UBS setzt auf EUR/SEK-Anstieg nach schwachen Schweden-Inflationsdaten
Schwedische Inflation verfehlt Riksbank-Prognose zum vierten Mal in Folge – UBS erwartet EUR/SEK bei 11,20 zum Quartalsende.

UBS prognostiziert für das Währungspaar EUR/SEK bis Ende des zweiten Quartals einen Kurs von 11,20. Die Schweizer Großbank favorisiert kurzfristig Long-Positionen auf EUR/SEK, da die schwedische Inflation weiterhin hinter den Erwartungen zurückbleibt. Auslöser für die aktuelle Einschätzung sind die vorläufigen Inflationsdaten Schwedens für März, die erneut negativ überraschten.
Der schwedische VPIF – der Verbraucherpreisindex mit festem Zinssatz – lag im März ohne Energie bei 1,1 Prozent im Jahresvergleich. Damit blieb er sowohl unter der Prognose der schwedischen Zentralbank Riksbank von 1,5 Prozent als auch unter dem Konsens der Marktteilnehmer von ebenfalls 1,5 Prozent. Besonders bemerkenswert: Es handelt sich bereits um den vierten Monat in Folge, in dem die Inflation die Projektionen der Riksbank verfehlt.
Riksbank hält Leitzins bei 1,75 Prozent
Die Riksbank bekräftigte im vergangenen Monat ihre Einschätzung, dass der Leitzins voraussichtlich „für einige Zeit" bei 1,75 Prozent bleiben wird. Gleichzeitig ließ die Zentralbank alle Optionen offen und verwies dabei auf den Konflikt im Nahen Osten als möglichen Einflussfaktor für Wachstum und Inflation. Diese abwartende Haltung steht in einem gewissen Spannungsverhältnis zu den jüngsten Markterwartungen.
Seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten haben sich die Markterwartungen deutlich verschoben: Waren zunächst Zinssenkungen von 7 Basispunkten eingepreist, rechnen die Märkte inzwischen mit Zinserhöhungen von bis zu 75 Basispunkten bis zum Jahresende. UBS hält es jedoch für unwahrscheinlich, dass die Riksbank diese eingepreisten Erhöhungen tatsächlich umsetzt – und sieht die schwedische Zentralbank als eine der am wenigsten wahrscheinlichen Kandidatinnen für eine solche Straffung.
UBS-Prognose: Inflation sinkt im April deutlich
Die Ökonomen der UBS erwarten, dass der VPIF ohne Energie im April aufgrund einer Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel auf 0,6 Prozent im Jahresvergleich sinken wird. Bis Juli soll sich der Wert bei rund 1,0 Prozent stabilisieren, bevor er im Dezember allmählich wieder auf 1,8 Prozent ansteigt. Diese Entwicklung dürfte den Druck auf die Riksbank, die Zinsen anzuheben, vorerst begrenzen.
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Zur AktienanalyseZusätzlich verweist UBS auf den schwedischen Arbeitsmarkt als dämpfenden Faktor. Die trendbereinigte Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 8,5 Prozent – zwar unter dem Höchststand von 9,0 Prozent aus dem Jahr 2025, aber noch deutlich über dem Tiefstand von 7,2 Prozent aus den Jahren 2022 bis 2023. Laut UBS könnte der relativ schwache Arbeitsmarkt gemeinsam mit dem schwedischen System der kollektiven Lohnverhandlungen das Ausmaß begrenzen, in dem Zweitrundeneffekte der energiegetriebenen Inflation zum Tragen kommen.
Für Anleger bedeutet dies: UBS sieht strukturelle Gründe, warum die Schwedische Krone (SEK) gegenüber dem Euro kurzfristig unter Druck bleiben dürfte. Die Kombination aus anhaltend schwacher Kerninflation, einem belasteten Arbeitsmarkt und einer voraussichtlich weniger restriktiven Riksbank als vom Markt erwartet spricht nach Einschätzung der Bank für einen weiteren Anstieg des EUR/SEK-Kurses.

