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Nach der US-Wahl: Golfstaaten stehen vor drei unvermeidlichen Herausforderungen

Der Golfraum muss seine Ölabhängigkeit, seine Sicherheitsabhängigkeit von den USA und die Bedeutung der Straße von Hormuz verringern.

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Nach der US-Wahl: Golfstaaten stehen vor drei unvermeidlichen Herausforderungen

Ein erdrutschartiger Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen hat rasch dazu geführt, dass Präsident Donald Trump die Aussicht auf weitere von den USA geführte Angriffe gegen den Iran herunterzuspielen beginnt. Für die arabischen Golfstaaten bedeutet dieses Wahlergebnis allerdings nur einen kleinen Atemzug. Das geht aus einer Analyse von Bloomberg Europe hervor, die die strategische Lage der Region nach dem Iran-Krieg beleuchtet.

Schon vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs stand der Golfraum vor einer enormen Herausforderung: der Abhängigkeit vom Öl zu entkommen. Heute sind es nach Einschätzung der Analyse gleich drei Aufgaben, die die Staaten der Region bewältigen müssen. Die US-Wahl hat den Verlauf des Iran-Kriegs möglicherweise verändert, doch an den grundlegenden strukturellen Problemen des Golfs ändert sie nichts.

Der Golfraum muss drei Abhängigkeiten gleichzeitig abbauen

Um voranzukommen, muss der Golf seine Volkswirtschaften von Kohlenwasserstoffen diversifizieren. Das bedeutet, die wirtschaftliche Basis weg von Öl und Gas hin zu anderen Sektoren zu verschieben. Zweitens muss die Region ihre Sicherheit von den USA unabhängig machen. Und drittens muss sie ihre geografische Lage von der Bedeutung der Straße von Hormuz entkoppeln.

Diese drei Ziele hängen eng zusammen. Wer weniger Öl exportiert, ist weniger auf sichere Seewege angewiesen. Wer seine eigene Sicherheit organisieren kann, braucht weniger amerikanischen Schutz. Und wer seine Wirtschaft breiter aufstellt, verringert die Verwundbarkeit durch geopolitische Störungen in der Meerenge.

Die Straße von Hormuz bleibt ein strategischer Engpass

Die Straße von Hormuz ist eine der wichtigsten Seepassagen der Welt und gilt als Nadelöhr für den globalen Ölhandel. Für die Golfstaaten ist sie der zentrale Exportweg für ihre Energieträger. Solange diese Abhängigkeit besteht, bleibt die Region anfällig für Konflikte und Blockaden in der Meerenge. Die Entkopplung von dieser Route ist deshalb keine akademische Frage, sondern eine Frage der wirtschaftlichen und politischen Handlungsfähigkeit.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung am Golf von erheblicher Bedeutung. Die Region zählt zu den wichtigsten Energielieferanten der Welt, und Störungen an der Straße von Hormuz wirken sich unmittelbar auf Ölpreise und damit auf Inflation und Kapitalmärkte aus. Auch die Sicherheitsarchitektur am Golf hängt eng mit der Rolle der USA zusammen, deren außenpolitische Ausrichtung sich nach Wahlen verschieben kann.

Die Wahl bringt nur eine kurze Verschnaufpause

Der Ausgang der US-Zwischenwahlen mag den Druck kurzfristig mildern. Trump scheint weitere US-geführte Angriffe gegen den Iran weniger stark in den Vordergrund zu rücken. Für die Golfstaaten ist das jedoch kein Grund zur Entwarnung. Die drei strukturellen Herausforderungen bleiben bestehen, unabhängig davon, wer im Weißen Haus sitzt.

Die Analyse macht damit deutlich: Die eigentliche Aufgabe der Golfregion liegt nicht in Washington, sondern in der Region selbst. Ob und wie schnell die Staaten ihre Wirtschaft, ihre Sicherheit und ihre Geografie neu ausrichten, entscheidet über ihre Rolle in einer Welt, die sich von fossilen Energieträgern und alten Sicherheitsgarantien löst.

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