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Trump Accounts: Neue Sparkonten für Kinder in den USA

Seit dem 4. Juli können US-Familien steueraufgeschobene Investmentkonten für Kinder eröffnen – inklusive staatlichem Startkapital von 1.000 Dollar.

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Trump Accounts: Neue Sparkonten für Kinder in den USA

Die sogenannten Trump Accounts wurden offiziell am 4. Juli eingeführt und bieten Familien in den USA eine neue Möglichkeit zur langfristigen Kapitalanlage für Kinder. Anders als die bekannten 529-Bildungssparpläne, die primär auf Ausbildungskosten ausgerichtet sind, zielen diese Konten auf den langfristigen Vermögensaufbau und die Altersvorsorge ab. Das Guthaben wächst steueraufgeschoben – ähnlich wie bei einem klassischen IRA (Individual Retirement Account).

„Trump-Konten schaffen gleiche Voraussetzungen, indem sie es allen Eltern ermöglichen, in die Zukunft ihrer Kinder zu investieren, nicht nur wohlhabenden Familien mit Treuhandvermögen", erklärte eine Sprecherin des US-Finanzministeriums gegenüber CNBC. Die Konten sind offiziell als 530A-Konten bekannt und wurden im Rahmen des sogenannten „Big Beautiful Bill" von Präsident Donald Trump ins Leben gerufen.

Wer ist berechtigt und wie eröffnet man ein Konto?

Trump Accounts stehen allen Kindern unter 18 Jahren offen, sofern das Kind US-Bürger ist und über eine gültige Sozialversicherungsnummer verfügt. Ein bevollmächtigter Erwachsener – darunter Eltern, gesetzliche Vertreter, Großeltern oder Geschwister – kann ein Konto im Namen eines berechtigten Kindes eröffnen. Auch staatliche Kinderschutzbehörden können für Pflegekinder ein Konto anlegen.

Eltern oder Erziehungsberechtigte können die Konten über das IRS-Formular 4547 im Rahmen ihrer Steuererklärung oder über die Website TrumpAccounts.gov eröffnen. Die Anmeldefrist endet in dem Jahr, bevor das Kind 18 Jahre alt wird. Nach einer umfangreichen Werbekampagne im Vorfeld des Starts wurden laut einer Zählung des Finanzministeriums vom 10. Juli bereits 6,5 Millionen Kinder angemeldet.

Staatliches Startkapital von 1.000 Dollar

Kinder, die zwischen 2025 und 2028 geboren werden, können im Rahmen eines Pilotprogramms eine einmalige Einzahlung von 1.000 US-Dollar vom US-Finanzministerium erhalten. Dieses Startkapital wird automatisch eingezahlt, sobald ein Konto eröffnet und verifiziert wurde. Familien können die Kontobewegungen über die Trump Accounts App verfolgen, die in Partnerschaft mit Robinhood entwickelt wurde.

Darüber hinaus haben Tech-CEO Michael Dell und seine Frau Susan 6,25 Milliarden Dollar zugesagt, um zusätzliche 250 US-Dollar für Kinder bereitzustellen, die zwischen 2016 und 2024 geboren wurden und in Postleitzahlengebieten mit einem Medianeinkommen von 150.000 Dollar oder weniger leben. Auch Kinder über 10 Jahren können von diesem Programm profitieren, sofern nach den ersten Anmeldungen noch Mittel verfügbar sind.

Beitragsgrenzen und steuerliche Regelungen

Eltern, Erziehungsberechtigte, Großeltern und andere Personen können gemeinsam bis zu 5.000 Dollar pro Kind und Jahr aus bereits versteuertem Einkommen einzahlen. Die jährliche Beitragsobergrenze wird nach 2027 an die Inflation angepasst. Arbeitgeber können zusätzlich bis zu 2.500 Dollar pro Mitarbeiter und Jahr beisteuern, was auf die 5.000-Dollar-Grenze angerechnet wird und nicht als steuerpflichtiges Einkommen gilt.

Beiträge von Privatpersonen lösen laut IRS und Finanzministerium keine Schenkungssteuerpflicht aus, werden jedoch auf den jährlichen Schenkungsfreibetrag angerechnet – dieser liegt für 2026 bei 19.000 Dollar pro Empfänger. Bis zum 10. Juli haben Familien seit dem Start insgesamt fast 125 Millionen Dollar eingezahlt.

Anlageoptionen und Auszahlungsregeln

Beiträge zu Trump Accounts werden in börsengehandelte Indexfonds (ETFs) investiert, die die Wertentwicklung des S&P 500 abbilden. Als Standardanlage dient zu Beginn der State Street SPDR Portfolio S&P 500 ETF (SPYM). Weitere Optionen umfassen den iShares Core S&P 500 ETF (IVV), den Vanguard Total Stock Market ETF (VTI), den State Street SPDR Portfolio S&P 1500 Composite Stock Market ETF (SPTM) sowie den iShares Core S&P Total U.S. Stock Market ETF (ITOT). Die Bank of New York Mellon verwaltet die ersten Konten.

Grundsätzlich sind Auszahlungen vor dem 18. Lebensjahr nicht möglich – mit wenigen Ausnahmen wie Todesfällen oder übermäßigen Beiträgen. Ab dem 18. Lebensjahr gelten die Standardregeln für traditionelle IRAs: Auszahlungen vor dem Alter von 59,5 Jahren unterliegen der Einkommensteuer sowie einer Strafgebühr von 10 Prozent. Ausnahmen gelten etwa für Hochschulkosten oder den Kauf eines Erstwohnsitzes.

Trump Accounts als Ergänzung zu bestehenden Sparoptionen

Für deutsche Beobachter ist das Konzept mit dem deutschen Depot für Minderjährige oder dem Juniordepot vergleichbar, geht jedoch durch die staatliche Förderung und die steuerlichen Regelungen deutlich weiter. In den USA stehen Familien neben den Trump Accounts weiterhin 529-Bildungssparpläne sowie Treuhandkonten nach UGMA und UTMA zur Verfügung. Für Kinder mit eigenem Erwerbseinkommen kommt auch ein Roth IRA infrage.

„Trump-Konten und 529-Pläne sind keine Konkurrenten, sondern Ergänzungen", betonte eine Sprecherin des Finanzministeriums gegenüber CNBC. „Während 529-Pläne auf Familien mit Bildungskosten ausgerichtet sind, markieren Trump-Konten einen historischen Sprung in der Flexibilität – sie ermöglichen es allen Amerikanern, langfristig zu sparen, zu investieren und Vermögen aufzubauen." Welches Instrument am sinnvollsten ist, hängt letztlich von den individuellen Zielen und dem Zeithorizont der jeweiligen Familie ab.

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