Samsung strukturiert Chipgeschäft mit neuer Führung um
Rückstände bei Speicherchips und Auftragsfertigung setzen den Technologiekonzern unter Druck

Samsung hat eine umfassende Neustrukturierung seiner Führungsspitze im Chipgeschäft angekündigt, um den Herausforderungen in dieser zentralen Sparte zu begegnen. Unter anderem wurden ein neuer Leiter für die Speicherchipsparte sowie ein neuer Chef für die Auftragsfertigung ernannt. Die Umstrukturierung erfolgt vor dem Hintergrund eines Gewinneinbruchs der Halbleitersparte im dritten Quartal um 40 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Damit wurden die Erwartungen der Anleger deutlich verfehlt. Seit Jahresbeginn hat die Samsung-Aktie mehr als 25 Prozent an Wert verloren.
Die Speicherchipsparte wird künftig von Young Hyun Jun geleitet, während Han Jin Man die Verantwortung für die Auftragsfertigung übernimmt. Darüber hinaus wurde die neue Position eines Chief Technology Officers geschaffen, um die technologische Ausrichtung zu stärken. Diese Maßnahmen unterstreichen die schwierige Lage des Konzerns, der im Markt für hochwertige Speicherchips mit hoher Datenbandbreite (HBM3E), die vor allem für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz benötigt werden, hinter Konkurrenten wie SK Hynix zurückgefallen ist. Marktanalysten sehen diesen Rückstand als besonders kritisch, da solche Chips nicht nur stark nachgefragt sind, sondern auch hohe Gewinnmargen bieten.
Zusätzlich verschärfte sich der Druck auf Samsung durch die Ankündigung von SK Hynix, die Dividende in den Jahren 2025 bis 2027 um 25 Prozent zu erhöhen, was das Vertrauen der Investoren in die Geschäftsaussichten des Konkurrenten stärkte. Während Samsung mit internen Umstrukturierungen beschäftigt war, demonstrierte SK Hynix so seine Stärke und Marktführerschaft.
Im Bereich der Auftragsfertigung, wo Samsung gegen den taiwanesischen Marktführer TSMC und den US-Konkurrenten Intel antritt, bleibt die Situation herausfordernd. Laut Joanne Hsiao, Expertin bei Trendforce, bleibt TSMC aufgrund seiner Kapazitäten und niedrigen Fehlerquote der dominierende Akteur in diesem Segment. Samsung und Intel hingegen kämpfen mit dem Nachteil, dass sie sowohl eigene Chips entwickeln als auch als Auftragsfertiger auftreten, was potenzielle Kunden abschrecken könnte.
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Zur AktienanalyseDie Reaktion der Investoren auf die Neubesetzung der Führungspositionen war verhalten. Der Aktienkurs von Samsung fiel am Mittwoch um 3,4 Prozent auf 56.300 Won, was umgerechnet etwa 38 Euro entspricht. Die neue Führung steht somit vor der anspruchsvollen Aufgabe, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens in einem sich schnell wandelnden Markt wiederherzustellen.


