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GE Aerospace automatisiert Triebwerksreparatur gegen Wartungsstau in der Luftfahrt

US-Konzern investiert 300 Millionen Dollar in Singapur-Werk und setzt auf Roboter und Lean-Methoden.

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GE Aerospace automatisiert Triebwerksreparatur gegen Wartungsstau in der Luftfahrt

GE Aerospace reagiert mit massiven Investitionen und Automatisierung auf den weltweiten Engpass bei Triebwerksreparaturen. Der US-Luftfahrtriese modernisiert sein Reparaturzentrum in Singapur mit bis zu 300 Millionen Dollar und will das Reparaturvolumen um 33 Prozent steigern – ohne die Werksfläche zu vergrößern. Kernelemente sind Robotertechnik, künstliche Intelligenz und die vom CEO Larry Culp vorangetriebene "Flight Deck"-Methode, eine Variante des japanischen Lean-Managements.

Der Hintergrund: Unerwarteter Verschleiß bei modernen Triebwerken hat zahlreiche Flugzeuge weltweit am Boden gehalten. Fluggesellschaften müssen ältere Maschinen länger einsetzen, was die Wartungszeiten auf Monate verlängert. "Sie müssen sich daran erinnern, dass die Fluggesellschaften ihre Zukunft sind", kritisierte Tony Fernandes, Mitbegründer von AirAsia, die Branche gegenüber Reuters. Airlines beklagen, dass Triebwerkshersteller von den Engpässen durch Preiserhöhungen profitieren.

Im Singapur-Werk mit 2.000 Mitarbeitern zeigt sich die Transformation konkret: Techniker wie Suresh Sinnaiyan, der seit über einem Jahrzehnt Verdichterschaufeln von Hand repariert, bringen nun Robotern diese hochpräzise Arbeit bei. Die Schaufeln müssen auf wenige Tausendstel Zoll genau geschliffen werden – eine Fertigkeit, die bisher ausschließlich menschliches Fingerspitzengefühl erforderte.

Reparaturen als Schlüssel zur Entspannung

Die Strategie von GE zielt darauf ab, mehr Gebrauchtteile zu reparieren statt sie durch Neuteile zu ersetzen. Dies reduziert den Druck auf die Lieferketten für neue Triebwerke und kann laut GE sowohl die Durchlaufzeit als auch die Kosten für Airlines halbieren. "Je kürzer das Triebwerk vom Flügel demontiert ist, desto besser", erklärt Iain Rodger, Leiter des Singapur-Werks.

Ein Beispiel zeigt die Fortschritte: Bei der Reparatur von CFM56-Turbinendüsen – Komponenten eines der weltweit verbreitetsten Triebwerke – konnte die Durchlaufzeit bereits von 40 Tagen im Jahr 2021 gesenkt werden. Bis 2028 strebt GE 21 Tage an. Gleichzeitig gibt der Bereich ein Drittel seiner Fläche frei, um Kapazitäten für die neueren LEAP-Triebwerke aufzubauen.

Geschäftsmodell unter Druck

Analysten weisen darauf hin, dass Triebwerkshersteller einen Großteil ihrer Gewinne mit Wartung und Lizenzgebühren für Reparaturverfahren erzielen. Diese Verfahren gelten als "Geheimrezept" der Branche. Doch die Skalierung hat Grenzen: Arbeiten müssen nach genehmigten Standards und unter strengen Qualitätskontrollen erfolgen.

Zudem warnen Experten, dass der Versorgungsengpass nicht schnell verschwinden wird. Die Verlangsamung bei neuen Flugzeugauslieferungen, die die Nachfrage nach Reparaturen befeuerte, neigt sich dem Ende zu. "Es geht darum, wegzukommen von Brandbekämpfung und Heldentaten hin zu einer anderen Art von bevorzugter Leistung", betont CEO Culp. Die Branche hofft, dass erfolgreiche Automatisierung letztlich auch die Flugpreise senken könnte.

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