Jes Staley vor US-Kongress: Befragung zu Epstein-Verbindungen
Der ehemalige Barclays-Chef muss sich auf dem Capitol Hill Fragen zu seiner engen Beziehung zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein stellen.

Der ehemalige Barclays-Chef Jes Staley erscheint vor dem Aufsichtsausschuss des US-Repräsentantenhauses. Die Abgeordneten wollen ihn zu seinen Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein befragen. James Comer, der republikanische Vorsitzende des Ausschusses, hatte Staley bereits Anfang des Jahres in einem Brief darüber informiert, dass die Abgeordneten davon ausgehen, er verfüge über relevante Informationen für ihre Untersuchung.
Staley war vor seiner Zeit als Barclays-Chef ab 2015 bei JPMorgan tätig, wo er die Bereiche Private Wealth und Asset Management leitete. In dieser Funktion zählte er Epstein zu seinen Top-Kunden. Staley beschrieb die Männer später als „sehr nah" und bezeichnete Epstein einst als „Freund". Dokumente des US-Justizministeriums, die Ende vergangenen Jahres veröffentlicht wurden, enthüllten zudem, dass Epstein Staley als Testamentsvollstrecker eingesetzt hatte.
Reihe von Wall-Street-Befragungen
Staley ist nicht der erste hochrangige Finanzmanager, der vor dem Ausschuss erscheint. Der Ausschuss untersucht seit mehr als einem Jahr den Umgang der US-Bundesregierung mit dem Fall Epstein. Kathy Ruemmler, die ehemalige Chefjuristin von Goldman Sachs, nahm zuletzt an einer protokollierten Befragung hinter verschlossenen Türen teil. Sie erklärte gegenüber den Abgeordneten, dass die Tausenden von E-Mails, die sie mit Epstein ausgetauscht hatte, aus dem Zusammenhang gerissen und missverstanden worden seien.
Gegen Leon Black, den Mitbegründer von Apollo Global Management, erließ der Ausschuss im vergangenen Monat zwei rechtsverbindliche Vorladungen, nachdem die Abgeordneten erklärt hatten, er habe sich geweigert, ihre Fragen zu beantworten. Die Untersuchung des Kongresses läuft dabei unabhängig von den Bemühungen des US-Justizministeriums, mehr als drei Millionen Seiten an Material im Zusammenhang mit Epstein zu veröffentlichen. Epstein wurde 2019 tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden, während er auf seinen Prozess wegen Vorwürfen des Sexhandels wartete.
Weitere Marktthemen im Überblick
Neben der Epstein-Anhörung bewegen mehrere weitere Themen die Finanzmärkte. An den globalen Anleihemärkten verschärfte sich ein Ausverkauf, der die Refinanzierungskosten großer Nationen zurück auf ihre Jahreshöchststände trieb. Auslöser war ein Anstieg der Ölpreise in Richtung 100 US-Dollar pro Barrel, der neue Sorgen vor einem globalen Inflationsschock schürte. Von Iran unterstützte Huthi-Rebellen erklärten, sie hätten zwei saudi-arabische Tanker im Roten Meer angegriffen, was einen vierjährigen Waffenstillstand gefährdet und die Energiepreise zusätzlich nach oben getrieben hat.
Google meldete für das zweite Quartal einen negativen Cashflow von 5,9 Milliarden US-Dollar. Gigantische Ausgaben für KI-Infrastruktur verwandeln den Konzern von einem anlagenarmen in ein kapitalintensives Geschäft. Das Unternehmen hob seine Prognose für die Investitionsausgaben 2026 auf 195 bis 205 Milliarden US-Dollar an, nach einer vorherigen Prognose von 180 bis 190 Milliarden US-Dollar – die Aktien reagierten im nachbörslichen Handel mit Kursverlusten.
Auch Tesla enttäuschte: Die Gewinne des Elektroautobauers sanken im zweiten Quartal unerwartet, da das Unternehmen Rabatte gewährte, um den Absatz seiner Fahrzeuge anzukurbeln. An der Wall Street sorgt zudem ein Vorschlag von Donald Trumps Social-Media-Unternehmen für Aufregung: Demnach sollen Gebühren von bis zu 100.000 US-Dollar pro Monat für den Hochgeschwindigkeitszugang zu seinen Beiträgen erhoben werden. Branchenvertreter zeigten sich schockiert über die Kosten und die potenziellen rechtlichen Risiken.
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