US-Cannabis-Debatte: Ex-Trump-Beamter fordert Hanf-THC-Verbot
Ehemaliger Heimatschutzminister Chad Wolf warnt vor Sicherheitsrisiken durch Hanf-THC – während Studien medizinisches Cannabis stärken.

Der ehemalige kommissarische US-Heimatschutzminister Chad Wolf hat den Kongress in einem Brief aufgefordert, die geplante Rekriminalisierung von Hanf-THC-Produkten beizubehalten. Wolf argumentiert, eine Rücknahme würde „ausländische kriminelle Akteure" mit Verbindungen zu China „ermutigen" und die „öffentliche Gesundheit untergraben". Der Brief richtet sich direkt an die Gesetzgeber und unterstreicht, wie politisch aufgeladen die Cannabis-Debatte in den USA weiterhin ist.
Gleichzeitig sorgte der republikanische Abgeordnete Pete Sessions aus Texas mit drastischen Aussagen für Aufsehen. Sessions behauptete, Marihuana „schädige die DNA", mache Konsumenten zu „Verlierern im Leben" und führe dazu, dass junge Frauen „ausgenutzt werden". Sein Fazit: „Es gibt keinen einzigen positiven Effekt dieses Marihuanas." Solche Aussagen stehen im scharfen Kontrast zu aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Neue Studie stützt medizinisches Cannabis
Eine aktuelle Studie kommt zu einem anderen Schluss: Medizinisches Cannabis ist demnach „wirksam" bei der Verringerung der Schwere des Restless-Legs-Syndroms. „Verbesserungen wurden nach 1 und 3 Monaten der Behandlung beobachtet und blieben nach einem Jahr bei Patienten, die die Therapie fortsetzten, bestehen", heißt es in der Untersuchung. Das Restless-Legs-Syndrom ist eine neurologische Erkrankung, die Millionen Menschen weltweit betrifft und den Schlaf erheblich beeinträchtigt.
Auch aus der Justiz kommen bemerkenswerte Signale: Ein Bundesrichter am US-Berufungsgericht für den vierten Bezirk erklärte in einer übereinstimmenden Meinung zu einem Waffenfall, die vermutete Verbindung zwischen Cannabis und Schusswaffen sei „in dieser Ära der weit verbreiteten Marihuana-Legalisierung nicht mehr haltbar". Dies zeigt, wie die zunehmende Legalisierung auf Bundesstaatsebene auch die Rechtsprechung beeinflusst.
Entwicklungen auf Bundesstaatsebene
In Massachusetts steht eine politische Auseinandersetzung bevor: Die staatliche Wahlrechtskommission prüft eine neue Anfechtung von Unterschriften für eine Initiative, die das bestehende Legalisierungsgesetz rückgängig machen soll – obwohl andere Staatsbeamte die Zulassung für die Abstimmung im November bereits zertifiziert hatten.
In New Jersey unterzeichnete Gouverneurin Mikie Sherrill ein Haushaltsgesetz, das rund 82 Millionen US-Dollar aus Marihuana-Einnahmen verschiedenen Programmen zuweist. Das verdeutlicht, wie Cannabis-Steuereinnahmen zunehmend zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben genutzt werden. In Kansas hingegen lehnten republikanische Gouverneurskandidaten bei einer Debatte einhellig die Legalisierung von Marihuana ab.
In Virginia sorgt ein Haushaltsgesetz für Verwirrung: Aktuelle und ehemalige Gesetzgeber streiten darüber, ob Bestimmungen zur Legalisierung des Freizeitverkaufs versehentlich alle Cannabis-Strafen für ein Jahr aufgehoben haben. Staatsanwälte, die zunächst Bedenken geäußert hatten, erklärten jedoch, dass Maßnahmen der Code Commission das Problem inzwischen gelöst hätten.
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Zur AktienanalysePsilocybin und Psychedelika gewinnen an Bedeutung
Über Cannabis hinaus gewinnt das Thema Psychedelika politisch an Fahrt. Jessica Nielson, Vorsitzende der Task Force für psychedelische Medizin in Minnesota, beschreibt, dass der Bundesstaat kurz davor steht, Psilocybin-Therapien für bedürftige Patienten zugänglich zu machen. „Die Frage, ob ein Programm für den therapeutischen Zugang zu Psilocybin geschaffen werden soll, dreht sich nicht um das Ob, sondern um das Wie der Umsetzung", so Nielson.
Senator John Fetterman aus Pennsylvania sprach sich ebenfalls öffentlich für die Legalisierung von Marihuana und Psychedelika aus. Die Debatte in den USA zeigt damit deutlich: Cannabis und verwandte Substanzen bleiben eines der meistdiskutierten politischen Themen – mit weit auseinandergehenden Positionen zwischen Befürwortern und Gegnern.


