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SpaceX und Blue Origin: Milliardäre Musk und Bezos im Wettlauf zum Mond

Elon Musk plant Mondbasis für KI-Satelliten, Jeff Bezos setzt auf bemannte Landung – beide wollen China zuvorkommen.

SpaceX und Blue Origin: Milliardäre Musk und Bezos im Wettlauf zum Mond

Der Wettlauf zum Mond zwischen den beiden reichsten Männern der Welt verschärft sich dramatisch. Elon Musks SpaceX plant den Bau einer permanenten Mondbasis, während Jeff Bezos sein Unternehmen Blue Origin auf eine bemannte Mondlandung ausrichtet. Beide wollen noch vor China, das für 2030 eine Mission plant, Menschen auf den Erdtrabanten bringen.

Musk kündigte in jüngsten Interviews den Bau der "Moonbase Alpha" an – eine überraschende Kehrtwende für den SpaceX-Gründer, der den Mond noch im vergangenen Sommer als "Ablenkung" von seiner Mars-Vision bezeichnet hatte. Die Mondbasis soll eine Startvorrichtung für Satelliten beherbergen und sein geplantes KI-Rechennetzwerk mit bis zu einer Million Satelliten unterstützen. Die Ankündigung erfolgt vor dem für dieses Jahr geplanten Börsengang von SpaceX, der das Unternehmen mit über einer Billion Dollar bewerten könnte.

Bezos reagierte auf Musks Ankündigungen mit einem vielsagenden Post auf X: dem Bild einer Schildkröte – eine Anspielung auf Äsops Fabel vom Wettrennen zwischen Hase und Schildkröte. Das Motto von Blue Origin "Gradatim Ferociter" (lateinisch für "Schritt für Schritt, unerschrocken") spiegelt diese Philosophie wider. Das Unternehmen stellte kürzlich sein Geschäft mit suborbitalem Weltraumtourismus ein, um alle Ressourcen auf das Mondprogramm "Blue Moon" zu konzentrieren.

NASA als Geldgeber und Taktgeber

Beide Unternehmen entwickeln ihre Mondlander mit milliardenschwerer Finanzierung der NASA. Die US-Raumfahrtbehörde plant eine Serie bemannter Mondlandungen im Rahmen des Artemis-Programms, beginnend mit dem Starship von SpaceX. Seit 1972, als das Apollo-Programm endete, hat kein Mensch mehr den Mond betreten – insgesamt waren es damals zwölf US-Astronauten.

Die NASA drängt beide Unternehmen zur Beschleunigung, um China im Wettlauf zum Mond zu schlagen. Blue Origin lieferte letzte Woche sein Landemodul für entscheidende Tests an das Johnson Space Center in Texas. Die unbemannte Mission des Unternehmens soll noch in diesem Jahr starten und ist ein Vorläufer für eine Astronautenlandung.

Für SpaceX wird es allerdings knapp: Das Starship hat bisher noch keine Lasten in den Orbit befördert, obwohl es seit 2023 bereits elfmal gestartet wurde. Die Rakete muss noch zahlreiche technische Hürden meistern – vom Betankungsprozess im Orbit bis zur sicheren Landung auf der zerklüfteten Mondoberfläche. Viele Branchenexperten halten den NASA-Termin für eine bemannte Mondlandung 2028 für kaum realisierbar.

Auswirkungen auf die gesamte Raumfahrtbranche

Die verschärfte Rivalität zwischen Musk und Bezos beflügelt die gesamte US-Mondindustrie. "In dieser Woche haben mich 20 Investoren kontaktiert", berichtet Justin Cyrus, CEO von Lunar Outpost, einem Unternehmen für Mond-Infrastruktur. Das Interesse der Investment-Community an Mondprojekten sei in den letzten zwei Jahren spürbar gestiegen.

Kathy Lueders, ehemalige NASA-Managerin und jetzt Branchenberaterin, sieht in der Dringlichkeit der Rivalität einen Vorteil für die USA im Wettbewerb mit China. "Mit Elons Aussagen ist dieses Unternehmen nun laserfokussiert darauf, zum Mond zurückzukehren", erklärt sie. Die NASA betrachtet die Rückkehr zum Mond als Übung für künftige Mars-Missionen.

Musk will jedoch noch weiter gehen: Er plant eine "selbstwachsende Stadt" auf dem Mond und den Start von KI-Satelliten von der Mondoberfläche. Dies ist Teil seiner Vision, KI-Computing in den Weltraum auszuweiten, nachdem SpaceX in diesem Monat sein Unternehmen xAI übernommen hat. "Wenn der Mond zu einem strategischen Ausgangspunkt wird und SpaceX als Erste dort diese Infrastruktur aufbauen, könnten sie ein Mitspracherecht dabei haben, wie diese genutzt wird", sagt Andrew Chanin, CEO der auf Raumfahrt spezialisierten Investmentfirma ProcureAM.

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