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Deutsche Industrieproduktion überrascht im September mit deutlichem Plus

Die deutsche Industrie hat im September überraschend zugelegt und die Erwartungen der Experten klar übertroffen.

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Deutsche Industrieproduktion überrascht im September mit deutlichem Plus

Die deutsche Industrie hat im September überraschend zugelegt. Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe stieg gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Volkswirte hatten zuvor einen leichten Rückgang von 0,1 Prozent erwartet – dieser Dämpfer blieb aus.

Noch kräftiger fiel das Wachstum aus, wenn man Energie und Baugewerbe ausklammert. Die Industrieproduktion ohne diese beiden Bereiche legte um 1,7 Prozent zum Vormonat zu. Das signalisiert, dass die Dynamik vor allem aus dem industriellen Kern der deutschen Wirtschaft kam und nicht von Sondereffekten in einzelnen Sparten getragen wurde.

Die Autoindustrie treibt das Wachstum mit kräftigem Plus an

Den stärksten Beitrag lieferte die Autoindustrie mit einem Zuwachs von 17,1 Prozent im Monatsvergleich. Dieser kräftige Anstieg ist allerdings zum Teil eine Gegenbewegung zu den schwachen Sommermonaten, in denen Produktionsumstellungen und Werksferien die Fertigung gebremst hatten. Auch die Pharmaindustrie meldete nach zwei schwächeren Monaten wieder ein Plus von 8 Prozent.

Nicht alle Branchen profitierten von der Aufwärtsbewegung. Die Bauproduktion und der Maschinenbau verzeichneten im September einen Rückgang. Die Erholung fällt damit sehr unterschiedlich aus und hängt stark von einzelnen Branchen ab.

Die August-Zahlen wurden deutlich nach unten korrigiert

Ein Wermutstropfen begleitet die guten September-Zahlen: Das Wachstum im August wurde deutlich nach unten revidiert. Statt der zunächst gemeldeten 2 Prozent blieb nur ein Plus von 1 Prozent übrig. Grund für die Korrektur sind ergänzte Unternehmensdaten aus dem Baugewerbe, die erst nachträglich in die Berechnung eingeflossen sind.

"Da der Vormonatswert deutlich nach unten revidiert wurde, muss der positive Produktionszuwachs im September etwas relativiert werden", sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Die September-Zahlen sind also im Licht der schwächeren Vormonatsentwicklung zu lesen.

Das dritte Quartal bleibt insgesamt unter dem zweiten Quartal

Trotz des guten Septembers fällt die Bilanz für das gesamte dritte Quartal verhalten aus. Das Produzierende Gewerbe lag mit 0,4 Prozent unter dem Niveau des zweiten Quartals. Der starke Schlussmonat konnte die schwächere Entwicklung der vorangegangenen Monate damit nicht vollständig ausgleichen.

IMK und KfW sehen Stabilisierung, aber auch Risiken

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) wertet die Zahlen als Zeichen der Stabilisierung. "Der heute veröffentlichte Anstieg der Industrieproduktion zeigt: Die Erholung der deutschen Industrie und damit der deutschen Wirtschaft ist intakt", sagte IMK-Direktor Sebastian Dullien. Die Schwäche im Sommer sei erheblich durch Werksferien und Produktionsumstellungen bedingt gewesen.

Die KfW sieht zwar eine mögliche Verbesserung, verweist aber auf eine lange Liste an Risikofaktoren, die den Aufschwung beenden könnten, bevor er richtig ins Rollen kommt. KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher nennt als Beispiel die Nervosität der Finanzmärkte wegen der KI-Infrastruktur.

Das Bundeswirtschaftsministerium erwartet eine Belebung zum Jahresende

Das Bundeswirtschaftsministerium verweist auf die bessere Stimmung in der Industrie und hohe Auftragsbestände. Das Auslaufen produktionshemmender Sondereffekte spreche für eine Belebung zum Jahresende. Als Risiken bleiben jedoch die geopolitischen Spannungen und die gestiegenen Energiepreise bestehen.

Ein einzelner starker Monat macht noch keinen nachhaltigen Aufschwung

Für Privatanleger sind die Zahlen ein gemischtes Signal. Einerseits zeigt der September, dass die deutsche Industrie durchaus Wachstumskraft besitzt, wenn Sonderbelastungen wegfallen. Andererseits mahnen die nach unten korrigierten August-Werte und das schwächere dritte Quartal zur Vorsicht.

Wer in deutsche Industriewerte investiert ist, sollte daher weniger auf einzelne Monatszahlen als auf die längerfristige Entwicklung achten. Besonders relevant sind die Auftragseingänge, die Stimmung in den Unternehmen sowie die Energiepreise und die geopolitischen Rahmenbedingungen. Solange diese Faktoren unsicher bleiben, dürfte die Erholung der Industrie anfällig für Rückschläge bleiben.

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