Millionen Jobs von Mindestlohnerhöhung betroffen
Frauen, Ostdeutsche und Minijobber profitieren überdurchschnittlich von geplanter Anhebung auf 14,60 Euro

Eine geplante Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 14,60 Euro pro Stunde könnte sich für Millionen Beschäftigte in Deutschland spürbar auswirken. Nach einer aktuellen Auswertung des Statistischen Bundesamts würden bis zu 6,6 Millionen Arbeitsverhältnisse von der Erhöhung profitieren. Grundlage der Berechnung ist die Lohnstatistik aus dem April 2024, nach der rund 17 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse unterhalb des ab dem Jahr 2026 vorgesehenen Mindestlohns von 13,90 Euro lagen.
Der Vorschlag der Mindestlohnkommission sieht vor, die Lohnuntergrenze in zwei Stufen anzuheben: Zunächst soll der Mindestlohn von derzeit 12,82 Euro steigen, ehe er Anfang 2027 das Zielniveau von 14,60 Euro erreicht. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas kündigte an, dieser Empfehlung folgen zu wollen. Allerdings weist das Statistische Bundesamt darauf hin, dass die tatsächlichen Effekte der Erhöhung geringer ausfallen könnten, da Lohnanpassungen nach April 2024 in den Berechnungen nicht berücksichtigt wurden.
Deutlich wird, dass insbesondere Frauen von der geplanten Erhöhung profitieren dürften. Laut Schätzung des Bundesamts liegt der Anteil der von der Anhebung betroffenen Jobs bei Frauen bei rund 20 Prozent, bei Männern hingegen nur bei 14 Prozent. Auch bei den Beschäftigungsarten zeigen sich Unterschiede: Unter den Minijobs würden rund 59 Prozent von einer höheren Lohnuntergrenze profitieren, bei Teilzeitbeschäftigten etwa 16 Prozent und bei Vollzeitstellen lediglich sechs Prozent.
Besonders stark betroffen ist das Gastgewerbe: Bis zu 56 Prozent der dortigen Arbeitsverhältnisse lägen derzeit unterhalb des künftigen Mindestlohns. Auch die Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei verzeichnen mit 43 Prozent einen hohen Anteil. Im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung wären rund 40 Prozent der Jobs von der Erhöhung betroffen.
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Zur AktienanalyseRegionale Unterschiede zeigen sich ebenfalls deutlich. In den ostdeutschen Bundesländern liegt der Anteil der betroffenen Jobs bei rund 20 Prozent, in den westdeutschen Ländern bei etwa 16 Prozent. Spitzenreiter ist Mecklenburg-Vorpommern mit 22 Prozent, gefolgt von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg und Berlin fällt der Anteil der Beschäftigten, die durch die geplante Lohnerhöhung profitieren würden, mit Werten zwischen 14 und 15,5 Prozent unterdurchschnittlich aus.


