vVardis plant Börsengang an der NYSE zu bis zu 24 Dollar
Die vVardis Holding AG hat bei der SEC einen Antrag für einen Börsengang an der New York Stock Exchange eingereicht.

Die vVardis Holding AG plant den Sprung an die New York Stock Exchange. Das Unternehmen hat bei der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) einen Antrag auf Aufnahme von 9.523.810 Stammaktien der Klasse A eingereicht. Der erwartete Preisbereich liegt bei 21,00 bis 24,00 US-Dollar pro Aktie. Vorgesehen ist die Notierung unter dem Tickersymbol NYSE: VVVV.
Mit der Einreichung des Antrags beginnt das reguläre Prüfverfahren bei der US-Behörde. Erst nach dessen Abschluss kann der Handel an der New York Stock Exchange aufgenommen werden. Einen konkreten Termin für den ersten Handelstag nennt das vorliegende Material nicht.
Ein Teil des Angebots stammt nicht vom Unternehmen selbst, sondern von verkaufenden Aktionären. Die Platzierungsbanken können innerhalb von 30 Tagen zusätzliche 1.428.571 Stammaktien der Klasse A von diesen Aktionären erwerben, um übermäßige Zeichnungen (Over-Allotments) abzudecken. Aus den von den verkaufenden Aktionären verkauften Aktien erhält vVardis nach eigenen Angaben keine Erlöse.
Vor der Emission teilt vVardis sein Aktienkapital in zwei Klassen auf
Vor Abschluss der Emission wird vVardis ihr bestehendes Aktienkapital in zwei Klassen aufteilen. Geplant sind Stammaktien der Klasse A mit einem Nennwert von CHF 0,006 pro Aktie. Hinzu kommen stimmberechtigte Vorzugsaktien der Klasse B mit einem Nennwert von CHF 0,0006 pro Aktie.
Obwohl jede Aktie eine Stimme besitzt, verleihen die Vorzugsaktien der Klasse B ein zehnfaches Stimmrecht im Vergleich zu den Stammaktien der Klasse A. Der Grund liegt im Verhältnis des niedrigeren Nennwerts zum Nennwert der Klasse-A-Aktien. Eine solche Konstruktion begegnet Anlegern bei Börsengängen regelmäßig dann, wenn Gründer auch nach dem Gang an die Börse die Kontrolle behalten wollen.
Die Gründer Haley Abivardi und Goly Abivardi halten alle Klasse-B-Aktien
Alle stimmberechtigten Vorzugsaktien der Klasse B werden von den Gründern Haley Abivardi und Goly Abivardi gehalten. Nach Abschluss der Emission werden die Gründer Anteile kontrollieren, die 87,0 Prozent des gesamten Stimmrechts repräsentieren. Diese Angabe gilt unter der Annahme, dass die Over-Allotment-Option der Platzierungsbanken nicht ausgeübt wird.
Die Vorzugsaktien der Klasse B unterliegen Übertragungsbeschränkungen. Zudem wandeln sie sich bei bestimmten Ereignissen in Stammaktien der Klasse A um. Ein solcher Auslöser ist erreicht, wenn ein Gründer weniger als 10 Prozent seiner nach der Emission gehaltenen Vorzugsaktien der Klasse B hält. Eine Umwandlung erfolgt auch dann, wenn ein Gründer nicht mehr in einer Führungs- oder Beraterfunktion beim Unternehmen tätig ist.
aktien.news berichtete in den vergangenen Monaten über mehrere US-Börsengänge
Der Schritt der vVardis reiht sich in eine Serie von Börsengängen ein, über die aktien.news zuletzt berichtet hat. Bereits am 26.09.2026 berichtete aktien.news, dass RegenLab USA, Inc. eine Notierung am Nasdaq Stock Market unter dem Tickersymbol RGNA anstrebt. Das in Jersey City, New Jersey, ansässige Unternehmen hat bei der SEC eine Zulassungserklärung auf Form S-1 eingereicht, als alleiniger Bookrunner fungiert StoneX Financial Inc.
Am 11.07.2026 berichtete aktien.news, dass Apnimed Inc. offiziell einen Antrag auf einen Börsengang bei der SEC eingereicht hat. Geplant ist die Notierung von Stammaktien am Nasdaq Global Market unter dem Tickersymbol APMD. Als federführender Konsortialführer wurde BofA Securities benannt, unterstützt von den Investmentbanken Evercore ISI, Cantor und LifeSci Capital.
Am 01.05.2026 berichtete aktien.news über Hemab Therapeutics Holdings, Inc., die den Ausgabepreis ihres Börsengangs auf 18,00 US-Dollar pro Aktie festsetzte. Das Unternehmen bot insgesamt 16.750.000 Stammaktien an und wurde unter dem Tickersymbol COAG am Nasdaq Global Select Market gehandelt. Der Bruttoerlös belief sich auf rund 301,5 Millionen US-Dollar vor Abzug von Emissionsabschlägen und Provisionen.
Am 13.08.2026 berichtete aktien.news über den Robinhood Ventures Fund II (RVII), der den Ausgabepreis für seinen Börsengang an der New York Stock Exchange auf 25,00 US-Dollar pro Aktie festlegte. Insgesamt wurden 8.000.000 Stammanteile angeboten, das Gesamtvolumen belief sich auf 225,5 Millionen US-Dollar. Bei vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption konnte das Volumen auf bis zu 255,5 Millionen US-Dollar steigen.
Für Anleger steht die Stimmrechtsstruktur im Vordergrund
Für deutsche Privatanleger ist der vVardis-Börsengang vor allem wegen seiner Stimmrechtsstruktur von Interesse. Die Kombination aus Klasse-A-Aktien mit einfachem Stimmrecht und Klasse-B-Vorzugsaktien mit zehnfachem Stimmrecht bedeutet, dass externe Investoren nur begrenzten Einfluss auf Unternehmensentscheidungen erhalten. Wer Klasse-A-Aktien zeichnet, beteiligt sich am wirtschaftlichen Erfolg, ohne die Kontrolle der Gründer infrage stellen zu können.
Ein zweiter Punkt betrifft den Erlösfluss. Da ein Teil der angebotenen Aktien von verkaufenden Aktionären stammt und das Unternehmen aus diesen Verkäufen keine Erlöse erhält, fließt nur der auf die Gesellschaft selbst entfallende Teil des Angebots in das Unternehmen. Wie hoch dieser Anteil ist, geht aus dem vorliegenden Material nicht hervor.
Zu beachten ist außerdem, dass es sich bei 21,00 bis 24,00 US-Dollar pro Aktie um einen erwarteten Preisbereich handelt und nicht um einen festen Ausgabepreis. Ein endgültiger Preis pro Aktie wird im vorliegenden Material nicht genannt. Die Zahl der angebotenen Aktien und der Preisbereich bestimmen zusammen das mögliche Emissionsvolumen, das sich mit den Angaben aus dem Antrag jedoch nicht abschließend beziffern lässt.
Die Umwandlungsregeln greifen erst bei bestimmten Ereignissen
Einen Termin für den ersten Handelstag nennt das Material nicht. Festgehalten ist lediglich die Reihenfolge der Schritte: Vor Abschluss der Emission erfolgt die Aufteilung des Aktienkapitals in die beiden Klassen, anschließend ist die Notierung unter dem Tickersymbol VVVV vorgesehen.
Die Platzierungsbanken können innerhalb von 30 Tagen zusätzliche 1.428.571 Stammaktien der Klasse A von verkaufenden Aktionären erwerben, um übermäßige Zeichnungen abzudecken. Ob und in welchem Umfang diese Option genutzt wird, lässt sich aus dem Antrag nicht ableiten.
Die Umwandlung der Vorzugsaktien der Klasse B in Stammaktien der Klasse A ist an konkrete Bedingungen geknüpft. Sie greift, wenn ein Gründer weniger als 10 Prozent seiner nach der Emission gehaltenen Klasse-B-Aktien hält oder nicht mehr in einer Führungs- oder Beraterfunktion beim Unternehmen tätig ist. Die Angabe, dass die Gründer 87,0 Prozent des gesamten Stimmrechts kontrollieren, gilt ausdrücklich unter der Annahme, dass die Over-Allotment-Option nicht ausgeübt wird.
Drei Fachbegriffe helfen beim Verständnis des Börsengangs
- Over-Allotment: Zusätzliche Aktien, die Platzierungsbanken von verkaufenden Aktionären erwerben dürfen, um eine übermäßige Zeichnung bei einer Emission abzudecken.
- Nennwert: Der rechnerische Betrag, auf den eine einzelne Aktie einer Gesellschaft lautet.
- Stimmberechtigte Vorzugsaktie: Eine Aktienklasse, die gegenüber gewöhnlichen Stammaktien mit einem erhöhten Stimmrecht ausgestattet ist.
