten, dass Onsemi mit der Entscheidung keine Standortschließung verkündet hat. Weder das Werk in Rožnov noch der Entwicklungsstandort in Brünn werden aufgegeben. Stattdessen entfällt der geplante milliardenschwere Ausbau, während der laufende Betrieb und die Investitionen in Personal und Kapital an beiden Standorten fortgesetzt werden sollen. Wie sich die veränderten Marktbedingungen künftig auf die Geschäftsentwicklung des Konzerns auswirken, lässt sich anhand der vorliegenden Informationen nicht abschließend beurteilen.

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