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SanDisk vor Quartalszahlen: Lohnt sich der Einstieg am 29. Oktober?

Der Speicherriese SanDisk legt am 29. Oktober seine Zahlen vor – Anleger blicken gespannt auf Umsatz, Marge und neue Verträge.

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SanDisk vor Quartalszahlen: Lohnt sich der Einstieg am 29. Oktober?

Der Speicherspezialist SanDisk (SNDK) existierte vor zwei Jahren noch gar nicht als eigenständiges Unternehmen – heute zählt er zu den wichtigsten Playern in der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI). Die Aktie ist im laufenden Jahr 2026 bislang um beeindruckende 566% gestiegen. Seit Mitte des Jahres fällt es dem Unternehmen jedoch zunehmend schwer, die Marktstimmung zu befriedigen. Am 29. Oktober veröffentlicht SanDisk die Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 – ein Termin, auf den Anleger weltweit blicken.

SanDisk stellt zahlreiche Speicherprodukte her, darunter die seit Jahren beliebten SD-Speicherkarten. Der aktuelle Boom speist sich jedoch aus einem anderen Segment: Das Unternehmen ist einer der wenigen großen Hersteller von NAND-Flashspeicherprodukten, die für KI-Anwendungen entscheidend sind. Der zugrunde liegende Zyklus verlief so rasant, dass Richtung und Ausmaß zum Zeitpunkt der Abspaltung kaum absehbar waren. Western Digital, das SanDisk 2016 übernommen hatte, gliederte das Flash-Speicher-Geschäft im Februar 2025 aus und stellte es als eigenständige SanDisk neu auf.

In den ersten Monaten nach dem Börsengang schlummerte die Aktie noch als unrentables Unternehmen. Mit dem beschleunigten Ausbau der KI-Rechenzentren, dem wachsenden Speicherbedarf von KI-Prozessoren und der Knappheit von NAND als kritischem Gut drehte das Bild jedoch. Das Wachstum ist seither phänomenal: Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 3. Juli endete, stieg der Umsatz um erstaunliche 372% im Vergleich zum Vorjahr. Die Bruttomarge erreichte 84,6%, und das operative Einkommen kletterte von 18 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf mehr als 7 Milliarden US-Dollar.

Neues Geschäftsmodell soll Zyklizität abfedern

Der Speichermarkt galt historisch als stark zyklisch. Das Management plant, dieser Schwankungsanfälligkeit mit einem angepassten Modell und einem Fokus auf Innovation zu begegnen. Es hat begonnen, Verkaufsverträge unter dem neuen Geschäftsmodell abzuschließen. Bis zum Ende des vierten Quartals konnte SanDisk mehrjährige Vereinbarungen mit acht Kunden vorweisen – das verspricht zuverlässigere Einnahmequellen als in der Vergangenheit. Zusätzlich arbeitet das Unternehmen mit dem Wettbewerber SK Hynix zusammen, um Speicherkomponenten zu standardisieren, wovon beide Seiten profitieren sollen. Auch die eigene NAND-Technologie wird laufend aktualisiert, um die Marktführerschaft zu behaupten.

Was am 29. Oktober erwartet wird

Kurzfristig dürfte das Wachstum sehr hoch bleiben. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellt das Management einen Umsatz von 10,55 Milliarden US-Dollar im Mittelwert in Aussicht – ein Anstieg von 346% gegenüber dem Vorjahr. Die Bruttomarge soll bei etwa 84% liegen. Die Wall Street erwartet ein Ergebnis je Aktie (EPS) von 46,27 US-Dollar, nach 1,22 US-Dollar im Vorjahr. SanDisk neigt historisch dazu, die Erwartungen zu übertreffen.

Die Aktie liegt derzeit mehr als 35% unter ihrem Sommerhoch. Eine deutliche Übertreffung könnte den Kurs kurzfristig beflügeln. Die Marktreaktion wird jedoch von vielen Faktoren abhängen – insbesondere von der aktualisierten Guidance des Managements und allen Hinweisen auf zusätzliche neue Geschäftsmodellvereinbarungen. Nach einigen Maßstäben ist die SanDisk-Aktie nicht teuer und handelt unter dem 22-Fachen der TTM-Gewinne. Käme ein EPS-Zuwachs von mehr als 40 US-Dollar hinzu, könnte die Aktie springen, ohne dass sich das Bewertungsverhältnis ändert.

Für deutsche Anleger bleibt die Einschätzung zwiespältig: Ein Kursanstieg nach den Zahlen wäre nicht überraschend, doch angesichts der hohen Volatilität der Aktie erscheint ein vorsichtiger Ansatz ratsam. Wer vor dem 29. Oktober einsteigt, sollte sich der Schwankungsbreite bewusst sein.

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