Digitale Währungen: Herausforderung für Zentralbanken weltweit
Risiken, Fortschritte und die Debatte um den digitalen Euro

Der Bitcoin, erstmals 2009 in Betrieb genommen, stellte die traditionellen Finanzsysteme vor eine neue Herausforderung, indem er ein dezentrales, globales Zahlungssystem etablierte. Dies führte zu Besorgnis bei Zentralbanken, da sich Kryptowährungen als potenzielle Konkurrenz für nationale Währungen etablierten. Das 2019 vorgestellte „Libra“-Projekt von Facebook, das eine digitale Zahlungsfunktion in sein Netzwerk integrieren wollte, verstärkte diesen Druck. Obwohl Libra scheiterte, löste es eine Dynamik aus, die zur Entwicklung staatlicher digitaler Währungen, sogenannter Central Bank Digital Currencies (CBDC), führte. Bislang ist jedoch der Sand Dollar auf den Bahamas das einzige digitale Zentralbankgeld, das für die breite Bevölkerung verfügbar ist.
Schweden und China gehören zu den Vorreitern auf diesem Gebiet. Schweden begann 2017 mit der Entwicklung der E-Krone, einer digitalen Währung als Alternative zum Bargeld, das in der Bevölkerung zunehmend an Bedeutung verliert. In China wurde 2020 mit Pilotprojekten für staatliches digitales Geld begonnen, um den Einfluss großer Technologiekonzerne wie Tencent auf den Zahlungsverkehr zu begrenzen. Die Europäische Zentralbank (EZB) startete 2021 offiziell ihr Projekt für einen digitalen Euro. In den USA hingegen bleibt die Begeisterung für digitale Währungen gering, da Stablecoins, die an den US-Dollar gekoppelt sind, weiterhin dominieren und keine unmittelbare Gefahr für den Dollar darstellen.
Die Entwicklung eines digitalen Euro wirft technische und strukturelle Fragen auf. Eine der Debatten dreht sich um die Nutzung der Blockchain-Technologie, die für Kryptowährungen wie Bitcoin zentral ist. Es zeichnet sich jedoch ab, dass der digitale Euro nicht auf Blockchain basieren wird. Stattdessen dürfte eine zentralisierte Buchhaltung bei der EZB oder den nationalen Zentralbanken zum Einsatz kommen. Strukturell liegt die größte Herausforderung in der Risikobewältigung während einer Finanzkrise. Ein digitaler Euro könnte in Krisenzeiten den Abzug von Bankguthaben erheblich beschleunigen und Banken destabilisieren.
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Zur AktienanalyseUm dem entgegenzuwirken, wird über individuelle Obergrenzen für digitales Bargeld diskutiert, beispielsweise 3000 Euro pro Person. Überschreitungen dieser Grenze würden auf konventionelle Bankkonten umgeleitet. Dies könnte jedoch die Attraktivität eines digitalen Euro einschränken, da die Vorteile von Zentralbankgeld nur begrenzt genutzt werden könnten. Die Frage, ob der digitale Euro so tatsächlich eine lohnenswerte Alternative darstellt, bleibt umstritten.


