Ackmans Pershing Square meldet Quartalsverlust und sieben neue Investments
Pershing Square weist im dritten Quartal einen Nettoverlust von 19,9 Millionen Dollar aus und baut das Portfolio weiter aus.

Bill Ackmans Investmentgesellschaft Pershing Square Inc (NYSE:PS) hat im dritten Quartal einen Nettoverlust ausgewiesen. Der dem Unternehmen zurechenbare Nettoverlust belief sich auf 19,9 Millionen Dollar, nach einem Nettogewinn von 155,5 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Damit drehte das Ergebnis deutlich ins Minus.
Als Ursache nennt das Unternehmen niedrigere Performancegebühren und höhere Ausgaben, die das Wachstum der wiederkehrenden Managementgebühreneinnahmen überkompensierten. Der Umsatz sank um 14,5 Prozent auf 56,6 Millionen Dollar. Die Gesamtausgaben stiegen im Vergleich zum Vorjahr von 41,9 Millionen Dollar auf 76,7 Millionen Dollar.
Trotz des quartalsweisen Nettoverlusts meldete der Fondsmanager ein höheres gebührenbezogenes Ergebnis. Zugleich baute Pershing Square sein Anlageportfolio weiter aus: Im Laufe des Jahres 2026 wurden sieben neue Positionen eingegangen. Nach dem dritten Quartal begann das Unternehmen mit dem Aufbau einer achten Beteiligung.
Die Portfolioleistung übertraf den S&P 500 im dritten Quartal
Im dritten Quartal erzielte Pershing Square eine Rendite des Nettoinventarwerts (NAV) von 3,5 Prozent. Damit übertraf das Unternehmen den Anstieg des S&P 500 um 2,3 Prozent. Die Portfolioleistung wurde maßgeblich von Microsoft (NASDAQ:MSFT) und Meta Platforms Inc (NASDAQ:META) getrieben.
Für das Anlageportfolio erwartet Pershing Square, dass es den jährlichen Gewinn pro Aktie (EPS) über die nächsten drei bis fünf Jahre um etwa 20 Prozent steigern wird. Beim S&P 500 veranschlagt das Unternehmen für denselben Zeitraum 13 Prozent. Die Erwartung an die eigene Portfolioentwicklung liegt damit deutlich über der Vergleichsgröße des breiten US-Marktes.
Nach Einschätzung von Pershing Square hat die Begeisterung der Anleger für Unternehmen, die Infrastruktur für künstliche Intelligenz bereitstellen, die Aufmerksamkeit von anderen Geschäftsmodellen mit nachhaltigem Gewinnwachstum abgelenkt. Genau diese Verschiebung habe Chancen geschaffen, Aktien zu attraktiven Bewertungen zu erwerben. Der Fondsmanager verbindet die aktuelle Marktstimmung also mit günstigen Einstiegsmöglichkeiten außerhalb des unmittelbaren KI-Infrastrukturumfelds.
Ackman hatte Microsoft und Meta bereits 2026 zu Kernpositionen ausgebaut
Bereits am 18.02.2026 berichtete aktien.news, dass Ackman zwei Milliarden Dollar in Meta-Aktien investiert. Seine Investmentgesellschaft Pershing Square gab damals bekannt, dass sie Ende 2025 eine neue Position im Facebook-Mutterkonzern aufgebaut hatte. Die Beteiligung machte rund 10 Prozent des Fondskapitals aus, was etwa 2 Milliarden Dollar entsprach. Die Investitionsentscheidung fiel zu einem Zeitpunkt, an dem Meta-Aktien unter Druck standen und das Papier in den vergangenen sechs Monaten etwa 13 Prozent an Wert verloren hatte.
Am 16.05.2026 berichtete aktien.news, dass Ackman Microsoft-Aktien zum 21-fachen Gewinn kauft. Pershing Square gab damals bekannt, die Aktien des Technologieriesen seit Februar 2026 zu kaufen – ausgelöst durch die jüngste Marktvolatilität, die Ackman als seltene Einstiegsgelegenheit wertete. Zum Zeitpunkt der ersten Käufe wurde Microsoft mit dem 21-fachen des erwarteten Gewinns gehandelt. Laut Ackman lag diese Bewertung unter dem historischen Durchschnitt des Unternehmens.
Am 14.08.2026 berichtete aktien.news, dass Ackman den Kursverlust seines neu aufgelegten Fonds Pershing Square USA als „schlichtweg absurd" bezeichnete. Der Milliardär äußerte sich damit öffentlich zu einer Entwicklung, die Anleger und Marktbeobachter gleichermaßen beschäftigte: Ackmans Aktienfonds blieben im bisherigen Jahresverlauf hinter dem breiteren Markt zurück. Ackman hielt zuletzt seine erste Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen ab, seit er den gleichzeitigen Börsengang seines neuen Fonds Pershing Square USA sowie seiner Managementgesellschaft Pershing Square vollzogen hatte.
Am 16.08.2026 berichtete aktien.news, dass Pershing Square mit Performance-Schwäche und Kursabschlägen kämpft. Während der S&P 500 im laufenden Jahr eine Gesamtrendite von 13,7 Prozent erzielte, verzeichnete der in London gelistete Fonds Pershing Square Holdings einen Rückgang von über 4 Prozent. Auch der neu aufgelegte US-Fonds Pershing Square USA (PSUS) enttäuschte bislang: Seit seinem Debüt Ende April konnte er bis zum vergangenen Dienstag lediglich ein Plus von 0,6 Prozent erwirtschaften.
Für deutsche Anleger ist die Trennung von Gebühren- und Bewertungsergebnis entscheidend
Die aktuellen Zahlen zeigen zwei unterschiedliche Ebenen, die Anleger auseinanderhalten sollten. Auf der einen Seite steht das operative Gebührengeschäft der Managementgesellschaft, das laut Unternehmen ein höheres gebührenbezogenes Ergebnis erzielte. Auf der anderen Seite steht das Konzernergebnis, das durch niedrigere Performancegebühren und gestiegene Ausgaben ins Minus drehte. Ein Nettoverlust auf Konzernebene bedeutet daher nicht automatisch eine schwache Entwicklung des verwalteten Portfolios.
Ein zweiter Punkt betrifft die Bewertungskennzahlen. Die NAV-Rendite von 3,5 Prozent im dritten Quartal bezieht sich auf die Entwicklung des Portfoliowerts und nicht auf den Aktienkurs der börsennotierten Gesellschaft. Wie die früheren Berichte von aktien.news zeigen, können Börsenkurs und Portfolioentwicklung deutlich auseinanderlaufen – etwa beim US-Fonds PSUS, der seit seinem Debüt Ende April nur ein Plus von 0,6 Prozent erwirtschaftete, oder bei Pershing Square Holdings mit einem Rückgang von über 4 Prozent im Jahresverlauf.
Für Privatanleger, die sich mit der Aktie von Pershing Square oder den Fonds des Managers beschäftigen, sind deshalb mehrere Kennzahlen relevant: die Entwicklung des Nettoinventarwerts, die Höhe der Management- und Performancegebühren sowie die Ausgabenentwicklung. Der starke Anstieg der Gesamtausgaben von 41,9 Millionen Dollar auf 76,7 Millionen Dollar im Jahresvergleich ist dabei ein Faktor, der das Ergebnis belastet hat.
Pershing Square erwartet rund 20 Prozent jährliches Gewinnwachstum im Portfolio
Für die kommenden Jahre gibt das Unternehmen eine konkrete Erwartung an: Das Anlageportfolio soll den jährlichen Gewinn pro Aktie über die nächsten drei bis fünf Jahre um etwa 20 Prozent steigern. Beim S&P 500 liegt die entsprechende Annahme bei 13 Prozent. Ob sich diese Erwartung erfüllt, hängt maßgeblich von der Entwicklung der größten Beteiligungen ab, zu denen Microsoft und Meta Platforms zählen.
Zudem hat Pershing Square nach dem dritten Quartal mit dem Aufbau einer achten Beteiligung begonnen. Details zu diesem Engagement nennt der vorliegende Bericht nicht. Insgesamt wurden 2026 sieben neue Positionen eingegangen, was auf eine aktive Ausweitung des Portfolios hindeutet. Der Fondsmanager begründet diese Aktivität mit Bewertungschancen, die sich aus der aktuellen Fokussierung des Marktes auf KI-Infrastruktur ergeben.
Drei Begriffe aus dem Bericht lassen sich kurz einordnen
- Nettoinventarwert (NAV): Der Nettoinventarwert gibt den Wert des verwalteten Vermögens je Anteil an, also das Vermögen abzüglich der Verbindlichkeiten.
- Performancegebühr: Eine erfolgsabhängige Vergütung, die ein Fondsmanager zusätzlich zur laufenden Vergütung erhält, wenn er bestimmte Wertentwicklungsziele erreicht.
- Gewinn pro Aktie (EPS): Der auf eine einzelne Aktie entfallende Anteil des Unternehmensgewinns und eine zentrale Kennzahl zur Bewertung von Aktien.
