SpaceX startet Crew-12 Mission zur Internationalen Raumstation
Falcon-9-Rakete bringt vierköpfiges Team erfolgreich ins All – Ankunft für Samstag geplant

SpaceX hat am Freitagmorgen die zwölfte Langzeitbesatzung zur Internationalen Raumstation (ISS) geschickt. Die Falcon-9-Rakete mit der Crew-Dragon-Kapsel "Freedom" startete um 11:15 Uhr deutscher Zeit von der Cape Canaveral Space Force Station in Florida. Die vierköpfige Crew soll nach einem 34-stündigen Flug am Samstagnachmittag an der Raumstation in rund 420 Kilometern Höhe andocken.
Die Mission markiert einen weiteren Meilenstein in der Zusammenarbeit zwischen NASA und dem von Elon Musk gegründeten Raumfahrtunternehmen. Seit Mai 2020 befördert SpaceX US-Astronauten zur ISS und hat damit die amerikanische Abhängigkeit von russischen Sojus-Raketen beendet. Die neun Merlin-Triebwerke der Falcon-9 verbrauchten beim Start rund 2,6 Millionen Liter Treibstoff pro Sekunde. Neun Minuten später erreichte die Oberstufe eine Geschwindigkeit von über 27.000 Kilometern pro Stunde, bevor sie die Kapsel in den Orbit beförderte.
Erfahrene Astronautin führt Mission
Die Leitung der Crew-12 übernimmt die 48-jährige NASA-Astronautin Jessica Meir, eine Meeresbiologin auf ihrer zweiten ISS-Mission. Meir schrieb 2019 Geschichte, als sie gemeinsam mit Christina Koch den ersten rein weiblichen Weltraumspaziergang durchführte. "Vielen Dank an das Team, das war ein ziemlicher Ritt", funkte sie nach dem erfolgreichen Start an das Kontrollzentrum bei Los Angeles. "Crew-12 ist dankbar und bereit für die bevorstehende Reise."
Begleitet wird Meir von Jack Hathaway (43), einem ehemaligen Navy-Kampfpiloten und Astronauten-Neuling, der französischen ESA-Astronautin Sophie Adenot (43), einer erfahrenen Hubschrauberpilotin, sowie dem russischen Kosmonauten Andrej Fedjajew, der bereits seine zweite ISS-Mission absolviert. Die internationale Zusammensetzung unterstreicht den multinationalen Charakter der Raumstation.
Umfangreiches Forschungsprogramm geplant
An Bord der ISS erwartet die Crew ein anspruchsvolles wissenschaftliches Programm. Die Astronauten werden Studien über lungenentzündungsverursachende Bakterien durchführen, um Behandlungsmethoden auf der Erde zu verbessern. Weitere Experimente befassen sich mit Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und stickstofffixierenden Mikroben zur Steigerung der Lebensmittelproduktion im Weltraum.
Ein Großteil der Forschungsarbeit dient der Vorbereitung künftiger Mond- und Mars-Missionen im Rahmen des NASA-Artemis-Programms. Das Programm gilt als Nachfolger der legendären Apollo-Missionen aus den 1960er und 1970er Jahren. Bereits im nächsten Monat soll mit Artemis II ein zehntägiger Testflug starten, bei dem vier Astronauten den Mond umrunden werden.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseAußerplanmäßiger Personalwechsel
Auf der Raumstation werden die neuen Crew-Mitglieder von drei derzeitigen Bewohnern empfangen: dem NASA-Astronauten Chris Williams sowie den russischen Kosmonauten Sergey Kud-Sverchkov und Sergei Mikaev. Die Situation an Bord ist ungewöhnlich, da vier Mitglieder der Crew-11 bereits Mitte Januar vorzeitig zur Erde zurückkehrten. Grund war eine nicht näher spezifizierte ernsthafte Erkrankung eines Besatzungsmitglieds, die einen beispiellosen medizinischen Evakuierungsflug notwendig machte.
Die ISS wird kontinuierlich von einem internationalen Konsortium unter US-russischer Führung betrieben, dem auch Kanada, Japan und elf europäische Länder angehören. Die ersten Komponenten wurden vor über 25 Jahren ins All geschickt. Die Station mit der Länge eines Footballfeldes gilt als größtes von Menschen geschaffenes Objekt im Weltraum. Die NASA hat zugesagt, die Raumstation bis Ende 2030 zu betreiben und damit die internationale Zusammenarbeit in der Raumfahrt fortzusetzen.


