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Kölns Chip-Hoffnung sucht dringend Investoren

Ohne frisches Kapital droht der Verlust staatlicher Förderung in Millionenhöhe

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Kölns Chip-Hoffnung sucht dringend Investoren

Michael Gude, Geschäftsführer und Eigentümer von Cologne Chip, steht unter enormem Druck, rechtzeitig bis Jahresende einen Investor für sein Unternehmen zu finden. Ziel ist die Finanzierung eines Projekts zur Entwicklung innovativer KI-Chips, bei dem staatliche Fördermittel in Höhe von 21 Millionen Euro nur dann fließen, wenn ein privater Geldgeber bis Silvester investiert. Das Vorhaben ist Teil des EU-Programms IPCEI, das europäische Schlüsselprojekte unterstützt. Cologne Chip fehlen jedoch die finanziellen Mittel, um den Eigenanteil von 14,3 Millionen Euro aufzubringen.

Der mittelständische Halbleiterhersteller, der seit fast 30 Jahren besteht und derzeit 15 Mitarbeiter beschäftigt, hat in der Vergangenheit FPGA-Chips entwickelt, die individuell programmierbar sind. Mit Hilfe von EU- und Bundesmitteln brachte das Unternehmen einen europäischen FPGA-Chip auf den Markt, der in Dresden produziert wird. Nun plant Gude, mit einem patentierten FPGA-Chip den KI-Bereich zu erschließen und damit Europa unabhängiger von globalen Marktführern wie Nvidia zu machen, die das Geschäft dominieren.

Um die notwendigen finanziellen Mittel zu sichern, zeigt sich Gude bereit, knapp ein Viertel seines Unternehmens zu verkaufen. Er hofft, dadurch bis zu 25 Millionen Euro einwerben zu können. Dennoch stößt der promovierte Elektroingenieur bei großen europäischen Wettbewerbern und Risikokapitalgebern auf Zurückhaltung. Viele der potenziellen Investoren lehnen eine Beteiligung ab, was Gude darauf zurückführt, dass sein Unternehmen nicht als klassisches Start-up wahrgenommen wird.

Das IPCEI-Programm sieht vor allem große Konzerne wie Bosch, Infineon und Globalfoundries als Hauptnutznießer der Fördermittel vor. Cologne Chip gehört zu den wenigen kleinen Unternehmen, die den komplexen Bewerbungsprozess erfolgreich durchlaufen haben. Die Bundesregierung hat erst kürzlich eine neue Förderrunde gestartet, um den Anteil Europas an der weltweiten Chipproduktion bis 2030 zu verdoppeln. Einige Projekte, wie das eines US-Unternehmens im Saarland, wurden jedoch bereits aufgegeben, obwohl finanzielle Mittel vorhanden wären.

Sollte Cologne Chip keinen Investor finden, könnte die staatliche Förderung verfallen. Michael Gude bleibt jedoch optimistisch und arbeitet unermüdlich daran, Geldgeber von der Bedeutung seines Projekts zu überzeugen. Für ihn wäre die Zusage eines Investors das ideale Weihnachtsgeschenk, um seine Vision eines europäischen KI-Chips zu verwirklichen.

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