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Pfund unter Druck: Fragiler Waffenstillstand stützt den Dollar

Das Britische Pfund verliert 0,1 % auf 1,3392, während geopolitische Unsicherheit rund um den Iran-Waffenstillstand den Dollar stärkt.

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Pfund unter Druck: Fragiler Waffenstillstand stützt den Dollar

Das Britische Pfund notierte am Donnerstagmorgen schwächer und verlor bis 07:38 Uhr GMT rund 0,1 % auf den Kurs von 1,3392 gegenüber dem US-Dollar. Der Greenback konnte wieder an Boden gewinnen, nachdem Anzeichen für eine fragile Waffenruhe im Iran die Risk-on-Rallye der vorangegangenen Handelssitzung dämpften. Der Iran hatte auf Verstöße gegen den Waffenstillstand hingewiesen, was die Risikobereitschaft der Märkte spürbar belastete.

Die vorangegangenen Gewinne des Pfunds waren durch eine verbesserte Risikostimmung und einen breiten Ausverkauf des Dollars getrieben worden. Dieser Aufwärtstrend geriet jedoch schnell unter Druck, sobald die Nachrichten aus dem Nahen Osten die Hoffnungen auf eine nachhaltige Deeskalation trübten. Schlagzeilen über Friedensverhandlungen und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus stützen die Märkte zwar weiterhin, doch die Ungewissheit über die Beständigkeit des Waffenstillstands mahnt erneut zur Vorsicht.

Geopolitik bremst High-Beta-Währungen

Der Stimmungsumschwung hat die Dynamik bei sogenannten High-Beta-Währungen gebremst. Diese hatten zu Beginn der Woche noch eine Outperformance gezeigt, da Anleger angesichts der Erwartung geringerer Volatilität und stabiler Energiepreise verstärkt Risiken eingegangen waren. Das Pfund Sterling folgt tendenziell der globalen Risikobereitschaft und reagiert damit besonders empfindlich auf weitere geopolitische Entwicklungen.

ING-Stratege Chris Turner erklärte, dass die Bevorzugung von Währungen mit höherem Beta anhalten könnte, sofern das Deeskalationsszenario Bestand hat. Allerdings könnten zwischenzeitliche Rückschläge weiterhin Phasen der Dollar-Stärke auslösen. Für Anleger bedeutet dies, dass kurzfristige Schwankungen beim Pfund vorerst einzuplanen sind.

Fed-Protokolle zeigen hawkishen Kurswechsel

Auf der geldpolitischen Seite sorgen die jüngsten Protokolle der US-Notenbank Federal Reserve für zusätzliche Unterstützung des Dollars. Die Protokolle offenbarten einen leicht hawkishen Kurswechsel. Die Märkte preisen nun bis zum Jahresende nur noch eine Lockerung von etwa 7 Basispunkten ein – gegenüber rund 15 Basispunkten zuvor. Die Fed-Vertreter hoben dabei die beidseitigen Risiken im Zusammenhang mit dem Konflikt hervor und merkten an, dass schnellere Zinssenkungen in Betracht gezogen werden könnten, falls sich die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt deutlicher verschlechtern sollten.

Der Euro zeigte sich im Vergleich zum Pfund widerstandsfähiger. Trotz einer allgemeinen Bevorzugung von High-Beta-Währungen sorgen die hartnäckigen Zinserwartungen der Europäischen Zentralbank (EZB) für eine grundlegende Unterstützung. Die Märkte preisen weiterhin eine Straffung von fast 50 bis 60 Basispunkten bis zum Jahresende ein, was dazu beitragen könnte, dass der EUR/USD kurzfristig im Bereich von 1,1700 bis 1,1730 unterstützt bleibt.

Bank of England: Taubenhafte Wende erwartet

Im Vereinigten Königreich sieht sich das Pfund relativen Abwärtsrisiken gegenüber dem Euro ausgesetzt. Es gilt als wahrscheinlicher, dass die Bank of England zu einer taubenhaften Haltung übergeht – insbesondere wenn die Energiepreise weiter nachgeben. Da die Entscheidungsträger bereits vor dem Konflikt zu Zinssenkungen neigten, könnten die Märkte ihre Erwartungen in den kommenden Wochen weiter zurückschrauben. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den bevorstehenden Kommentaren von Gouverneur Andrew Bailey und anderen Notenbankvertretern.

In Mittel- und Osteuropa haben die Währungen ihre durch den Konflikt ausgelösten Verluste derweil weiter wettgemacht. Der polnische Zloty erholte sich kräftig, wobei weitere Gewinne eher von der geopolitischen Stabilität als von inländischen Faktoren abhängen dürften. Die polnische Nationalbank wird voraussichtlich die Zinsen unverändert lassen, was die Erwartungen einer längeren Pause in der Geldpolitik verstärkt.

Pfund SterlingGbp/UsdUs-DollarIran WaffenstillstandBank Of EnglandFederal ReserveDevisenmarkt

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