Insider-Geschäfte: GameStop-CEO Cohen kauft für 22,7 Millionen Dollar
Ryan Cohen stockt seine Beteiligung an GameStop deutlich auf – während andere Führungskräfte bei Dell, Bumble und Everpure kräftig verkaufen.

Die Insider-Transaktionen des Mittwochs an den US-Märkten zeigen ein gemischtes Bild: Während einige Führungskräfte und Großaktionäre ihre Anteile ausbauten, nutzten andere die jüngsten Kursgewinne für umfangreiche Verkäufe. Im Mittelpunkt stand dabei GameStop, wo CEO Ryan Cohen mit dem größten Einzelkauf des Tages für Aufsehen sorgte.
Cohen, der bei dem Videospielhändler die Ämter des Präsidenten, CEO und Aufsichtsratsvorsitzenden vereint, erwarb am 13. Oktober 2026 insgesamt 844.130 Aktien der Class A Common Stock. Der Gesamtwert der Transaktion belief sich auf 22.774.727 US-Dollar, wobei die Papiere zu Preisen zwischen 26,75 und 27,00 Dollar pro Stück gekauft wurden. Nach diesen Zukäufen hält Cohen direkt 42.492.652 Aktien des Unternehmens.
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: GameStop notierte zum Kaufzeitpunkt nahe seinem 52-Wochen-Hoch von 27,53 Dollar. Die Aktie verzeichnete seit Jahresbeginn eine Rendite von 35,6 Prozent und zeigte in den vergangenen Monaten eine starke Kursdynamik. Das Unternehmen kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von 13,73 Milliarden Dollar und wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 18,01 gehandelt. Die Analyseplattform InvestingPro stuft GameStop auf dem aktuellen Niveau als überbewertet ein, bewertet die finanzielle Gesundheit des Unternehmens mit ihrem Financial Health Score jedoch als „GREAT" (hervorragend).
Weitere Käufe: New ERA, Inhibrx und Mission Produce
Neben GameStop meldeten drei weitere Unternehmen Insider-Käufe. Bei New ERA Energy & Digital kaufte Direktor und 10-Prozent-Eigentümer Kent C. McCarthy am 9. Oktober 2026 insgesamt 250.000 Stammaktien für 1.192.350 Dollar, zu einem Erwerbspreis von 4,7694 Dollar je Aktie. Nach dem Kauf hält McCarthy indirekt 9.550.000 Stammaktien. Diese werden direkt von AMC Fund, L.P. gehalten, das von KCM Capital, Inc. kontrolliert wird – einer Firma, die wiederum von McCarthy kontrolliert wird. Er besitzt ein finanzielles Interesse an einem Teil dieser Wertpapiere, da er 27,86 Prozent des Eigenkapitals an AMC hält, während KCM 0,05 Prozent hält.
Bei Inhibrx Biosciences erwarb CEO und Direktor Mark Lappe Stammaktien im Gesamtwert von rund 848.976 Dollar am 14. Oktober 2026. Die Transaktionen umfassten den Kauf von 10.040 Aktien über verschiedene Trusts, zu berichteten gewichteten Durchschnittspreisen zwischen 84,0707 und 85,76 Dollar pro Aktie. Die individuellen Transaktionspreise lagen zwischen 83,61 und 85,62 Dollar. Die Aktie handelt aktuell bei 85,26 Dollar und spiegelt damit eine Rendite von 145 Prozent im vergangenen Jahr wider. Die InvestingPro-Analyse legt jedoch nahe, dass die Aktie im Vergleich zur Fair-Value-Schätzung überbewertet ist; sie erscheint auf der Liste der am stärksten überbewerteten Werte.
Mission-Produce-Direktor Luis A. Gonzalez baute sein Engagement ebenfalls aus und kaufte Aktien im Wert von rund 594.785 Dollar. Laut einer Einreichung bei der US-Börsenaufsicht SEC erwarb er insgesamt 52.022 Stammaktien durch indirekten Besitz, und zwar am 9. und 12. Oktober 2026 zu Preisen zwischen 11,22 und 11,59 Dollar. Die Aktien wurden indirekt über Beldar Enterprises gekauft. Während Gonzalez die Stimm- und Verfügungsrechte über diese Aktien teilt, liegt das volle finanzielle Interesse bei Rosario Del Pilar Vallejos Hinojosa; Gonzalez hat kein direktes finanzielles Interesse daran. Der Zeitpunkt ist bemerkenswert, da die Mission-Produce-Aktie in den vergangenen sechs Monaten um rund 21 Prozent gesunken ist und in der Woche vor den Transaktionen um 5,6 Prozent nachgab. Das Unternehmen notiert mit einer Marktkapitalisierung von 1,04 Milliarden Dollar.
Verkäufe bei Everpure, Dell und Bumble
Auf der Verkaufsseite sticht Everpure hervor: Chief Visionary Officer und Direktor John Colgrove veräußerte Aktien im Gesamtwert von rund 30,8 Millionen Dollar. Die am 12. und 13. Oktober 2026 ausgeführten Transaktionen umfassten 200.000 Aktien der Class A Common Stock zu Preisen zwischen 151,37 und 157,05 Dollar – nahe dem 52-Wochen-Hoch von 157,57 Dollar. Alle Verkäufe erfolgten gemäß einem Rule-10b5-1-Handelsplan, den Colgrove am 8. Januar 2026 angenommen hatte. Die Aktien wurden indirekt über verschiedene Trusts gehalten, darunter The EEC Irrevocable Trust, The RWC Irrevocable Trust und The Colgrove Family Charitable Remainder Trust. Dem gingen ein Kursanstieg von 121 Prozent in sechs Monaten und ein Plus von 111 Prozent seit Jahresbeginn voraus.
Bei Dell Technologies meldeten gleich zwei verbundene Gesellschaften größere Verkäufe von Class C Common Stock. Silver Lake Partners IV, L.P. und verbundene Unternehmen, die kollektiv als Direktoren und 10-Prozent-Eigentümer gemeldet sind, veräußerten am 9. Oktober 2026 Papiere im Wert von rund 29,4 Millionen Dollar – 50.769 Aktien zu Preisen zwischen 572,87 und 589,28 Dollar. Darin enthalten waren 1.800 Aktien, die direkt von Egon Durban gehalten wurden, einem Dell-Direktor und CEO der Silver Lake Group, L.L.C., zu einem gewichteten Durchschnittspreis von 586,40 Dollar. Die übrigen 48.969 Aktien wurden indirekt über Silver Lake Partners IV, L.P. gehalten. Die Dell-Aktie war im vergangenen Jahr um 290 Prozent gestiegen, schloss am Tag vor den Transaktionen jedoch bei 576,76 Dollar – unterhalb des jüngsten 52-Wochen-Hochs von 595,51 Dollar. Das KGV liegt bei 29,5, das PEG-Verhältnis bei nur 0,2.
SL SPV-2, L.P., ebenfalls Direktor und 10-Prozent-Eigentümer, meldete zusammen mit verbundenen Unternehmen den Verkauf von 40.308 Aktien für rund 25,8 Millionen Dollar am 9. Oktober 2026, zu Preisen zwischen 572,87 und 589,28 Dollar. Dell-Aktien sind seit Jahresbeginn um 359 Prozent gestiegen und handeln derzeit bei 507,93 Dollar. Die InvestingPro-Analyse stuft Dell als überbewertet ein.
Bei Bumble verkauften zwei verbundene Gesellschaften signifikante Pakete. BX Buzz ML-1 GP LLC, ein 10-Prozent-Eigentümer, veräußerte am 13. Oktober 2026 insgesamt 2.765.510 Aktien der Class A Common Stock für rund 9,79 Millionen Dollar zu einem Preis von 3,5423 Dollar je Stück. Seit dem Verkauf ist die Bumble-Aktie auf 5,97 Dollar gestiegen – ein Plus von 69 Prozent und nahe dem 52-Wochen-Hoch von 5,98 Dollar. Der feste Preis von 3,5423 Dollar wurde nach Abschluss einer Absicherungsphase im Zusammenhang mit einer nachgelagerten Vorwärtstransaktion bestimmt, deren ursprünglicher Vertrag gemäß einem Rule-10b5-1-Handelsplan am 26. November 2025 angenommen wurde.
Auch Blackstone Holdings III GP Management L.L.C., 10-Prozent-Eigentümer und Direktor, meldete den Verkauf von 2.763.510 Aktien der Class A Common Stock für rund 9,79 Millionen Dollar am 13. Oktober 2026, ebenfalls zu 3,5423 Dollar je Stück. Die Bumble-Aktie hat allein in der vergangenen Woche eine außergewöhnliche Rendite von 138,8 Prozent erzielt. Laut InvestingPro wirkt die Aktie auf aktuellem Niveau fair bewertet.
Für Anleger bleibt die Beobachtung von Insider-Geschäften ein wichtiges Instrument. Insider-Käufe können Vertrauen in die künftige Entwicklung eines Unternehmens signalisieren, während Verkäufe nicht zwangsläufig Pessimismus bedeuten – Führungskräfte veräußern Aktien häufig aus persönlichen Gründen wie der Portfolio-Diversifizierung oder im Rahmen geplanter Transaktionen nach Rule 10b5-1. Die Verfolgung dieser Transaktionen hilft dennoch, die Handlungen derjenigen zu verstehen, die über die intimsten Kenntnisse der Geschäfte und Aussichten ihrer Unternehmen verfügen.
