US-Republikaner: Marihuana macht zum „Verlierer im Leben"
Kongressabgeordneter Pete Sessions sorgt mit drastischen Aussagen über Cannabis-Konsum für Aufsehen in der US-Drogenpolitik-Debatte.

Der republikanische Kongressabgeordnete Pete Sessions (R-TX) hat mit radikalen Aussagen über den Konsum von Marihuana für Schlagzeilen gesorgt. In einem Auftritt beim Podcast „High Stakes" der Prohibitions-Organisation Smart Approaches to Marijuana (SAM) behauptete er, Cannabis „schädige die DNA", mache Konsumenten zu „Verlierern im Leben" und bringe junge Frauen in Gefahr, „angegriffen und ausgenutzt zu werden".
„Wenn Sie ein Verlierer im Leben werden wollen – wenn Sie als junge Frau in Umgebungen sein wollen, in denen Sie Gefahr laufen, angegriffen, ausgenutzt zu werden und Ihr Leben zu schädigen –, dann begeben Sie sich einfach in das Umfeld von Marihuana", sagte Sessions wörtlich. Der Abgeordnete gilt als einer der profiliertesten Gegner der Cannabis-Legalisierung im US-Kongress.
Sessions begründete seine ablehnende Haltung auch mit persönlichen Beobachtungen aus seiner Studienzeit. „Ich habe während meiner College-Zeit sehr genau wahrgenommen, wie Menschen, die Marihuana konsumierten, letztlich buchstäblich ausstiegen – aus dem Leben ausstiegen – und sich einfach für diesen Lebensstil entschieden", erklärte er. Er sehe Cannabis aus persönlicher Perspektive als „Gefahr für die Zukunft eines Menschen".
Behauptungen im Widerspruch zur politischen Realität
Besonders auffällig: Sessions behauptete, es gebe „nicht einen positiven Effekt" von Marihuana – obwohl nahezu jeder US-Bundesstaat Cannabis für medizinische Zwecke legalisiert hat. Auch die Trump-Administration hat Cannabis auf Bundesebene teilweise neu eingestuft und damit dessen therapeutischen Nutzen offiziell anerkannt. Diese Fakten ließ der Abgeordnete in seinen Ausführungen unerwähnt.
Cannabis „nistet sich ein, um Ihre Fähigkeit zu zerstören, Ihren Geist, Ihr Gehirn und Ihren Körper effektiv zu entwickeln, und es schädigt dementsprechend Ihre DNA und darüber hinaus", behauptete Sessions weiter. Er verwies zudem auf angeblich steigende Psychose-Fälle in Notaufnahmen legalisierter Bundesstaaten sowie auf ausbleibende Steuereinnahmen in Colorado, wo Cannabis seit Jahren legal ist.
Der Abgeordnete stellte Cannabis außerdem als „Einstiegsdroge" dar und zog eine direkte Verbindung zum Konsum von Heroin und Kokain. „Man sieht es am deutlichsten, wenn man sich das ganze Heroin und Kokain ansieht, das in dieses Land fließt", sagte er. Zudem bezeichnete er Marihuana als „Katalysator für Todesfälle auf der Autobahn".
Familiäre Verbindung zum Anti-Drogen-Kampf
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Zur AktienanalyseSessions verwies in dem Interview auch auf seinen Vater, den ehemaligen FBI-Direktor William Sessions. Dieser war dafür verantwortlich, den bekannten Warnhinweis „Gewinner nehmen keine Drogen" auf zahlreichen Arcade-Spielautomaten in den USA anzubringen. „Ja, direkt darunter steht: William S. Sessions, Direktor des FBI", so der Kongressabgeordnete stolz.
Politisch hat Pete Sessions seine Anti-Cannabis-Haltung aktiv in Gesetzgebungsprozesse eingebracht. Als Vorsitzender des Geschäftsordnungsausschusses des Repräsentantenhauses (House Rules Committee) blockierte er Dutzende von Änderungsanträgen zur Cannabis- und Drogenpolitik, sodass diese nicht zur Abstimmung im Plenum gelangten. Zuletzt trat er auf einer Pressekonferenz mit einer Organisation auf, die die Drogentest-Branche vertritt, und forderte das Verkehrsministerium auf, sicherheitsrelevante Arbeitnehmer auch nach der Neueinstufung auf Bundesebene weiterhin auf Marihuana zu testen.
Die Aussagen von Sessions spiegeln die anhaltend scharfe politische Spaltung in den USA rund um das Thema Cannabis-Legalisierung wider – ein Thema, das auch für internationale Investoren und die Cannabis-Branche von erheblicher Bedeutung ist.

