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Lazard-Gewinn bricht um 91% ein – Umbau belastet Ergebnis

Höherer Steuersatz und Stellenabbau bei Managing Directors drücken Lazards Quartalsgewinn auf nur noch 5 Millionen Dollar.

Lazard-Gewinn bricht um 91% ein – Umbau belastet Ergebnis

Die US-Investmentbank Lazard hat im zweiten Quartal 2026 einen drastischen Gewinneinbruch verzeichnet. Der Nettogewinn sank auf 5 Millionen Dollar bzw. 3 Cent pro Aktie – nach 55 Millionen Dollar bzw. 52 Cent pro Aktie im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Rückgang von 91%. Hauptursachen waren ein erhöhter Steuersatz sowie die laufende Umstrukturierung des Finanzberatungsgeschäfts.

Auf bereinigter Basis erzielte Lazard lediglich 12 Cent pro Aktie – weit unter den Erwartungen der Wall Street, die laut LSEG-Schätzungen bei 35 Cent lagen. Die Aktie reagierte prompt und fiel im morgendlichen Handel um knapp 3,5%. Das Unternehmen verfehlte damit die Gewinnerwartungen der Analysten deutlich.

Stellenabbau und strategische Neuausrichtung

Im Rahmen des Umbaus baut Lazard mehr als 80 Managing-Director-Positionen ab. Gleichzeitig stellt die Bank gezielt Banker in wachstumsstarken Sektoren ein, darunter Gesundheitswesen, Industrie und Verteidigungstechnologie. CEO Peter Orszag erklärte in einer Telefonkonferenz: „Es gibt gewisse Umsatzeinbußen im Zusammenhang mit den ausgeschiedenen Managing Directors, die Gegenwind verursachen." Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Umsätze der neu eingestellten und beförderten Banker bis 2027 voraussichtlich steigen werden.

Das Finanzberatungsgeschäft erwies sich im Quartal als besondere Schwachstelle. Trotz reger Aktivitäten am globalen M&A-Markt verzeichnete dieser Bereich einen Umsatzrückgang von 9%. Der erhöhte Steuersatz trug ebenfalls erheblich zur Ergebnisbelastung bei: Die Rückstellungen für Ertragsteuern beliefen sich im zweiten Quartal auf 24 Millionen Dollar. Finanzvorstand Tracy Farr betonte jedoch, dass dieser Steuersatz „nicht repräsentativ für den Steuersatz des Gesamtjahres" sei.

IPO-Beratung als neues Wachstumsfeld

Lazard plant den Ausbau seines Beratungsgeschäfts für Börsengänge (IPOs) in den USA. Die Bank will dabei Unternehmen beraten, ohne selbst als Konsortialbank aufzutreten. Der US-amerikanische IPO-Markt ist 2026 wieder deutlich aufgelebt – das spektakuläre Börsendebüt von SpaceX öffnete einer breiten Palette von Unternehmen die Tür zu den öffentlichen Märkten. Ein widerstandsfähiger Aktienmarkt und starker Anlegerappetit auf Neuemissionen haben viele Unternehmen nach jahrelangen Verzögerungen zu Börsengängen bewogen.

Orszag verwies auf die bestehende Stärke im europäischen IPO-Beratungsgeschäft und kündigte eine Neueinstellung in den USA an: „Wir verfügen über ein sehr aktives IPO-Beratungsgeschäft in Europa und haben vor Kurzem eine Neueinstellung in den Vereinigten Staaten vorgenommen, die uns die Kapazitäten gibt, ähnliche Aufgaben zu übernehmen."

Vermögensverwaltung als Lichtblick

Während das Beratungsgeschäft schwächelte, glänzte die Vermögensverwaltungssparte. Lazard meldete die besten Nettozuflüsse im ersten Halbjahr seit fast 20 Jahren sowie ein Rekordniveau beim verwalteten Vermögen. Geopolitische Spannungen, Unsicherheiten bei den Zinssätzen und rasante Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz sorgten für Marktschwankungen, die Portfolio-Umschichtungen und damit gebührenbasierte Erträge in der gesamten Asset-Management-Branche stützten.

Auf bereinigter Basis stieg der Umsatz in der Vermögensverwaltung im zweiten Quartal um 23% auf 331 Millionen Dollar. Das ließ den gesamten bereinigten Umsatz um 2% auf 786 Millionen Dollar ansteigen – und lag damit über den Analystenschätzungen von rund 757,5 Millionen Dollar. Das verwaltete Vermögen (AuM) kletterte auf 285 Milliarden Dollar, gegenüber 248 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Für Anleger bleibt abzuwarten, ob die strategische Neuausrichtung und das starke Asset-Management-Geschäft den Gegenwind aus dem Beratungssegment mittelfristig kompensieren können.

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