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Massachusetts legalisiert psychedelische Therapien mit neuem Pilotprogramm

Das Repräsentantenhaus stimmte mit 148 zu 2 für ein fünfjähriges Pilotprogramm zur psychedelisch gestützten Behandlung psychischer Erkrankungen.

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Massachusetts legalisiert psychedelische Therapien mit neuem Pilotprogramm

Das Repräsentantenhaus des US-Bundesstaates Massachusetts hat einen bedeutenden Schritt in der Drogenpolitik vollzogen: Mit einer überwältigenden Mehrheit von 148 zu 2 Stimmen verabschiedeten die Abgeordneten ein Anleihegesetz in Höhe von 561 Millionen US-Dollar, das ein fünfjähriges Pilotprogramm für psychedelisch gestützte Therapien enthält. Die Reform ermöglicht es „klinisch geeigneten Patienten", „natürlich vorkommende psychedelische Substanzen" unter medizinischer Aufsicht zu nutzen.

Konkret sieht der Gesetzentwurf vor, dass Patienten die Substanzen „vor Ort durch ein multidisziplinäres Pflegeteam in einem überwachten, lizenzierten Umfeld einer Klinik für psychische Gesundheit" erhalten. Das Gesundheitsministerium des Bundesstaates (Department of Public Health) soll bis zu drei Genehmigungen an teilnehmende Kliniken vergeben. Gleichzeitig wird ein neuer „Medical Psychedelics Fund" eingerichtet, um das Programm finanziell zu unterstützen.

Psilocybin im Fokus – weitere Substanzen im Blick

Im Zentrum des Pilotprogramms stehen Psilocybin und Psilocin, für die ausdrücklich festgelegt wird, dass die bestehenden Kriminalisierungsgesetze des Bundesstaates „nicht für die medizinische Verwendung im Rahmen des Pilotprogramms gelten". Darüber hinaus sollen die Gesundheitsbehörden die Forschung zu weiteren Substanzen koordinieren und fördern – darunter Ibogain, 5-Methoxy-N,N-Dimethyltryptamin sowie MDMA.

Ziel des Programms ist die „Etablierung der besten und sichersten klinischen Praktiken für psychedelische Behandlungsprogramme" sowie die systematische „Erhebung von Daten über Patientenergebnisse". Die teilnehmenden Kliniken sind verpflichtet, Behandlungsdaten zu Depressionen, Angstzuständen, posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) und Substanzgebrauchsstörungen zu erfassen.

Um Interessenkonflikte zu vermeiden, dürfen die beteiligten Kliniken keine Verbindungen zur Cannabisindustrie, zu Pharmaunternehmen oder zu Unternehmen für die Entwicklung psychedelischer Moleküle haben. Das Gesundheitsministerium erhält die Aufgabe, umfassende Vorschriften zu erlassen – unter anderem für die Lagerung, Abgabe und Verabreichung der Substanzen sowie für die Lizenzierung von Produzenten.

Abgeordnete Decker treibt Reform voran

Die Psychedelika-Reform wurde maßgeblich von der Abgeordneten Marjorie Decker (Demokraten) vorangetrieben und als Änderungsantrag einstimmig in das größere Wirtschaftsentwicklungsgesetz integriert. „Es ist absolut beeindruckend zu sehen, dass Psychedelika unter der richtigen medizinischen Anleitung echte Behandlungsmöglichkeiten bieten, und ich wage zu behaupten, dass sie heilen", sagte Decker gegenüber dem Boston Globe. „Es ist keine lebenslange Behandlung. Es ist eine Heilung."

Decker verwies auch auf eine Durchführungsverordnung zu Psychedelika, die US-Präsident Donald Trump im April unterzeichnet hatte, und betonte die Übereinstimmung von Bundes- und Staatsebene. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass Massachusetts nicht auf Signale aus Washington gewartet habe: „Wir waren sicher kein Bundesstaat, der auf den Wind des Wandels auf Bundesebene gewartet hat, um zu entscheiden, wie wir uns um die Menschen in unserem Staat kümmern."

Rückenwind nach gescheiterter Volksabstimmung 2024

Die Gesetzgebung kommt zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt: Im Jahr 2024 hatten die Wählerinnen und Wähler in Massachusetts eine Volksabstimmungsinitiative abgelehnt, die eine weitreichende Legalisierung von Psychedelika für Erwachsene ab 21 Jahren vorgesehen hätte. Jener Entwurf hätte den legalen Besitz, Anbau und die Weitergabe von Substanzen wie Psilocybin, Ibogain und DMT erlaubt.

Befürworter des nun verabschiedeten Gesetzes sehen darin einen wichtigen Fortschritt auf einem anderen Weg. Graham Moore, Direktor für Bildungsarbeit bei der Organisation Mass Healing, sprach von einem „Triumph für eine neue Art von Politik in der Psychedelika-Bewegung, die auf Integrität, Kompromissbereitschaft und gegenseitigem, verdientem Vertrauen zwischen Basis-Aktivisten, Gesetzgebern, wissenschaftlichen Forschern, nationalen Organisationen und Philanthropen basiert."

Jamie Morey, Geschäftsführerin von Mass Healing, erklärte, ihre Organisation sei „aus der Asche der gescheiterten Abstimmungsfrage zu Psychedelika von 2024 entstanden". Sie begrüßte die Abstimmung als „Sieg für alle, die von PTBS, behandlungsresistenter Depression, Sucht und anderen schwerwiegenden psychischen und physischen Erkrankungen betroffen sind und dringend neue Behandlungsoptionen benötigen."

Das vom Repräsentantenhaus verabschiedete Wirtschaftsentwicklungsgesetz wird nun dem Senat vorgelegt und könnte anschließend Gouverneurin Maura Healey (Demokraten) zur Unterzeichnung zugehen. Ob und wann das Pilotprogramm tatsächlich in Kraft tritt, hängt damit vom weiteren Gesetzgebungsverfahren ab.

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