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Fed-Gouverneur Waller warnt vor baldigen Zinserhöhungen in den USA

Christopher Waller sieht die US-Geldpolitik am Scheideweg – neue Inflationsdaten könnten kurzfristig eine Straffung erzwingen.

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Fed-Gouverneur Waller warnt vor baldigen Zinserhöhungen in den USA

Fed-Gouverneur Christopher Waller hat am Montag in New York eine deutliche Warnung ausgesprochen: Sollten die kommenden Wirtschaftsdaten zeigen, dass die Inflation weiterhin deutlich über dem Zielwert von 2% liegt, müsse die US-Notenbank die Zinssätze „in naher Zukunft" anheben. In einer Rede vor der New York Association for Business Economics bezeichnete Waller die aktuelle Geldpolitik als an einem „Scheideweg" stehend.

Waller machte klar, dass die künftige Richtung der Geldpolitik von neuen Daten abhänge – beginnend mit dem Bericht zu den Verbraucherpreisen, der am Dienstag erwartet wurde. Die Fed dürfe sich nicht „nachlässig" zeigen, falls sich die Daten in die falsche Richtung entwickeln sollten. Damit sendete er ein unmissverständliches Signal an die Märkte.

Breiter Preisdruck beunruhigt die Fed

Besonders besorgniserregend ist für Waller, dass sich der Preisdruck in der gesamten Wirtschaft ausweitet. Dies gehe über die Auswirkungen der letztjährigen Zollerhöhungen auf Importe oder den jüngsten Anstieg der Energiekosten hinaus. Waller sieht darin Anzeichen einer systemischeren Inflation, die eine restriktivere Geldpolitik erfordern würde.

Erschwerend kommt hinzu, dass der wiederaufgeflammte militärische Konflikt zwischen den USA und dem Iran die Ölpreise erneut in die Höhe treiben könnte. Dies würde einen der Faktoren zunichtemachen, der scheinbar kurz davor stand, zur Kostensenkung beizutragen. Für die Fed bedeutet das eine zusätzliche Unsicherheit bei der Einschätzung der Inflationsentwicklung.

In seiner Rede zitierte Waller direkt: „Es gibt immer noch gute Argumente dafür, dass die Inflation bei der derzeitigen geldpolitischen Ausrichtung wieder in Richtung unseres Ziels von 2% sinken wird. Ich bin jedoch besorgt über das ebenso plausible Szenario, dass die Daten der kommenden Wochen zeigen werden, dass die Inflation auf ihrem erhöhten Niveau verharrt oder sogar weiter steigt, was kurzfristig eine straffere Geldpolitik erforderlich machen würde."

Lehren aus der Vergangenheit – Fehler nicht wiederholen

Waller betonte ausdrücklich, dass die Fed den Fehler von vor einigen Jahren vermeiden müsse, zu lange mit einer Reaktion auf steigenden Preisdruck zu warten. Gleichzeitig stellte er klar, dass er die Zinsen nicht vorzeitig anheben wolle und damit eine Rezession riskiere. Den Arbeitsmarkt bewertet er derzeit als stabil.

Ein wichtiger Unterschied zur Inflationswelle nach der COVID-19-Pandemie sei, dass der Arbeitsmarkt heute weniger angespannt sei. Zudem profitiere die Fed von verankerten Inflationserwartungen – einen Vorteil, den der Offenmarktausschuss (FOMC) nicht verspielen dürfe, indem er bei anhaltender Inflation zu lange mit Zinserhöhungen warte.

Waller formulierte seine Haltung unmissverständlich: „Wenn wir diese Woche einen weiteren hohen Wert bei der Kerninflation erhalten, wird der FOMC eine kurzfristige Straffung der Geldpolitik in Betracht ziehen müssen." Er ergänzte, es bedürfe „mehrerer Monate mit niedrigeren Werten, um das Gefühl zu haben, dass sich die Inflation in die richtige Richtung bewegt."

Hintergrund: Fed hatte Zinsen zuletzt unverändert gelassen

Die US-Notenbank hatte die Zinssätze auf ihrer Sitzung am 16. und 17. Juni unverändert gelassen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Entscheidungsträger gleichmäßig gespalten über die wahrscheinliche Notwendigkeit einer Zinserhöhung im laufenden Jahr. Wallers Aussagen deuten nun darauf hin, dass sich das Meinungsbild innerhalb des FOMC je nach Datenlage schnell verschieben könnte.

Für deutsche Anleger und Investoren mit US-Engagements sind diese Signale von erheblicher Bedeutung. Steigende US-Zinsen beeinflussen nicht nur den Dollarkurs, sondern wirken sich auch auf globale Anleihemärkte und Aktienbewertungen aus. Die Entwicklung der amerikanischen Geldpolitik bleibt damit ein zentraler Faktor für die internationalen Finanzmärkte.

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