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BOJ-Chef Ueda und IWF warnen vor KI-Risiken und Inflation

Bei einer IWF-Veranstaltung in Washington diskutierten Kazuo Ueda und Kristalina Georgieva Inflation, KI-Folgen und Finanzmarktstabilität.

• 2 Min
BOJ-Chef Ueda und IWF warnen vor KI-Risiken und Inflation

Bei einer Veranstaltung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington haben Bank of Japan (BOJ)-Gouverneur Kazuo Ueda und IWF-Chefin Kristalina Georgieva die aktuellen Herausforderungen für die globale Geldpolitik erörtert. Im Zentrum der Diskussion standen die Inflationsentwicklung, die Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz (KI) auf die Wirtschaft sowie die Stabilität der Finanzmärkte. Beide Spitzenvertreter warnten vor Risiken, die Zentralbanken weltweit bei ihren Entscheidungen berücksichtigen müssten.

BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda betonte, dass die japanische Zentralbank die zugrunde liegende Inflation weiterhin nahe ihrem 2-Prozent-Ziel sieht, jedoch „gewisse Aufwärtsrisiken“ erkennt. Laut Ueda beginnen steigende Energiepreise die Verbraucherinflation zu beeinflussen, wobei ein weiterer Anstieg für Anfang nächsten Jahres erwartet wird. Obwohl die Lohnentwicklung in Japan mittlerweile mit dem Inflationsziel konsistent sei, müsse sich das 2-Prozent-Ziel erst noch als soziale Norm etablieren.

Ueda unterstrich, dass die BOJ die Maßnahmen anderer Zentralbanken sehr genau beobachte, da diese über Wechselkurse und Zinsen auch die japanische Wirtschaft beeinflussen. Für deutsche Anleger ist diese Aussage relevant, weil die japanische Geldpolitik über den Yen und die globalen Kapitalströme auch die europäischen Märkte berührt.

In Bezug auf die Geldpolitik erklärte Ueda, dass unkonventionelle Instrumente zwar positive Effekte hätten, aber kein perfekter Ersatz für Zinssenkungen seien. Sollten jedoch schwere wirtschaftliche Schocks eintreten, schloss er deren erneuten Einsatz nicht aus, wobei die Marktfunktionalität gewahrt bleiben müsse. Zudem mahnte er eine gute Balance in der Kommunikation an, um moralische Risiken an den Märkten zu vermeiden.

Ueda sieht in der KI einen positiven Nachfrageschock für Japan

Ein wesentlicher Diskussionspunkt war der Einfluss der Künstlichen Intelligenz. Ueda sieht in der KI einen positiven Nachfrageschock für Japan, der insbesondere durch den Ersatz von Arbeitskräften angesichts des dortigen Fachkräftemangels hilfreich sein könnte. IWF-Chefin Georgieva warnte hingegen vor den Risiken: Die Abhängigkeit vom KI-Investitionsboom und die hohen Bewertungen an den Märkten sorgten für Volatilität. Ein möglicher Rückgang des KI-Wachstumsimpulses müsse von Zentralbanken weltweit bei der Bekämpfung der hartnäckigen Inflation berücksichtigt werden.

Georgieva warnt vor Volatilität durch den KI-Investitionsboom

Der Markt steht derzeit unter Druck: Ein Ausverkauf bei Technologiewerten wurde durch Sorgen verstärkt, dass eine strengere Regulierung von KI-Systemen und Rechenzentren durch die US-Demokraten nach deren Sieg bei den Zwischenwahlen das Wachstum bremsen könnte. Georgieva wies darauf hin, dass der KI-Boom zwar das Wachstum stütze und negative Schocks, wie etwa durch den Nahostkonflikt, abfedere, aber gleichzeitig Inflationsdruck und Stabilitätsrisiken schüre.

Der IWF hatte bereits zuvor gewarnt, dass ein Ende des KI-Investitionsbooms das globale BIP bis 2028 um 1,1 Prozent senken könnte. Diese Zahl unterstreicht, wie stark die Weltwirtschaft inzwischen von den Investitionen in Rechenzentren und KI-Technologie abhängt. Für Anleger bedeutet das ein Spannungsfeld: Einerseits treibt der KI-Boom Wachstum und Kurse, andererseits erhöht die Konzentration auf dieses Thema die Anfälligkeit der Märkte für Rückschläge.

Abschließend äußerte Ueda Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit im Finanzsektor, da insbesondere kleinere Institute noch unzureichend gegen entsprechende Risiken gewappnet seien. Damit rückt neben Inflation und KI auch die operative Widerstandsfähigkeit der Finanzinstitute in den Fokus der Notenbanken.

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