General Motors legt Q3-Zahlen vor: Das erwartet die Wall Street
Der US-Autobauer veröffentlicht am Dienstag vor Börsenbeginn seine Quartalszahlen. Analysten erwarten 3,63 US-Dollar Gewinn je Aktie.

General Motors wird am Dienstag vor Börsenbeginn seine Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlichen. Der Detroiter Automobilhersteller setzt damit die Reihe der Quartalsberichte der großen US-Autobauer fort. Die Wall Street hat ihre Erwartungen bereits formuliert: Laut den von LSEG zusammengestellten Durchschnittsschätzungen rechnen Analysten mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 3,63 US-Dollar und einem Umsatz von 48,70 Milliarden US-Dollar.
Sollten diese Schätzungen erfüllt werden, würde das einen relativ flachen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr bedeuten. Beim bereinigten Gewinn je Aktie hingegen stünde ein Anstieg von rund 30 Prozent zu Buche. Die Zahlen des Vorjahresquartals liefern die Vergleichsbasis: Im dritten Quartal 2025 wies GM einen Umsatz von 48,59 Milliarden US-Dollar aus, einen dem Aktionär zurechenbaren Nettogewinn von 1,3 Milliarden US-Dollar sowie bereinigte Gewinne je Aktie von 2,80 US-Dollar.
Im Anschluss an die Veröffentlichung hält das GM-Management um 8:30 Uhr Eastern Time (ET) eine Telefonkonferenz mit Analysten ab. Dort dürften nicht nur die zurückliegenden drei Monate zur Sprache kommen, sondern auch die Perspektiven für das laufende und das kommende Geschäftsjahr.
Die Details
Die Erwartungen der Wall Street basieren auf den durchschnittlichen Schätzungen von LSEG. Sie lauten im Einzelnen: ein bereinigter Gewinn je Aktie von 3,63 US-Dollar und ein Umsatz von 48,70 Milliarden US-Dollar. Beide Werte sind Schätzungen und keine bereits veröffentlichten Unternehmenszahlen.
Die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr stammen aus dem dritten Quartal 2025. Damals erzielte GM einen Umsatz von 48,59 Milliarden US-Dollar. Der dem Aktionär zurechenbare Nettogewinn lag bei 1,3 Milliarden US-Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie bei 2,80 US-Dollar. Aus diesen Werten ergibt sich rechnerisch die vom Quelltext genannte Entwicklung: ein nahezu unveränderter Umsatz und ein Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie um rund 30 Prozent, falls die Analystenschätzungen eintreffen.
Neben den reinen Ergebniskennzahlen richten sich die Blicke der Anleger auf mehrere operative Themen. Dazu zählen Updates zur Markteinführung der neu gestalteten Full-Size-Pickup-Trucks, Verbesserungen bei den Garantieleistungen sowie etwaiges signifikantes Wachstum in den Software- und Servicebereichen von GM.
Ein zentraler Punkt ist die Prognose für das Gesamtjahr. GM hatte bei der Veröffentlichung der Ergebnisse des zweiten Quartals seine Prognose für 2026 angehoben. Sie umfasst nun ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwischen 14 Milliarden und 16 Milliarden US-Dollar sowie bereinigte Gewinne je Aktie von 12 bis 14 US-Dollar. Für den bereinigten freien Cashflow aus dem Automobilgeschäft liegt die Prognose zwischen 9,5 Milliarden und 11,5 Milliarden US-Dollar.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 21.07.2026 berichtete aktien.news, dass die Wall Street den Q2-Zahlen von General Motors mit hohen Erwartungen entgegensah. Damals rechneten Analysten laut LSEG mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 3,20 US-Dollar und einem Umsatz von 47,01 Milliarden US-Dollar. Erfüllte Erwartungen hätten einen Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie um mehr als 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet, während beim Umsatz ein leichter Rückgang erwartet wurde. Auch damals hielt das GM-Management um 8:30 Uhr Ortszeit (ET) eine Telefonkonferenz ab.
Ebenfalls am 21.07.2026 meldete aktien.news, dass General Motors nach einem starken zweiten Quartal seine Jahresziele anhob. Der Konzern profitierte vor allem vom robusten Heimatmarkt in Nordamerika, wo die Nachfrage nach SUVs und Pick-up-Trucks weiterhin stark war und die Verkaufspreise stabil blieben. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) kletterte um 30 Prozent auf 3,9 Milliarden US-Dollar, der Umsatz legte um zwei Prozent auf 48 Milliarden US-Dollar zu. Der Nettogewinn fiel dagegen deutlich schwächer aus, was auf Umbaukosten im Zusammenhang mit der Elektroauto-Produktion zurückgeführt wurde.
Am selben Tag berichtete aktien.news zudem, dass GM seine Gewinnprognose trotz sinkender Absatzzahlen anhob. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um knapp zwei Prozent, obwohl die Zahl der in den USA verkauften Fahrzeuge im gleichen Zeitraum um sieben Prozent zurückging. Erklärt wurde dieses scheinbare Paradox mit der konsequenten Neuausrichtung des Konzerns auf größere und teurere Fahrzeugsegmente – die Strategie lautet: weniger, aber profitablere Fahrzeuge verkaufen.
Bereits am 27.04.2026 hatte aktien.news über die Erwartungen an die Q1-Ergebnisse der drei großen US-Autobauer berichtet. General Motors, Ford und Stellantis befanden sich damals in sehr verschiedenen Situationen. Erschwerend kamen steigende Öl- und Rohstoffkosten infolge des Iran-Krieges sowie eine nachlassende Verbrauchernachfrage nach Neufahrzeugen hinzu. GM galt dabei als der stabilste der drei Konzerne; die Analysten erwarteten laut LSEG einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,61 US-Dollar.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist der Blick auf die GM-Zahlen vor allem deshalb interessant, weil der Konzern als Indikator für die Verfassung der US-Automobilindustrie gilt. Die Aktie wird an der New Yorker Börse gehandelt und ist in vielen europäischen Depots über US-Indexfonds indirekt vertreten. Die Zahlen liefern damit Hinweise auf die Entwicklung des gesamten Sektors.
Die Analystenschaft ist gespalten, ob GM, das während des Jahres regelmäßig seine Prognosen angehoben hat, dies auch am Dienstag tun wird. Als Gründe für die Skepsis nennt der Quelltext Bedenken wegen rückläufiger Verkaufszahlen und steigender Rohstoffkosten. JPMorgan-Analyst Rajat Gupta schrieb in einem Investorenbrief vom 11. Oktober: „Zwar erwarten wir für das dritte Quartal 2026 (3Q26) Ergebnisse, die im Rahmen oder leicht darüber liegen, aber der Fokus der Anleger dürfte auf den Revisionen für 2027 liegen, und wir sehen keine Ergebnisse, die zu einer bedeutenden Aufwärtskorrektur führen.“
Damit verschiebt sich die Aufmerksamkeit von den reinen Quartalszahlen auf die Frage, wie sich das Geschäft im kommenden Jahr entwickeln soll. Die Wall Street schätzt das kommende Jahr für die US-amerikanische Automobilindustrie als schwierig ein. Anleger sollten daher sowohl die veröffentlichten Kennzahlen als auch die Aussagen des Managements in der Telefonkonferenz genau verfolgen.
Ausblick
Konkrete Termine und Planzahlen stehen bereits fest. Die Veröffentlichung der Q3-Ergebnisse erfolgt am Dienstag vor Börsenbeginn, die Analystentelefonkonferenz um 8:30 Uhr Eastern Time. Investoren werden darauf achten, ob GM seine Prognose für 2026 anhebt und ob es erste Hinweise auf die Erwartungen für das kommende Jahr gibt.
Die bestehende Prognose für 2026 umfasst ein bereinigtes EBIT zwischen 14 Milliarden und 16 Milliarden US-Dollar, bereinigte Gewinne je Aktie von 12 bis 14 US-Dollar sowie einen bereinigten freien Cashflow aus dem Automobilgeschäft zwischen 9,5 Milliarden und 11,5 Milliarden US-Dollar. Ob diese Ziele angehoben werden, ist offen. Zusätzlich stehen Updates zur Markteinführung der neu gestalteten Full-Size-Pickup-Trucks, zu Verbesserungen bei den Garantieleistungen und zu möglichem signifikantem Wachstum in den Software- und Servicebereichen aus.
Der Quelltext weist darauf hin, dass es sich um eine sich entwickelnde Nachricht handelt. Weitere Updates werden nach der Veröffentlichung erwartet.
Kurz erklärt
- Bereinigter Gewinn je Aktie: Gewinn pro Aktie, bei dem Sonderposten herausgerechnet werden, um die operative Ertragskraft vergleichbar zu machen.
- Bereinigtes EBIT: Ergebnis vor Zinsen und Steuern ohne Sondereffekte, eine Kennzahl für die operative Profitabilität.
- Bereinigter freier Cashflow: Zahlungsmittelüberschuss aus dem operativen Geschäft nach Investitionen, bereinigt um Sondereffekte.
