Lufthansa-Streik legt Flugbetrieb lahm: 460 Flüge gestrichen
Piloten und Flugbegleiter streiken für bessere Konditionen. Tausende Passagiere betroffen.

Bei Deutschlands größter Airline eskaliert der Arbeitskampf: Piloten und Flugbegleiter der Lufthansa haben am Mittwoch ihre angekündigten Streiks begonnen. Nach Angaben des Flughafenverbands ADV fallen bundesweit mehr als 460 Flüge aus, rund 69.000 Passagiere sind betroffen. An den Drehkreuzen Frankfurt und Berlin stehen die meisten Jets am Boden.
Die Airline spricht von "umfassenden Flugstreichungen" und rät Reisenden dringend davon ab, ohne vorherige Information zum Flughafen zu kommen. Das Unternehmen bietet elektronische Umbuchungen an. Eine Normalisierung des Flugbetriebs wird erst für Freitag erwartet.
Zwei Gewerkschaften mit unterschiedlichen Forderungen
Die rund 4.800 Piloten der Lufthansa und Lufthansa Cargo fordern höhere Arbeitgeberbeiträge zu Betriebs- und Übergangsrenten. Die Vereinigung Cockpit (VC) kann sich dabei auf eine Urabstimmung aus dem Herbst stützen, bei der die Mitglieder mit deutlicher Mehrheit für Streiks gestimmt hatten. VC-Präsident Andreas Pinheiro berichtet von hoher Beteiligung: "Wir sehen in Frankfurt eine sehr gute Beteiligung."
Die Kabinengewerkschaft Ufo vertritt knapp 20.000 Beschäftigte und führt einen Warnstreik durch - ohne vorherige Urabstimmung. Ihr Ziel: Tarifverhandlungen für die Kerngesellschaft und die Regionaltochter Cityline erzwingen. Ufo warnt, dass durch die Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht seien und fordert einen tariflichen Sozialplan.
Management sieht keinen Verhandlungsspielraum
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Zur AktienanalyseDer Lufthansa-Vorstand bezeichnet die Arbeitsniederlegungen als "völlig unnötige Eskalation". Personalvorstand Michael Niggemann macht deutlich: Die Forderungen würden weitere starke Kostensteigerungen bedeuten, dafür gebe es aber keinerlei Spielraum. Die Kerngesellschaft des MDax-Konzerns war 2024 in die Verlustzone gerutscht und durchläuft derzeit ein Sanierungsprogramm namens "Turnaround".
VC-Präsident Pinheiro schließt weitere Streiks nicht aus: "Wenn es kein Angebot gibt, dreht sich die Eskalationsspirale immer weiter." Die Gewerkschaften warten auf ein neues Angebot des Managements. Am 6. März legt Lufthansa neue Geschäftszahlen vor - dann dürfte auch der Erfolg des Sanierungsprogramms zur Sprache kommen.


