Chinas Devisenreserven steigen im Oktober leicht auf 3,405 Billionen Dollar
Die Volksbank Chinas meldet einen Anstieg um 4,9 Milliarden Dollar, während der Yuan dank starker Exporte ein mehrjähriges Hoch erreicht.

Chinas Devisenreserven sind im Oktober leicht gestiegen. Der Bestand an Währungsreserven erhöhte sich bis Ende Oktober um 4,9 Milliarden US-Dollar auf 3,405 Billionen US-Dollar. Das teilte die Volksbank Chinas (People's Bank of China) am Samstag mit. Damit bleiben die Reserven der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt auf einem der höchsten Niveaus weltweit.
Der Anstieg fällt in eine Phase, in der die chinesische Währung stark ist. Der Renminbi hat dank kräftiger Exporte kürzlich ein mehrjähriges Hoch gegenüber dem US-Dollar erreicht. Eine feste Landeswährung stützt traditionell den Wert der Devisenreserven, weil ein Teil der Bestände in anderen Währungen gehalten wird und bei der Umrechnung in Dollar an Wert gewinnt.
Die von der Wall Street Journal befragten Ökonomen hatten für Ende Oktober Devisenreserven in Höhe von 3,41 Billionen US-Dollar erwartet. Der tatsächlich gemeldete Wert von 3,405 Billionen US-Dollar lag damit knapp unter der Prognose. Für die Finanzmärkte ist die Abweichung gering, sie signalisiert aber, dass sich Kapitalströme und Bewertungseffekte weitgehend im erwarteten Rahmen bewegen.
Der gemeldete Bestand liegt knapp unter der Prognose der befragten Ökonomen
Die Volksbank Chinas bezifferte den Bestand der Devisenreserven zum Ende des Monats Oktober auf 3,405 Billionen US-Dollar. Gegenüber dem zuvor gemeldeten Stand bedeutet das einen Zuwachs von 4,9 Milliarden US-Dollar. Die von der Wall Street Journal befragten Ökonomen hatten mit 3,41 Billionen US-Dollar gerechnet.
Die Veröffentlichung erfolgte an einem Samstag. Die Volksbank Chinas ist die Zentralbank der Volksrepublik China und verantwortet die Verwaltung der Währungsreserven. Der Renminbi, die chinesische Landeswährung, wird im internationalen Handel auch als Yuan bezeichnet.
Die Devisenreserven eines Landes gelten als wichtiger Indikator für dessen finanzielle Stabilität und außenwirtschaftliche Handlungsfähigkeit. China verfügt traditionell über die weltweit größten Devisenreserven. Sie dienen der Zentralbank unter anderem dazu, den Wechselkurs des Renminbi zu stabilisieren und externe Schocks abzufedern.
Bereits im Februar 2026 waren Chinas Devisenreserven deutlich gestiegen
Der aktuelle Bericht reiht sich in eine Folge von Meldungen ein, die aktien.news in den vergangenen Monaten veröffentlicht hat. Bereits am 11.03.2026 berichtete aktien.news, dass Chinas Devisenreserven im Februar 2026 leicht zugelegt und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen hätten. Laut offiziellen Daten, die am Samstag veröffentlicht wurden, stiegen die Reserven damals um 28,7 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vormonat Januar auf insgesamt 3,428 Billionen US-Dollar. Ökonomen hatten in einer Umfrage des Wall Street Journal lediglich einen Wert von 3,4 Billionen US-Dollar prognostiziert.
Auch die Währungsentwicklung war zuletzt Thema. Am 20.10.2026 berichtete aktien.news, dass der chinesische Yuan ein neues Vier-Jahres-Hoch erreicht habe, nachdem die Volksbank Chinas eine starke tägliche Fixierung vorgenommen hatte. Das Währungspaar USD/CNH fiel damals auf ein intraday-Tief von 6,6775 pro Dollar – sein stärkstes Niveau seit Juli 2022 – bevor es bei 6,6781 gehandelt wurde. Auch der Onshore-Yuan stärkte sich auf 6,6791 pro Dollar.
Getragen wird die Währungsstärke von einer robusten Außenwirtschaft. Am 15.10.2026 berichtete aktien.news, dass Chinas Exporte im September um 36,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen seien, während die Importe um 31 Prozent zulegten. Der Handelsüberschuss summierte sich im September auf 133,53 Milliarden Dollar. In den ersten neun Monaten des Jahres erreichte der Überschuss 938,11 Milliarden Dollar.
Am 14.10.2026 hatte aktien.news berichtet, dass die Ausfuhren im September nominal in US-Dollar um 36,3 Prozent zulegten und der monatliche Handelsbilanzüberschuss erstmals die Marke von 133,5 Milliarden US-Dollar übersprang. Getragen wurde der Zuwachs von einem Boom bei elektronischen Geräten im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz.
Für deutsche Anleger sind die Reserven ein Gradmesser für die Stabilität des Renminbi
Für Privatanleger in Deutschland sind die chinesischen Devisenreserven vor allem als Frühindikator interessant. Sie zeigen, wie viel Handlungsspielraum der Zentralbank zur Verfügung steht, um den Wechselkurs des Renminbi zu glätten. Ein stabiler Renminbi wiederum wirkt sich auf die Exportwirtschaft und damit auf chinesische Aktien und Anleihen aus, die auch in deutschen Depots liegen können.
Die Kombination aus steigenden Reserven, einem mehrjährigen Hoch des Yuan und kräftigen Exporten deutet auf eine robuste außenwirtschaftliche Position hin. Anleger sollten jedoch beachten, dass Devisenreserven auch durch Bewertungseffekte schwanken, etwa wenn der Dollar gegenüber anderen Währungen an Wert verliert. Der jüngste Anstieg fiel mit einer starken chinesischen Währung zusammen.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt zudem, dass die Reserven nicht geradlinig wachsen. Im Februar 2026 legten sie um 28,7 Milliarden US-Dollar zu, im Oktober nun um 4,9 Milliarden US-Dollar. Die Größenordnung der monatlichen Veränderungen unterscheidet sich also deutlich, was die Bedeutung von Bewertungs- und Kapitalflusseffekten unterstreicht.
Neue Daten wird die Volksbank Chinas nach ihrem monatlichen Rhythmus vorlegen
Konkrete Termine für die nächste Veröffentlichung nennt der Quelltext nicht. Die Archiv-Auszüge zeigen jedoch, dass die Volksbank Chinas die Devisenreserven regelmäßig meldet: Der Bericht vom 11.03.2026 bezog sich auf Daten für den Monat Februar, der aktuelle Bericht auf Daten für den Monat Oktober. Anleger können daher mit einer weiteren Meldung für den Folgemonat rechnen.
Erwartungen von Ökonomen spielen bei diesen Veröffentlichungen eine wichtige Rolle. Sowohl im Februar als auch im Oktober hatte das Wall Street Journal Analysten befragt. Im Februar übertraf der tatsächliche Wert die Prognose, im Oktober lag er knapp darunter.
Diese drei Fachbegriffe helfen beim Verständnis der Meldung
- Devisenreserven: Währungsbestände einer Zentralbank, die zur Stabilisierung der eigenen Währung und zur Absicherung gegen externe Schocks gehalten werden.
- Renminbi: Die chinesische Landeswährung, die im internationalen Handel auch als Yuan bezeichnet wird.
- Handelsüberschuss: Der Betrag, um den die Exporte eines Landes seine Importe in einem Zeitraum übersteigen.
