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SAP bringt neues System zur CO₂-Bilanzierung

Unternehmen sollen Emissionen präzise erfassen und steigende CO₂-Kosten besser steuern können

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SAP bringt neues System zur CO₂-Bilanzierung

Der deutsche Softwarehersteller SAP hat ein neues System zur CO₂-Bilanzierung vorgestellt. Dieses trägt den Namen „Green Ledger“ und soll es Unternehmen ermöglichen, ihre Emissionen mit den finanziellen Kennzahlen zu verknüpfen. Damit sollen sie in der Lage sein, den CO₂-Ausstoß auf Produkte, Dienstleistungen oder Organisationseinheiten herunterzubrechen. Der Finanzchef von SAP, Dominik Asam, betonte die Notwendigkeit, genaue Daten über Emissionen entlang der gesamten Lieferkette zu erfassen, um Investitionen zielgerichtet einsetzen zu können.

Laut Asam steht angesichts steigender CO₂-Preise viel Geld auf dem Spiel. Viele Unternehmen sind bereits verpflichtet, CO₂-Zertifikate zu kaufen, und die damit verbundenen Kosten dürften in Zukunft deutlich zunehmen. Hier sieht SAP ein wirtschaftliches Argument für die Nutzung ihrer Software. SAP hat in den vergangenen Jahren gezielt in Nachhaltigkeitslösungen investiert, konkrete Zahlen zu diesen Investitionen nennt das Unternehmen jedoch nicht.

Der Markt für CO₂-Bilanzierungssoftware wächst laut dem Analysehaus IDC stetig. Bis 2028 wird ein jährliches Umsatzwachstum von 17 Prozent erwartet, was einem Marktvolumen von rund 2,9 Milliarden Dollar entspricht. Dennoch steht SAP in diesem Bereich vor starker Konkurrenz: Große Anbieter wie Microsoft, Oracle und Salesforce bieten ähnliche Lösungen an, während spezialisierte Start-ups ebenfalls Marktanteile gewinnen möchten. Analyst Björn Stengel von IDC betonte, dass SAP langfristig durch die Verknüpfung von Finanz- und Emissionsdaten einen Wettbewerbsvorteil hat.

Ein wesentlicher Treiber für die Verbreitung von Nachhaltigkeitssoftware sind regulatorische Vorgaben. So verpflichtet die EU mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) Unternehmen zur Veröffentlichung von Nachhaltigkeitsberichten. Auch der CO₂-Grenzausgleich für Importe energieintensiver Produkte und die EU-Taxonomie-Verordnung fördern die Nachfrage nach Lösungen wie „Green Ledger“. SAP sieht diesen regulatorischen Druck als Verkaufsargument.

SAP hat mit dem Chemiekonzern Covestro einen prominenten Pilotkunden gewonnen, der das System derzeit testet. Dennoch dämpft SAP die Erwartungen auf kurzfristige Umsatzzuwächse. Die Einführung solcher Systeme sei komplex und langwierig, insbesondere in großen Unternehmen oder in Branchen mit umfangreichen Lieferketten wie der Automobilindustrie. Oft ist die Erfassung akkurater CO₂-Daten entlang der gesamten Wertschöpfungskette die größte Herausforderung. Beratungsunternehmen wie Accenture, Deloitte und EY sind deshalb an der Einführung des Systems beteiligt.

IDC-Analyst Stengel sieht in der Software von SAP eine wichtige Grundlage für eine präzisere CO₂-Bilanzierung. Bislang mangelte es häufig an zuverlässigen Daten, weshalb mit Schätzungen gearbeitet wurde. SAPs System könne hier eine neue Transparenz schaffen.

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