China verbietet Banken Wechsel-Rediskont unter 0,5 Prozent
Chinesische Regulierer greifen ein: Banken dürfen Wechsel nicht mehr zu Zinssätzen unter 0,5% rediskontieren – Kreditnachfrage bleibt schwach.

Chinas Regulierungsbehörden haben einigen Banken untersagt, Rediskontgeschäfte für Wechsel zu Zinssätzen unter 0,5% durchzuführen. Das berichteten Insider am Dienstag. Die Maßnahme zielt darauf ab, den aggressiven Ankauf von Wechseln angesichts einer schwachen Kreditnachfrage einzudämmen.
Die Anweisung erfolgte, nachdem die Rediskontsätze für Wechsel in den vergangenen Monaten drastisch eingebrochen waren. Banken, die in der schwächelnden chinesischen Wirtschaft Schwierigkeiten haben, willige Kreditnehmer zu finden, wichen zunehmend auf den Wechselmarkt aus. Dort parkten sie überschüssige Liquidität und erfüllten gleichzeitig ihre Kreditquoten.
Das Ausmaß des Verfalls der Zinssätze war bemerkenswert: Händlern zufolge waren Zinssätze von lediglich 0,01% zum Monatsende keine Seltenheit. Dieser extreme Rückgang alarmierte die Aufsichtsbehörden und löste die nun bekannt gewordenen Eingriffe aus.
Regulierer wollen Markterwartungen steuern
Eine der mit der Angelegenheit vertrauten Quellen erklärte, die verschärfte Aufsicht sei dadurch ausgelöst worden, dass die Wechselsätze zu schnell und zu tief gefallen seien, als Banken massenhaft Wechsel kauften. Dies untergrabe die Bemühungen der Regulierungsbehörden, die Markterwartungen gezielt zu steuern.
Eine weitere Quelle ergänzte, die Aufsichtsbehörden könnten zudem besorgt darüber sein, dass die starken Schwankungen der Wechselsätze vom Markt genutzt würden, um über den Zustand des Kreditwachstums in China zu spekulieren. Alle Quellen lehnten es ab, namentlich genannt zu werden, da sie nicht befugt waren, mit den Medien zu sprechen. Die Shanghai Commercial Paper Exchange reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.
Schwache Kreditnachfrage belastet Chinas Wirtschaft
Der Eingriff der Regulierer ist kein Einzelfall. Reuters berichtete bereits im vergangenen Monat, dass Chinas Zentralbank einige Geschäftsbanken angewiesen habe, ihre Kreditvergabe zu erhöhen – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Kreditnachfrage im Land weiterhin schwach ist.
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Zur AktienanalyseDie Neukreditvergabe in China stieg im Mai weniger stark als erwartet, nachdem sie im Vormonat sogar geschrumpft war. Als zentraler Belastungsfaktor gilt die anhaltende Immobilienkrise, die die Kreditaufnahme der privaten Haushalte weiterhin hemmt. Der chinesische Immobilienmarkt befindet sich seit Jahren in einer tiefen Krise, was sich spürbar auf die gesamtwirtschaftliche Dynamik auswirkt.
Für deutsche Anleger und Beobachter der Weltwirtschaft ist die Entwicklung in China von erheblicher Bedeutung. China ist als größte Volkswirtschaft Asiens und zweitgrößte der Welt ein zentraler Treiber der globalen Nachfrage. Eine anhaltend schwache Kreditdynamik und regulatorische Eingriffe in den Geldmarkt können Signalwirkung für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes haben und damit auch internationale Märkte beeinflussen.


