Warren Buffett: Dieser Schritt ist nach der Midterm-Wahl entscheidend
Der Nasdaq rutscht in die Korrektur, doch Buffett verweist auf die Geschichte: Qualitätsaktien zu halten, zahlt sich langfristig aus.

Der Nasdaq Composite ist in dieser Woche offiziell in das Korrekturgebiet eingetreten. Der Technologieindex fiel nahezu 12 Prozent von seinem Oktober-Hoch und damit um mehr als 10 Prozent unter seinen Höchststand – die gängige technische Definition einer Korrektur. Zuvor hatten der S&P 500 und der Dow Jones Industrial Average ihren schlechtesten Handelstag seit über einem Jahr verzeichnet. Es war eine schwere Woche für den Aktienmarkt.
Ein Großteil der Volatilität stammt aus dem Umfeld der KI-Aktien, wo die Bedenken hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit zunehmen. Verstärkt wird die Nervosität durch die Politik: Da die Demokraten bei den diesjährigen Zwischenwahlen die Mehrheit im Kongress errungen haben, befürchten viele Anleger strengere Regulierungen. Diese könnten den Ausbau der Rechenzentren verlangsamen und sich negativ auf Unternehmen auswirken, die stark in KI-Infrastruktur investieren.
Warren Buffett hat viele Wahlen miterlebt, und sein Rat für politisch aufgeladene Zeiten ist überraschend einfach: Kaufen Sie weiterhin Qualitätsaktien. Der Markt werde im Laufe der Zeit unabhängig davon gedeihen, wer Präsident ist. Die klügsten Anleger blickten über die Volatilität hinweg und setzten auf starke Unternehmen. Die Geschichte, so die Argumentation, deutet darauf hin, dass genau diese Maßnahme Anleger für lukrative langfristige Renditen aufstellt.
Buffetts Rat stammt aus einer politisch vergleichbaren Lage
In Berkshire Hathaways jährlichem Aktionärsbrief für das Jahr 2018, der Anfang 2019 veröffentlicht wurde, formulierte Buffett seine Haltung zum Investieren in Zeiten politischer Spannung. Damals befanden sich die USA in einer ähnlichen politischen Lage wie heute: Die Zwischenwahlen von 2018 hatten erst wenige Monate zuvor stattgefunden, als die Demokraten die Kontrolle über das Repräsentantenhaus übernahmen und die republikanische Trifecta während Trumps erster Amtszeit beendeten. Auch damals sanken alle drei großen Marktindizes in der Woche nach den Wahlen.
Buffett ließ sich davon nicht beirren. „Der fast unglaubliche Wohlstand unseres Landes wurde auf parteiübergreifende Weise erzielt“, bemerkte er in dem Brief. Seit 1942 habe es sieben republikanische und sieben demokratische Präsidenten gegeben, und in deren Amtszeiten habe das Land zahlreiche Belastungen verkraftet: eine lange Phase viraler Inflation, mehrere umstrittene und kostspielige Kriege, den Rücktritt eines Präsidenten, einen weit verbreiteten Zusammenbruch der Immobilienwerte und eine lähmende Finanzpanik. „Alle erzeugten einschüchternde Schlagzeilen; alle sind nun Geschichte“, schrieb Buffett.
Die Geschichte gibt Buffett mit deutlichem Abstand recht
Die kurzfristige Performance des Marktes bleibt immer in gewissem Maße volatil; entscheidend ist die Erholung über die Zeit. Obwohl der Markt in den Tagen nach den Wahlen von 2018 wackelig war, ist der S&P 500 seither um mehr als 200 Prozent gestiegen – trotz der COVID-19-Krise und des Bärenmarkts von 2022 in diesem Zeitraum. Wer am Wahlabend 2018 in einen S&P-500-ETF investiert hätte, hätte sein Geld bis heute mehr als verdreifacht.
Buffett und sein damaliger Geschäftspartner Charlie Munger beschrieben ihre Herangehensweise in demselben Brief unmissverständlich: „Charlie und ich haben keine Ahnung, wie sich Aktien nächste Woche oder nächstes Jahr verhalten werden. Vorhersagen dieser Art waren niemals Teil unserer Aktivitäten. Unser Denken konzentriert sich stattdessen darauf, zu berechnen, ob ein Anteil eines attraktiven Geschäfts mehr wert ist als sein Marktpreis.“
Auch die Dotcom-Blase trennte Qualität von Spekulation
Der Blick auf frühere Einbrüche stützt diese Haltung. Während der Dotcom-Blase zerfielen Unternehmen mit nicht nachhaltigen Geschäftsmodellen, schwachen Wettbewerbsvorteilen oder unerfahrenen Führungsteams. Zahlreiche Aktien überlebten jedoch, auch wenn der kurzfristige Verlauf holprig blieb: Amazon verlor zwischen 1999 und 2001 einen großen Teil seines Werts, Nvidia stürzte allein im Jahr 2002 ab, und Apple büßte an einem einzigen Handelstag im Jahr 2000 erheblich an Wert ein. Anleger, die damals an diesen Aktien festhielten, hätten bis heute lebensveränderndes Vermögen aufgebaut.
Bereits am 27.09.2026 ordnete aktien.news die Midterm-Wahlen ein
Die Redaktion von aktien.news hat das Zusammenspiel von Wahl und Börse in den vergangenen Wochen mehrfach beleuchtet. Bereits am 27.09.2026 berichtete aktien.news, dass US-Zwischenwahlen regelmäßig für Verschiebungen in der Sektorenführung sorgen, die Fiskalpolitik verändern und kurzfristige Marktvolatilität auslösen. Die Umwandlung politischer Schlagzeilen in verlässliche Aktienmarktprognosen gestalte sich jedoch hartnäckig schwierig, weil Vermögenspreise letztlich auf Zinssätze, Energiekosten und Unternehmensgewinne reagieren. Politische Verschiebungen beeinflussen zwar regulatorische Gegenwinde, doch Wahlergebnisse allein bestimmen selten die Richtung des breiteren Marktes.
Am 26.09.2026 verwies aktien.news auf eine Studie von Fidelity, wonach der S&P 500 in den Jahren nach den Midterm-Wahlen seit 1938 in 95 Prozent aller Fälle eine positive Entwicklung verzeichnete – unabhängig davon, welche Partei gewann oder ob die Amtsinhaber oder Herausforderer mehr Sitze hinzugewannen. Am 25.10.2026 berichtete aktien.news, dass ein scharfer Rückgang bei Halbleiteraktien und anderen stark gehandelten KI-Aktien viele Anleger verunsichert habe, während der S&P 500 nur wenige Prozentpunkte von seinen Rekordniveaus entfernt lag.
Am 19.10.2026 hatte aktien.news den Buffett-Ratschlag für den Vermögensaufbau in einer Marktkorrektur aufgegriffen. Damals verwies der Bericht auf hartnäckig klebrige Inflation und die Dynamik rund um den Iran-Krieg, die Energiepreise länger auf hohem Niveau halten und nachgelagerte inflationäre Auswirkungen erzeugen könnte. Zudem erwarteten Investoren, Analysten und Ökonomen damals, dass die Federal Reserve im laufenden Jahr mindestens eine weitere Erhöhung des Leitzinses vornimmt.
Deutsche Anleger können Wahlergebnisse nicht in Kursprognosen übersetzen
Für Anleger in Deutschland ändert sich durch die US-Wahl nichts an den Grundregeln der Geldanlage. Die Mehrheit im Kongress mag regulatorische Rahmenbedingungen verschieben, doch die Machtverhältnisse in Washington sind nur ein Faktor unter mehreren. Wer sein Depot breit streut und auf Unternehmen mit soliden Fundamentaldaten setzt, ist besser gegen kurzfristige Schwankungen gewappnet als jemand, der auf einzelne Modethemen setzt.
Zugleich bleibt die aktuelle Gemengelage anspruchsvoll. Die Volatilität konzentriert sich auf KI-Titel, und die Sorge vor strengeren Regeln für Rechenzentren ist ein Belastungsfaktor für diese Segmente. Ein Blick auf die langfristige Entwicklung zeigt jedoch, dass die gesündesten Unternehmen nicht nur durchgekommen sind, sondern in den folgenden Jahren lukrative Renditen erzielt haben. Der Kauf von Qualitätsunternehmen mit soliden Fundamentaldaten und das Halten dieser Aktien über Jahre oder idealerweise Jahrzehnte gilt in dieser Argumentation als effektivster Weg, sich gegen Volatilität abzusichern.
Die kurzfristige Richtung des Marktes bleibt offen
Wie es in den kommenden Wochen weitergeht, kann niemand vorhersagen – diese Einschätzung teilt der Motley-Fool-Artikel ausdrücklich. Selbst Buffett betont, dass er keine Ahnung hat, wie sich Aktien nächste Woche oder nächstes Jahr verhalten werden. Die historischen Daten aus den vergangenen Jahrzehnten deuten darauf hin, dass sich die Märkte nach Midterm-Wahlen häufig positiv entwickelt haben.
Falls der Markt am Rand eines Bärenmarktes steht, könnten die Kurse erneut einbrechen. Die gesündesten Unternehmen dürften laut der Einschätzung des Artikels aber nicht nur durchkommen, sondern weiterhin lukrative Renditen erzielen. Wenn Sie sich durch die jüngsten Turbulenzen verunsichert fühlen, ist das der Darstellung zufolge normal – mit einem soliden Portfolio voller langfristiger Investitionen seien Anleger für das gut positioniert, was als Nächstes kommt. Der Beitrag verweist abschließend auf die Empfehlungen und Premium-Dienste des Motley Fool.
Drei Begriffe helfen Anlegern, die aktuelle Marktphase einzuordnen
- Korrektur: Ein deutlicher Rückgang eines Index von seinem jüngsten Höchststand, der die Schwelle zum Bärenmarkt noch nicht überschreitet.
- Bärenmarkt: Eine länger anhaltende Phase deutlich fallender Kurse, die Anleger als besonders ausgeprägten Abschwung einordnen.
- ETF: Ein börsengehandelter Fonds, der einen Index oder einen Korb von Wertpapieren nachbildet und breite Streuung ermöglicht.
