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KI-Sorgen und Regulierungsdebatte lösen weltweiten Tech-Crash aus

Eine Verkaufswelle erfasst Chip- und Technologiewerte in den USA, Asien und Frankfurt – der DAX fällt unter 26.000 Punkte.

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KI-Sorgen und Regulierungsdebatte lösen weltweiten Tech-Crash aus

Eine massive Verkaufswelle hat Chip- und Technologiewerte rund um den Globus erfasst. Auslöser war ein Kursrutsch an der Wall Street, der sich binnen Stunden auf die Märkte in Asien und Frankfurt ausbreitete. Große Tech- und Chipkonzerne verloren dabei Milliarden an Börsenwert.

Im Zentrum der Turbulenzen stehen Zweifel der Investoren an der Rendite von KI-Investitionen und am Rechenzentrumsbau. Hinzu kommt der Wahlsieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen, der die Regulierungsdebatte verschärft. Anleger fürchten politische Widerstände gegen den weiteren KI-Ausbau. Besonders unter Druck gerieten Hersteller von Speicher- und Hochleistungschips.

Die Zahlen fallen drastisch aus. Der Nasdaq 100 verlor 6,4 Prozent und verzeichnete damit den stärksten Tagesverlust seit dem Corona-Crash im März 2020. Für den S&P 500 war es der schwärzeste Tag seit April 2025. In Asien brach der Kospi im Frühhandel um bis zu fast neun Prozent ein und schloss mit gut sechs Prozent Minus. Der Nikkei 225 gab sechs Prozent nach.

Seoul setzt den Handel per Circuit Breaker aus

Die Börse in Seoul griff zum Schutz der Anleger ein und setzte den Handel für 20 Minuten aus. Der sogenannte Circuit Breaker soll Panikverkäufe bremsen und den Markt stabilisieren. Südkorea berief zudem ein Notfalltreffen von Finanzaufsicht und Zentralbank ein.

In Frankfurt fiel die Reaktion milder aus. Der DAX rutschte im frühen Handel um bis zu zwei Prozent und unterschritt die Marke von 26.000 Punkten. Der geringe Anteil großer Technologiewerte im deutschen Leitindex dämpfte die Verluste im Vergleich zu den USA und Asien.

Stephan Kemper, Chef-Investmentstratege bei BNP Paribas, liefert eine Erklärungskette für die Sorgen: "Wenn Genehmigungen für Strom und Gebäude stocken, fehlen ab 2028 die fertigen Rechenzentrums-Hüllen, und die heute auf Kredit gekauften Hochleistungschips können dann keine Erträge generieren." Ohne fertige Rechenzentren bleiben die teuren Chips demnach ertraglos.

Den Einbruch selbst ordnet Kemper als seltenes Ereignis ein. Er spricht von einem "Markteinbruch von über vier Prozent aus einer Phase völliger Sorglosigkeit heraus, begleitet von einer extremen Explosion der Volatilität." Zugleich warnt er vor Panik: "Solche schmerzhaften Bereinigungen gehören an der Börse dazu."

Anthropic-Börsengang gerät ins Wanken

Auch der geplante Börsengang des KI-Unternehmens Anthropic steht unter Druck. Die Erstnotiz war für November vorgesehen und galt im Vorfeld als mit Spannung erwartet. Laut Reuters-Insidern könnte die Werbetour bei Geldgebern in der nächsten Woche auf der Kippe stehen. Finanzprofis sehen den Börsengang damit in Gefahr.

Für Privatanleger bedeutet die Lage vor allem eines: Die Bewertung von KI-Titeln hängt stark an der Erwartung künftiger Erträge. Wenn Genehmigungen, Stromversorgung und Bau von Rechenzentren langsamer vorankommen als geplant, geraten diese Erwartungen ins Wanken. Wer in Chip- oder Technologiewerte investiert ist, sollte die politische Regulierungsdebatte und die Fortschritte beim Rechenzentrumsbau genau verfolgen.

Der Vergleich mit dem Corona-Crash im März 2020 zeigt, wie heftig der Nasdaq-Tagesverlust ausfiel. Ob sich die Welle fortsetzt, hängt auch davon ab, wie schnell sich die politischen Unsicherheiten klären. Klar ist: Die Verbindung aus Regulierungssorgen und Renditezweifeln hat die zuvor sorglose Stimmung an den Märkten jäh beendet.

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