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Fed-Vertreter signalisieren mögliche Zinserhöhungen wegen wachsender Inflationsrisiken

Mehrere Fed-Vertreter schließen Zinserhöhungen nicht aus, falls der Nahost-Konflikt die Inflation weiter anheizt.

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Fed-Vertreter signalisieren mögliche Zinserhöhungen wegen wachsender Inflationsrisiken

Die US-Notenbank Federal Reserve steht vor einer geldpolitischen Kehrtwende. Mehrere Fed-Vertreter signalisierten am Freitag, dass die Zentralbank die Zinsen möglicherweise anheben muss, falls der Krieg im Nahen Osten zu einem anhaltenden Anstieg der ohnehin hohen Inflation führt. Besonders bemerkenswert: Selbst die als taubenhaft geltende Fed-Vizevorsitzende Michelle Bowman schloss eine Änderung ihres geldpolitischen Ansatzes nicht aus.

Bowman äußerte sich auf einer Konferenz in Island und verwies auf den Iran-Konflikt als potenziellen Inflationstreiber. „Es scheint noch zu früh zu sein, um das Ausmaß und die Beständigkeit der wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Konflikts abzuschätzen", sagte sie. Sie fügte jedoch hinzu: „Sollten die Störungen bis weit in die zweite Jahreshälfte hinein andauern, könnten wir breitere Auswirkungen auf die Inflation sehen." Bowman erklärte, sie würde in einem solchen Szenario „eine Änderung meines Ansatzes bei der Abwägung der Risiken in Betracht ziehen" – ohne jedoch explizit Zinserhöhungen zu fordern.

Inflationsdaten verschärfen den Druck auf die Fed

Die aktuellen Wirtschaftsdaten unterstreichen die Sorgen der Notenbanker. Ein Inflationsindikator der New York Fed, der die zugrunde liegende Inflationsdynamik messen soll, sprang im April auf 4,0 Prozent – nach 3,5 Prozent im März. Zusätzlich zeigten am Donnerstag veröffentlichte US-Regierungsdaten, dass der Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) – ein bevorzugtes Inflationsmaß der Fed – im April auf Jahresbasis von 3,5 auf 3,8 Prozent gestiegen ist. Beide Werte liegen deutlich über dem Fed-Ziel von 2 Prozent.

Die Finanzmärkte gehen derzeit davon aus, dass der nächste Schritt der Fed eine Anhebung des Leitzinses aus der aktuellen Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent sein wird. Vor Ausbruch des Konflikts mit dem Iran, der massive Lieferkettenprobleme und einen sprunghaften Anstieg der Energiepreise ausgelöst hat, hatten Fed-Vertreter noch über Zinssenkungen nachgedacht. Die geldpolitische Lage hat sich damit grundlegend verändert.

Anna Paulson, Präsidentin der Philadelphia Fed, betonte in einer Rede vor einer Unternehmensgruppe in New Jersey, dass die Geldpolitik angesichts des „unannehmbar hohen Preisdrucks" und der wirtschaftlichen Unsicherheit „gut positioniert" sei. Sie fügte hinzu, dass die Fed bereit sei, „zu reagieren". Paulson hält es für „gesund", dass Marktteilnehmer sowohl Szenarien mit einem längeren Zinsstopp als auch solche mit weiterer Straffung einkalkulieren.

Kansas City Fed erwägt auch Bilanzabbau als Instrument

Jeffrey Schmid, Präsident der Kansas City Fed, äußerte sich auf derselben Konferenz wie Bowman besonders deutlich. Seine „Hauptsorge gilt der Inflation, die zu heiß ist und zu lange über dem Zielwert lag", sagte er. Schmid betonte, dass die klassische Lehrbuchstrategie – einen Energieschock als vorübergehend zu behandeln – derzeit nicht tragfähig sei.

Schmid brachte zudem die Fed-Bilanz als zusätzliches geldpolitisches Instrument ins Spiel. „Vielleicht betrachten wir die Bilanz erneut als ein weiteres Instrument, um eine gewisse Restriktion zu schaffen", sagte er und deutete an, dass ein neuer Abbau der Fed-Bestände wirtschaftlichen Gegenwind erzeugen könnte. Diese Position dürfte im Widerspruch zu Fed-Chef Kevin Warsh stehen, der sich skeptisch gegenüber dem Einsatz der Anleihebestände zur Ergänzung der Zinspolitik geäußert hat.

Die Handlungsspielräume beim Bilanzabbau sind jedoch begrenzt. Die Bedingungen am Geldmarkt und das Instrumentarium der Fed zur Zinskontrolle setzen Grenzen, wie weit die Bestände reduziert werden können, ohne Marktvolatilität auszulösen. Die Zentralbank baut derzeit sogar Liquidität wieder auf, nachdem sich die Bedingungen Ende des vergangenen Jahres verschärft hatten.

Für deutsche Anleger und Investoren mit US-Engagements bedeutet die neue Tonlage der Fed: Die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen in den USA schwindet. Stattdessen rückt das Risiko weiterer Zinserhöhungen in den Vordergrund – mit potenziellen Auswirkungen auf Anleihe- und Aktienmärkte weltweit.

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