Fed-Mitglied Schmid warnt vor Verharmlosung des Ölpreisschocks
Fed-Präsident Schmid sieht Inflation als zu heiß an und schließt restriktivere Geldpolitik – auch über Zinsen hinaus – nicht aus.

Fed-Mitglied Jeff Schmid hat in einer Rede vor einer Konferenz in Island eindringlich vor einer zu optimistischen Einschätzung des aktuellen Ölpreisanstiegs gewarnt. „Meine Hauptsorge gilt der Inflation, die zu heiß ist und sich schon zu lange über dem Zielwert befindet", sagte Schmid. Er betonte, dass er wenig von der Annahme halte, der jüngste Preisanstieg sei innerhalb eines akzeptablen Zeithorizonts vorübergehend.
Schmid machte deutlich, dass sein Fokus weiterhin klar auf der Inflationsbekämpfung liegt. „Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, in unserer Wachsamkeit nachzulassen", sagte er mit Blick darauf, wie lange die Inflation bereits über dem 2-Prozent-Ziel der US-Notenbank verharrt. Diese Aussage unterstreicht die zunehmend hawkishe Haltung innerhalb der Fed, die sich auch in den Markterwartungen widerspiegelt.
Bilanz der Fed als mögliches Instrument
In Kommentaren nach seiner offiziellen Rede deutete Schmid an, dass die Notenbank prüfen müsse, wie die Geldpolitik restriktiver gestaltet werden könne – und zwar über die reine Zinspolitik hinaus. „Wir sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht sehr restriktiv, und ich denke, es gibt einen Dialog darüber, dass wir anfangen müssen zu prüfen, welche Instrumente wir haben, um sie wirklich ein wenig restriktiver zu machen", sagte er.
Konkret brachte Schmid die Fed-Bilanz als zusätzliches geldpolitisches Werkzeug ins Spiel. „Vielleicht betrachten wir die Bilanz erneut als ein weiteres Instrument, um eine gewisse Restriktion zu schaffen", sagte der Beamte. Ein erneuter Abbau der Fed-Bestände könnte demnach den erforderlichen Gegenwind für das Wirtschaftswachstum erzeugen.
Für die nächste Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) im kommenden Monat wird allgemein erwartet, dass die Fed ihr Zinsziel unverändert zwischen 3,5 und 3,75 Prozent belässt. Bemerkenswert ist dabei der Stimmungswandel an den Märkten: Während Investoren zuvor noch Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf eingepreist hatten, rechnen viele Marktteilnehmer inzwischen sogar mit einer möglichen Zinserhöhung.
Ölschock trifft auf bereits hohe Inflation
Innerhalb der Fed sind die Meinungen gespalten. Einige Vertreter haben erklärt, dass eine straffere Geldpolitik zur Debatte steht, falls die Inflation nicht nachlässt. Andere hingegen argumentieren, dass das Ende der Zinssenkungserwartungen an den Märkten, gepaart mit strafferen Finanzierungsbedingungen, vorerst ausreichend Zurückhaltung biete.
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Zur AktienanalyseViele Fed-Vertreter erwarten, dass der Inflationsdruck im weiteren Jahresverlauf nachlässt. Dieser Ausblick basiert jedoch auf der Hoffnung einer raschen Beilegung des von Präsident Donald Trump begonnenen Iran-Krieges – eine Annahme, die Schmid offensichtlich skeptisch betrachtet.
In seiner Rede wies Schmid auch darauf hin, dass die USA im Vergleich zur Vergangenheit zwar weniger anfällig für Energieschocks seien, höhere Benzinpreise aber dennoch die Kaufkraft der Verbraucher beeinträchtigten. Zudem stellte er fest, dass US-Energieunternehmen trotz höherer Ölpreise nicht dazu übergehen, die Produktion zu steigern. „In den letzten zehn Jahren sind meine Kontakte zu einer weitaus größeren Kapitaldisziplin übergegangen und zögern, die Produktion zu erhöhen, solange die Preise so unsicher bleiben", sagte Schmid.
Trotz aller Inflationssorgen zeigte sich Schmid beim Blick auf die Konjunktur verhalten optimistisch. „Die meisten Wirtschaftsindikatoren deuten auf ein anhaltend stetiges Wachstum hin", sagte er und ergänzte, dass er den Arbeitsmarkt als im Gleichgewicht betrachte – ungeachtet potenzieller, bislang noch nicht realisierter Störungen durch Künstliche Intelligenz.


