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BMW im Umbruch: Nedeljkovic beschleunigt Umbau trotz neuer Gewinnwarnung

Der Autobauer senkt die Prognose für 2026 deutlich, setzt aber auf ein strafferes Sparprogramm und mehr Tempo in der Neuausrichtung.

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Der Münchner Autobauer BMW steckt in einer tiefgreifenden Transformation. Konzernchef Milan Nedeljkovic hat angesichts der anhaltenden Krise – vor allem auf dem für die Branche zentralen chinesischen Markt – eine Verschärfung des Sparprogramms und eine beschleunigte Neuausrichtung angekündigt. Trotz einer erneuten Senkung der Gewinnprognose reagierte die Börse positiv auf die angekündigten Maßnahmen.

Nedeljkovic macht Geschwindigkeit zum Leitmotiv des Umbaus

Unter dem Motto „It's all about Speed" treibt der seit etwa einem halben Jahr amtierende Konzernchef einen Kulturwandel voran. Ziel ist es, die strukturelle Langsamkeit des Konzerns durch flachere Hierarchien und effizientere Prozesse zu überwinden. Konkret gehören dazu der Abbau von 20 Prozent der Konzernmanager, mehr Autonomie für das China-Geschäft sowie der verstärkte Zukauf von Komponenten statt interner Neuentwicklungen. In der Verwaltung setzt BMW zudem verstärkt auf Künstliche Intelligenz.

Finanzvorstand Walter Mertl betonte, Geschwindigkeit sei ein entscheidender Erfolgsfaktor für die künftige Wettbewerbsfähigkeit. Die Maßnahmen sind Teil eines Umbaus, der den Konzern schneller und schlanker machen soll.

Die Umstrukturierung belastet das Ergebnis des laufenden Jahres massiv

Die beschleunigte Neuausrichtung schlägt sich deutlich in der Prognose nieder. Für 2026 rechnet BMW in der Autosparte nur noch mit einer Ebit-Marge zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent – zuvor lag die Erwartung bei 1 bis 3 Prozent. Die Sonderbelastungen durch den Stellenabbau und die beschleunigte Umstellung auf die Elektroauto-Modellgeneration „Neue Klasse" drücken die operative Marge um 2,5 Prozentpunkte.

Auch bei den Auslieferungen ist der Konzern pessimistischer geworden. BMW erwartet nun einen „moderaten" Rückgang von 5 bis 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der chinesische Markt bleibt die größte Baustelle

Wie stark BMW vom chinesischen Markt abhängt, zeigt der Gewinneinbruch im dritten Quartal. Der Umsatz sank um fast 6 Prozent auf 30,5 Milliarden Euro, das operative Ergebnis um rund 30 Prozent. In China kämpft der Konzern mit einem Absatzrückgang von etwa einem Viertel, verschärft durch intensiven Wettbewerb und Preiskämpfe. Kritiker merken an, dass BMW bei der Einführung der „Neuen Klasse" in China erneut Gefahr läuft, technologisch hinter der lokalen Konkurrenz zurückzubleiben.

Das Abfindungsprogramm stößt auf unerwartet großes Interesse

Ein Lichtblick für das Management ist das im Sommer gestartete Abfindungsprogramm. Wegen des unerwartet hohen Interesses der Mitarbeiter wurde es bereits nach drei Wochen geschlossen. Nedeljkovic wertet dies als Chance, den Umbau schneller als geplant voranzutreiben.

Analysten wie Jose Asumendi von JPMorgan begrüßen die Maßnahmen als notwendigen Schritt zur Margenstärkung. Offen bleibt jedoch die Frage, ob der radikale Umbau die Unternehmenskultur nachhaltig stärkt oder die Belegschaft überrumpelt. Details zu Dividenden und möglichen Aktienrückkäufen will BMW im neuen Jahr bekannt geben.

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