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Mehrheit will höchstens acht Stunden arbeiten

Trotz klarer Präferenzen leistet fast jeder Zweite regelmäßig Überstunden

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Mehrheit will höchstens acht Stunden arbeiten

Die überwältigende Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland möchte nicht mehr als acht Stunden pro Tag arbeiten. Das geht aus einer aktuellen Befragung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor. Demnach würden rund drei Viertel der Beschäftigten ihre tägliche Arbeitszeit auf höchstens acht Stunden begrenzen, wenn sie darüber selbst entscheiden könnten. Weitere 26 Prozent würden bis zu zehn Stunden arbeiten, doch 98 Prozent lehnen es ab, darüber hinaus tätig zu sein.

Auch bei der gewünschten Tagesstruktur zeigen sich klare Präferenzen. Die meisten Beschäftigten bevorzugen einen Arbeitsbeginn zwischen 6 und 9 Uhr morgens. Besonders beliebt ist der Zeitrahmen von 7 bis 9 Uhr. Ein Arbeitsstart ab 10 Uhr oder später findet hingegen kaum Zustimmung, was offenbar mit einem entsprechend späteren Feierabend zusammenhängt. Eine große Mehrheit der Befragten gab an, ihren Arbeitstag bis spätestens 18 Uhr beenden zu wollen.

Trotz dieses deutlichen Wunsches nach einer geregelten und begrenzten Arbeitszeit zeigt die Realität ein anderes Bild. Fast die Hälfte der Beschäftigten arbeitet regelmäßig länger als acht Stunden. Weitere 36 Prozent geben an, gelegentlich Überstunden zu leisten. Nur rund 20 Prozent halten sich strikt an den Acht-Stunden-Tag. Dabei sind vor allem Beschäftigte mit Kindern häufiger gezwungen, ihre Arbeitszeit zu unterbrechen und abends weiterzuarbeiten – das trifft auf 17 Prozent dieser Gruppe zu, während nur 9 Prozent der Kinderlosen so verfahren.

Inmitten dieser Debatte will die Bundesregierung das Arbeitszeitgesetz reformieren. Geplant ist, die tägliche Höchstarbeitszeit durch eine Wochenarbeitszeit zu ersetzen. Der DGB äußert hierzu deutliche Bedenken. Vorsitzende Yasmin Fahimi warnt davor, dass Arbeitgeber bei einer solchen Regelung mehr Einfluss auf die Arbeitszeiten nehmen könnten. Für Beschäftigte ohne tariflichen Schutz bestehe die Gefahr, willkürlichen Vorgaben ausgeliefert zu sein.

Laut DGB bietet das aktuelle Arbeitszeitgesetz bereits ausreichend Flexibilität, insbesondere in Verbindung mit tarifvertraglichen Vereinbarungen. Dennoch sollen in einem Dialog zwischen Regierung und Sozialpartnern die konkreten Ausgestaltungen einer möglichen Gesetzesänderung erörtert werden. Die Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag angekündigt, einen solchen Dialog zu führen.

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