Tod von Lindsey Graham: Machtkampf um Senatssitz in South Carolina
Der plötzliche Tod des republikanischen Senators löst weniger als vier Monate vor den Midterms einen intensiven Nachfolgekampf aus.

Der Tod von US-Senator Lindsey Graham hat in South Carolina ein politisches Vakuum hinterlassen. Graham, der erst zwei Tage vor seinem Tod seinen 71. Geburtstag gefeiert hatte, verstarb am Samstag nach einer „kurzen und plötzlichen Krankheit". Sein Ableben trifft den Bundesstaat zu einem besonders heiklen Zeitpunkt: Die Midterm-Wahlen stehen in weniger als vier Monaten an.
Graham war als Kandidat für die Wiederwahl vorgesehen und hätte im November gegen die demokratische Kinderärztin Annie Andrews antreten sollen. Das Rennen galt laut dem „Cook Political Report with Amy Walter" bisher als „Solid R" – also als sicherer Sitz für die Republikaner. Durch den plötzlichen Verlust droht der Wahlprozess nun laut Bloomberg in ein Stadium des Chaos zu geraten.
Republikanische Abgeordnete drängen auf Nachfolge
Bereits ein Wettlauf um die Nachfolge hat begonnen. Die republikanische Abgeordnete Nancy Mace zieht eine Kandidatur für den vakanten Sitz „stark in Erwägung" und plant, bereits am Montag erste Umfragedaten zu veröffentlichen. Mace vertritt seit 2021 den 1. Kongresswahlbezirk von South Carolina und unterlag im Juni bei den Vorwahlen für das Gouverneursamt. Auf der Plattform X würdigte sie Graham als „Giganten", dessen Liebe zu South Carolina trotz politischer Differenzen unbestritten gewesen sei.
Auch der republikanische Abgeordnete Joe Wilson hat laut Punchbowl News Interesse an dem Sitz bekundet. Berichten zufolge zeigt Wilson dabei besonderes Interesse an einer Übergangslösung – um anschließend für eine volle Amtszeit zu kandidieren.
Klare gesetzliche Regelung für die Nachfolge
Das weitere Vorgehen ist durch die Gesetze von South Carolina klar geregelt. Gouverneur Henry McMaster ist befugt, einen Interimsnachfolger für den verbleibenden Zeitraum von Grahams Amtszeit zu ernennen. Diese Regelung gibt dem Gouverneur erheblichen Einfluss auf die kurzfristige politische Ausrichtung des Bundesstaates im US-Senat.
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Zur AktienanalyseFür die offizielle Nominierung auf dem Wahlzettel im November muss South Carolina am 11. August eine Sonder-Vorwahl abhalten. Die Anmeldefrist für diese Vorwahl beginnt am 21. Juli. Damit bleibt den potenziellen Kandidaten nur wenig Zeit, ihre Kampagnen zu organisieren und Unterstützung zu mobilisieren.
South Carolina gilt als einer der konservativsten Bundesstaaten der USA. Lindsey Graham war eine der prägendsten Figuren der republikanischen Politik auf nationaler Ebene und hatte den Senatssitz seit 2003 inne. Sein Tod hinterlässt nicht nur eine politische Lücke im Bundesstaat, sondern auch im US-Senat, wo jede Stimme angesichts knapper Mehrheitsverhältnisse erhebliches Gewicht hat.


