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US-Vermögen: Die reichsten 10% ziehen immer weiter davon

Das reale Medianvermögen der reichsten zehn Prozent der Amerikaner stieg von 2022 bis 2025 um 19 Prozent.

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US-Vermögen: Die reichsten 10% ziehen immer weiter davon

Die wohlhabendsten zehn Prozent der Amerikaner haben ihr Vermögen in den vergangenen drei Jahren deutlich stärker ausgebaut als der Durchschnitt der Bevölkerung. Nach den Daten des neuesten Survey of Consumer Finances der US-Notenbank Federal Reserve legte das Medianvermögen dieser Gruppe inflationsbereinigt um 19 Prozent zu. In absoluten Zahlen ausgedrückt: Das Medianvermögen der reichsten zehn Prozent liegt rund 800.000 US-Dollar höher als noch vor drei Jahren.

Der breite Durchschnitt der Amerikaner kommt mit diesem Tempo nicht mit. Das reale Medianvermögen aller US-Haushalte stieg zwischen 2022 und 2025 lediglich um 2 Prozent. Angesichts spürbar gestiegener Lebenshaltungskosten fällt dieses Plus für viele Haushalte bescheiden aus. Wer sich in der postpandemischen Wirtschaft tatsächlich besser gestellt fühlen wollte, hatte es demnach leichter, wenn er oder sie zu den wohlhabendsten zehn Prozent gehörte.

Der Abstand zwischen Spitze und Durchschnitt wächst

Die Gegenüberstellung der beiden Zahlen macht das Ausmaß der Schere deutlich. Während die Vermögen an der Spitze inflationsbereinigt um 19 Prozent zulegten, wuchs das Medianvermögen der Gesamtbevölkerung nur um 2 Prozent. Der Unterschied zwischen beiden Raten summiert sich über drei Jahre zu einer erheblichen Lücke — und er erklärt, warum sich die Vermögensentwicklung in den USA für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen so verschieden anfühlt.

Wichtig für die Einordnung ist der Begriff des Medians. Er bezeichnet nicht den Durchschnitt aller Vermögen, sondern den Wert genau in der Mitte: Die eine Hälfte der Haushalte liegt darüber, die andere darunter. Extreme Werte am oberen Rand verzerren diese Kennzahl daher weniger stark als ein einfaches arithmetisches Mittel. Das Medianvermögen beschreibt also die typische Situation eines Haushalts in der jeweiligen Gruppe.

Die Inflationsbereinigung entscheidet über den Blick auf die Zahlen

Alle genannten Veränderungen sind real, also um die Inflation bereinigt. Das ist entscheidend, denn nominale Vermögenszuwächse sagen wenig aus, wenn gleichzeitig die Preise steigen. Erst der reale Wert zeigt, wie viel Kaufkraft ein Haushalt tatsächlich hinzugewonnen oder verloren hat. Vor diesem Hintergrund ist das Plus von 2 Prozent für die Gesamtbevölkerung zwar ein Zuwachs, aber ein kleiner.

Die Daten stammen aus dem Survey of Consumer Finances, einer regelmäßigen Erhebung der Federal Reserve zu Einkommen, Vermögen und Verschuldung US-amerikanischer Haushalte. Die Erhebung gilt als eine der detailliertesten Quellen zur Vermögensverteilung in den Vereinigten Staaten. Sie erfasst nicht nur Kontostände, sondern auch Immobilien, Aktien, Rentenansprüche und Schulden.

Für deutsche Anleger liefert der Befund einen Vergleichsmaßstab

Die Zahlen zeigen, wie stark Vermögenszuwächse in den USA zuletzt auseinanderliefen und wie wichtig es ist, die eigene Rendite nach Inflation zu betrachten. Ein nominales Plus auf dem Depot kann real deutlich kleiner ausfallen, wenn die Teuerung einen Teil des Zuwachses auffrisst. Wer seine Vermögensentwicklung beurteilen will, sollte deshalb stets die reale, also inflationsbereinigte Veränderung heranziehen.

Der Blick auf die wohlhabendsten zehn Prozent macht zudem deutlich, wie stark die Ausgangslage das Ergebnis prägt. Wer bereits über größere Vermögenswerte verfügt, profitiert stärker von Wertsteigerungen. Für die breite Mitte bleibt der Fortschritt dagegen überschaubar — ein Muster, das die aktuelle Erhebung der Federal Reserve für den Zeitraum 2022 bis 2025 dokumentiert.

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