Motley Fool: Nvidia, Micron und Broadcom sind die Top-KI-Aktien im November
Der US-Finanzdienst The Motley Fool setzt im November auf Nvidia, Micron und Broadcom als aussichtsreiche KI-Investments.

Der US-Finanzdienst The Motley Fool hat am 2. November 2026 seine drei favorisierten KI-Aktien für den laufenden Monat vorgestellt. An erster Stelle der Einkaufsliste stehen Nvidia, Micron und Broadcom. Alle drei Unternehmen sind tief in den Ausbau der KI-Infrastruktur verwurzelt, und jede einzelne wirkt laut der Analyse derzeit als kluge Kaufempfehlung.
Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt: Der November verzeichnet durchschnittlich die höchsten monatlichen Renditen des S&P 500 aller Monate. Ob sich dieser Trend auch im Jahr 2026 fortsetzt, bleibt abzuwarten. Der Autor der Analyse zeigt sich jedoch überzeugt, dass es mehrere attraktive Aktien gibt, die Anleger zu den aktuellen Kursen in Betracht ziehen sollten. Alle drei genannten Titel sind zentrale Bausteine beim Aufbau der KI-Infrastruktur.
Nvidia meldet 106 Prozent Wachstum und erwartet 70 Prozent für 2027
Nvidia stellt die weltweit führenden AI-Berechnungseinheiten her. Seine Grafikprozessoren (GPUs) haben sich zum Industriestandard für KI-Berechnungen entwickelt, und jede andere Berechnungseinheit wird hinsichtlich Preis und Leistung mit diesen verglichen. Nvidia ist seit Beginn des KI-Ausbaus im Jahr 2023 die Top-Investition im KI-Sektor gewesen, doch 2026 war aus aktienrechtlicher Sicht zumindest nicht sein bestes Jahr.
Das Unternehmen hat dennoch ein beeindruckendes Wachstum geliefert und meldete im letzten Quartal eine Wachstumsrate von 106%. Auch die Zukunft sieht rosig aus, da Nvidia den Anlegern mitteilte, dass das Umsatzwachstum im Jahr 2027 bei etwa 70% liegen wird. Dies sind starke Zukunftsprognosen, die Nvidia zu einer intelligenten Investitionsalternative machen.
Broadcom will seinen KI-Halbleiterumsatz bis 2028 auf 230 Milliarden Dollar steigern
Broadcom ist ein Herausforderer für Nvidia. Während sich Nvidias GPUs in fast jeder Situation bewähren, verfolgt Broadcom einen anderen Ansatz bei der KI-Berechnung. Das Unternehmen arbeitet direkt mit großen KI-Hyperscalern zusammen, um Berechnungseinheiten zu entwickeln, die auf deren spezifische Workloads zugeschnitten sind.
Dies ermöglicht es seinen maßgeschneiderten KI-Chips, in diesen Szenarien die GPUs von Nvidia zu übertreffen, und senkt gleichzeitig die Nutzungskosten. Zwar können nicht alle Anwendungen auf maßgeschneiderte KI-Chips zurückgreifen, doch eine wachsende Anzahl tut dies bereits, und Broadcom erwartet in den kommenden Jahren ein massives Wachstum.
Für das Jahr 2026 rechnet das Unternehmen mit einem Halbleiterumsatz im KI-Bereich von rund 58 Milliarden US-Dollar. Dieser Wert soll sich im Jahr 2027 verdoppeln und auf 115 Milliarden US-Dollar steigen, gefolgt von 230 Milliarden US-Dollar im Jahr 2028. Dies stellt ein enormes Wachstum in den nächsten Jahren dar, und Aktionäre dürften kurzfristig massive Gewinne verbuchen.
Micron profitiert von knappen Speicherchips und rechnet mit strafferen Märkten
Sowohl die Berechnungseinheiten von Broadcom als auch die von Nvidia benötigen zur ordnungsgemäßen Funktion Speicherchips, und einer der größten Hersteller solcher Chips ist Micron. Die Speicherchipindustrie geriet im Jahr 2026 unter Beobachtung, da das Angebot nicht ausreichte, um die Nachfrage zu decken.
Eine Entspannung ist nicht abzusehen; wie der CEO von Micron bemerkte, dürften sich die Marktbedingungen in den Jahren 2027 und 2028 noch straffer entwickeln als 2026. Während dies keine gute Nachricht für die Kunden ist, stellt sie eine hervorragende Nachricht für Micron und damit auch für dessen Anleger dar.
Micron wird voraussichtlich auch in den kommenden Jahren ein starkes Umsatz- und Gewinnwachstum verzeichnen, solange der KI-Ausbau intensiv weitergeht. Selbst nach Abschluss der intensiven KI-Ausbauphase hat Micron begonnen, mit seinen Kunden Liefervereinbarungen zu schließen, die die Schwere potenzieller Marktrückgänge abschwächen werden. Dies ist gut für die Zukunft von Micron und dürfte zu einer starken Performance führen.
Micron notiert nur beim 5,5-fachen der künftigen Gewinne
Micron hat das Geschäftsjahr 2027 bereits begonnen, daher bewertet der Autor die Aktie anhand ihrer zukünftigen Gewinne. Mit nur dem 5,5-fachen der zukünftigen Gewinne ist Micron eine extrem günstige Aktie und bestens darauf vorbereitet, deutlich anzuziehen. Sollte sie die Erwartungen erfüllen und auf das 15-fache der vergangenen Gewinne steigen, würde dies auf eine Verdreifachung des Aktienkurses hindeuten.
Nvidia und Broadcom sind nicht so günstig bewertet wie Micron, bleiben aber weiterhin sehr attraktiv. Unter Verwendung der Schätzungen für das nächste Jahr notiert Nvidia lediglich zum 13,5-fachen der erwarteten Gewinne des Folgejahres, während Broadcom bei einem 18-fachen liegt. Dies bedeutet, dass ein Großteil des Wachstums für 2027 in diesen beiden Aktien noch nicht eingepreist ist, was auf eine erhebliche Rallye gegen Jahresende hindeutet.
Bereits im August 2026 nannte aktien.news Nvidia und Micron als KI-Profiteure
Bereits am 15.08.2026 berichtete aktien.news, dass Anleger, die auf den KI-Boom setzen wollen, drei Aktien genauer unter die Lupe nehmen sollten: Nvidia, Micron Technology und Sandisk. Laut einer Analyse von Motley Fool besaßen alle drei Titel das Potenzial, bis Ende 2026 um mehr als 30% zu steigen; die Bewertungen galten damals als vergleichsweise günstig und damit als möglicher Einstiegszeitpunkt für Privatanleger.
Am 20.08.2026 berichtete aktien.news, dass die Nachfrage nach Halbleitertechnologie boomt, da die Investitionen in Künstliche Intelligenz unvermindert anhalten. Dies komme Anlegern von Branchengrößen wie Nvidia, AMD, Micron und Broadcom zugute. Am 18.10.2026 folgte der Bericht, dass ein Portfolio aus Nvidia, Broadcom und Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) mit einem Kapital von 3.000 US-Dollar bis Ende 2030 über 9.000 Dollar wert sein könnte.
Schon am 19.01.2026 hatte aktien.news berichtet, dass NVIDIA den Markt für KI-Chips beherrscht und mit einer Marktkapitalisierung von 4,5 Billionen US-Dollar sowie einem Marktanteil von über 80% bei KI-Infrastruktur der klare Branchenführer sei. Die aktuelle Analyse knüpft damit an eine Reihe früherer Einschätzungen an, in denen dieselben Unternehmen immer wieder im Mittelpunkt standen.
Für deutsche Anleger bleibt die Bewertungslücke das zentrale Argument
Für deutsche Privatanleger ist die Analyse vor allem wegen der Bewertungsunterschiede interessant. Micron erscheint mit dem 5,5-fachen der künftigen Gewinne deutlich günstiger als Nvidia mit dem 13,5-fachen und Broadcom mit dem 18-fachen. Der Autor leitet daraus ab, dass ein Großteil des Wachstums für 2027 bei Nvidia und Broadcom noch nicht in den Kursen eingepreist ist.
Zu beachten ist, dass es sich um eine Einschätzung des US-Finanzdienstes handelt und nicht um eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Die genannten Kennzahlen beruhen auf Schätzungen für die Zukunft, die sich als falsch erweisen können. Anleger sollten die genannten Bewertungen daher als eine von mehreren Informationsquellen behandeln.
Der November gilt historisch als stärkster Börsenmonat
Der November verzeichnet durchschnittlich die höchsten monatlichen Renditen des S&P 500 aller Monate. Ob sich dieser Trend auch 2026 fortsetzt, bleibt abzuwarten. Der Autor hält den November dennoch für einen idealen Monat, um diese drei KI-Aktien zu kaufen.
Für die kommenden Jahre nennt die Analyse konkrete Erwartungen: Nvidia rechnet für 2027 mit einem Umsatzwachstum von etwa 70%, Broadcom mit einem KI-Halbleiterumsatz von 115 Milliarden US-Dollar im Jahr 2027 und 230 Milliarden US-Dollar im Jahr 2028. Micron erwartet laut seinem CEO für 2027 und 2028 noch straffere Marktbedingungen als 2026.
Diese Fachbegriffe sollten Anleger kennen
- GPU: Ein Grafikprozessor ist ein spezialisierter Rechenchip, der ursprünglich für Grafiken entwickelt wurde und heute massenhaft parallele Berechnungen für KI-Anwendungen übernimmt.
- Hyperscaler: Als Hyperscaler bezeichnet man große Cloud-Anbieter, die Rechenleistung in sehr großem Umfang betreiben und dafür eigene Chips entwickeln lassen.
- Kurs-Gewinn-Verhältnis: Das KGV setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie und zeigt, wie viel Anleger für einen Anteil am Gewinn zahlen.
