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US-Großbanken Q2: Was die Zahlen über Verbraucher verraten

Die Quartalsergebnisse von Bank of America, Citigroup, Wells Fargo und JPMorgan Chase geben Entwarnung für die US-Wirtschaft.

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US-Großbanken Q2: Was die Zahlen über Verbraucher verraten

Trotz anhaltender Inflationssorgen, hoher Ölpreise und geopolitischer Spannungen im Nahen Osten zeigen die Kreditkennzahlen der vier größten US-Banken ein überraschend stabiles Bild. Die Ergebnisse des zweiten Quartals 2026 von Bank of America, Citigroup, Wells Fargo und JPMorgan Chase deuten darauf hin, dass die Befürchtungen einer bevorstehenden Rezession möglicherweise übertrieben sind.

An den Finanzmärkten kursiert das Sprichwort, die Wall Street erklimme eine „Mauer der Angst". Derzeit zählen dazu vor allem die hartnäckige Inflation, die über dem Zielwert der US-Notenbank Federal Reserve liegt, sowie die Sorge, dass belastete Verbraucher ihre Ausgaben drastisch einschränken könnten. Die Quartalszahlen der Großbanken liefern nun konkrete Daten, um diese Ängste zu überprüfen.

Die entscheidenden Kennzahlen im Überblick

Zwei Kennzahlen sind besonders aussagekräftig, wenn es darum geht, finanzielle Belastungen bei Bankkunden zu erkennen: die Abschreibungsquote (Charge-off Ratio) und die Quote notleidender Kredite (Non-Performing Loan Ratio). Die Abschreibungsquote gibt an, welcher Prozentsatz der Kredite eine Bank als uneinbringlich abschreibt – also die Worst-Case-Betrachtung. Die Quote notleidender Kredite erfasst jene Kredite, die aktuell nicht mehr bedient werden und damit als Frühindikator für drohende Ausfälle gilt.

Bei der Bank of America, einem der weltweit größten Finanzinstitute, lag die Abschreibungsquote im zweiten Quartal 2026 bei 0,47 Prozent. Im ersten Quartal betrug sie noch 0,48 Prozent, vor einem Jahr sogar 0,55 Prozent. Die Richtung ist klar: Die Kunden der Bank stehen heute besser da als noch vor zwölf Monaten. Auch die Quote notleidender Kredite sank von 0,52 Prozent im Vorjahr auf 0,49 Prozent im ersten Quartal und weiter auf 0,47 Prozent im zweiten Quartal 2026.

Wells Fargo und JPMorgan mit ähnlich positiven Trends

Wells Fargo zeigt vergleichbare Entwicklungen. Die Netto-Abschreibungsquote fiel von 0,44 Prozent im Vorjahr auf 0,45 Prozent im ersten Quartal und dann deutlich auf 0,34 Prozent im zweiten Quartal 2026. Die Quote notleidender Kredite lag zuletzt bei 0,77 Prozent, nach 0,86 Prozent im ersten Quartal und im Vorjahreszeitraum.

Bei JPMorgan Chase ist das Bild etwas differenzierter, aber ebenfalls nicht beunruhigend. Die Netto-Abschreibungsquote lag im zweiten Quartal bei 1,51 Prozent, nach 1,56 Prozent im ersten Quartal. Im Vorjahr hatte sie 1,48 Prozent betragen – also kaum Bewegung. Besonders aufschlussreich ist das Kreditkartengeschäft, das oft als erster Seismograf für finanzielle Belastungen gilt: Hier sank die Quote notleidender Kredite von 1,15 Prozent im ersten Quartal auf 1,00 Prozent im zweiten Quartal 2026.

Citigroup mahnt zur weiteren Wachsamkeit

Einen leicht anderen Trend zeigt die Citigroup in ihrem Kreditkartengeschäft. Bei den Universalkarten stieg die Quote notleidender Kredite von 1,21 Prozent im Vorjahr auf 1,27 Prozent im ersten Quartal und weiter auf 1,30 Prozent im zweiten Quartal 2026. Bei den sogenannten Private-Label-Karten, die das Unternehmen für Einzelhändler ausgibt und die ein höheres Kreditrisiko tragen, lag die Quote bei 2,00 Prozent – ein Rückgang gegenüber 2,08 Prozent im ersten Quartal, aber ein Anstieg gegenüber 1,92 Prozent im zweiten Quartal 2025.

Diese Zahlen der Citigroup sind zwar kein Alarmsignal, mahnen Anleger aber zur Aufmerksamkeit. Sie unterstreichen, dass die finanzielle Gesundheit der US-Verbraucher nicht als selbstverständlich betrachtet werden darf.

Betrachtet man das Gesamtbild aller vier Großbanken, lautet das Fazit: Die US-Verbraucher befinden sich nach wie vor in einer robusten Verfassung. Dennoch empfiehlt es sich angesichts der anhaltenden geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten, die Kreditkennzahlen der Banken in den kommenden Quartalen weiterhin genau zu beobachten. Für deutsche Anleger, die in US-Bankaktien oder den amerikanischen Markt investiert sind, liefern diese Daten eine wichtige Orientierungshilfe.

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