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EU-Hybridquoten: Chinesische Importe begrenzt, Europas Autobauer wieder interessant

Ein vorläufiges Abkommen begrenzt chinesische Hybrid-Exporte nach Europa auf 350.000 Fahrzeuge pro Jahr.

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EU-Hybridquoten: Chinesische Importe begrenzt, Europas Autobauer wieder interessant

Die Europäische Union und China haben Berichten zufolge eine vorläufige Vereinbarung getroffen, die chinesische Exporte von Hybridfahrzeugen nach Europa begrenzen soll. Demnach soll das Volumen über die nächsten vier Jahre auf 350.000 Fahrzeuge pro Jahr gedeckelt werden. Zum Vergleich: Für das Jahr 2026 wird bislang mit rund 800.000 Importen gerechnet. Die Maßnahmen könnten die Marktanteilsgewinne chinesischer Hersteller im kommenden Jahr deutlich ausbremsen.

Die Analysten von Citi rechnen damit, dass das Kontingent die chinesischen Original Equipment Manufacturers (OEMs) zu einer Reihe von Anpassungen zwingt. "Wir sind der Ansicht, dass dieses Kontingent chinesische Original Equipment Manufacturers (OEMs) dazu zwingt, die Produktion zu lokalisieren, die Preisstrategien und Modellstrategien in der EU anzupassen sowie die Zuwächse bei den chinesischen Marktanteilen zu reduzieren", zitiert die Nachrichtenagentur die Citi-Analysten in einer aktuellen Einschätzung.

Für europäische Autohersteller könnte sich die Lage dadurch grundlegend ändern. Das Wettbewerbsrisiko aus China habe die Titel vieler europäischer Autobauer für viele Anleger "uninvestierbar" gemacht, heißt es bei Citi. Die neue Gesetzgebung könnte die europäischen Hersteller dagegen wieder "investierbar" machen. Das ist ein bemerkenswerter Stimmungsumschwung für eine Branche, die zuletzt vor allem unter Preisdruck und wachsender Konkurrenz aus Fernost gelitten hatte.

J. P. Morgan sieht Vorteile für Renault, VW und Stellantis

Auch die Analysten von J. P. Morgan bewerten die Maßnahmen positiv. Die Europäische Kommission führe Regelungen zur Beschränkung der Hybridimporte aus China nach Europa ein, was Massenherstellern wie Renault, Volkswagen, Stellantis sowie deren Zulieferern zugutekommen sollte. Die Bank erwartet, dass die Regeln die Preissetzungsmacht in Europa stärken und möglicherweise zu einer moderaten Verbesserung der Marktanteile bei den größten europäischen Herstellern führen. Auch J. P. Morgan verweist auf die Begrenzung der Hybridimporte auf 350.000 Einheiten, verglichen mit einer geschätzten Laufleistung von 800.000 Fahrzeugen.

Die chinesischen Hersteller dürften auf die Quote mit verstärkter lokaler Produktion reagieren. J. P. Morgan erwartet, dass Autobauer wie BYD, Leapmotor, Geely und Chery ihre Produktionskapazitäten in Europa schnell ausbauen und Importe durch lokale Montage ersetzen. Damit würde sich das Wettbewerbsumfeld in Europa strukturell verändern, auch wenn die chinesischen Anbieter langfristig präsent blieben.

Ein weiterer Punkt des Abkommens betrifft die Klimaziele. Berichten zufolge skaliert die neue Vereinbarung statt eines vollständigen Ausstiegs aus Verbrennungsmotoren das CO2-Reduktionsziel für 2035 auf 90 Prozent herunter. Ausgleichszahlungen durch alternative Kraftstoffe sind demnach nicht erforderlich.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung besonders relevant, weil Volkswagen und seine Zuliefererkette zu den größten und meistgehandelten Werten im DAX gehören. Eine Begrenzung der chinesischen Hybridimporte könnte den Preisdruck auf dem Heimatmarkt mildern und den europäischen Herstellern mehr Spielraum bei Modell- und Preispolitik verschaffen.

Ob die vorläufige Vereinbarung tatsächlich in dieser Form umgesetzt wird, ist noch offen. Die Analystenhäuser stützen ihre Einschätzungen auf Medienberichte über das Abkommen. Sollten die Maßnahmen greifen, würde sich die bisherige Dynamik sinkender chinesischer Importpreise und steigender Marktanteile zumindest verlangsamen.

Neben der Autoindustrie bleibt der Blick der Anleger weiterhin auf die US-Inflation und den Technologiesektor gerichtet. Starke Inflationsdaten hatten zuletzt die Sorge geschürt, die Federal Reserve könnte die Zinsen anheben und damit die Finanzierungskosten für Kredite erhöhen, mit denen viele Unternehmen KI-Projekte finanzieren. Diese Zinsunsicherheit belastet derzeit die Bewertung von KI-infrastrukturwerten, während die grundlegende Nachfrage nach künstlicher Intelligenz laut dem Vermögensverwalter Eastspring Investments robust bleibt.

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