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EU-Kommission eröffnet Verfahren gegen Shopping-Plattform Shein

Drei zentrale Vorwürfe: Illegale Produkte, süchtig machendes Design und mangelnde Transparenz

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EU-Kommission eröffnet Verfahren gegen Shopping-Plattform Shein

Die Europäische Kommission hat ein offizielles Untersuchungsverfahren gegen die Shopping-Plattform Shein eingeleitet. Der in China gegründete und heute in Singapur ansässige Konzern steht wegen möglicher Verstöße gegen das EU-Gesetz über Digitale Dienste (DSA) im Fokus der Behörden. Mit rund 145 Millionen aktiven Nutzern pro Monat in der EU im Jahr 2025 zählt Shein zu den größten Online-Plattformen und unterliegt damit strengen Auflagen.

Im Zentrum der Untersuchung stehen drei konkrete Vorwürfe. Erstens prüft die Kommission, ob Shein ausreichende Maßnahmen ergreift, um den Verkauf illegaler Produkte zu verhindern. Besonders brisant: Im französischen Online-Shop waren zeitweise kindlich aussehende Sexpuppen erhältlich, die Material für sexuellen Kindesmissbrauch darstellen können. Auch Waffen tauchten bereits im Sortiment auf.

Die EU-Behörde geht von einem systemischen Risiko für europäische Verbraucher aus. Nach den geltenden Digitalgesetzen sind große Plattformen verpflichtet, aktiv gegen illegale Angebote vorzugehen und betroffene Händler zu verwarnen oder zu sperren. Die bisherigen Vorfälle deuten darauf hin, dass diese Pflichten möglicherweise nicht ausreichend erfüllt werden.

Aggressive Verkaufstaktiken im Visier

Der zweite Untersuchungsschwerpunkt betrifft das Plattform-Design. Die Kommission vermutet, dass Shein durch aggressive Verkaufstaktiken bewusst ein suchterzeugendes Umfeld schafft. Spielelemente, Countdown-Timer und Belohnungssysteme sollen Nutzer möglichst lange auf der Plattform halten und zum Kauf animieren.

Die Frage lautet, ob ausreichende Sicherheitsmaßnahmen existieren, um negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Nutzer zu minimieren. Gerade beim Verbraucherschutz sieht die EU-Kommission erhebliche Risiken. Die europäischen Digitalgesetze verpflichten große Online-Plattformen explizit dazu, solche Gefahren zu begrenzen.

Transparenz bei Empfehlungen gefordert

Der dritte Kritikpunkt betrifft die Transparenz der Empfehlungssysteme. Shein muss offenlegen, nach welchen Kriterien Produkte und Inhalte bestimmten Nutzern vorgeschlagen werden. Zudem ist die Plattform verpflichtet, eine Option anzubieten, die mit weniger persönlichen Daten auskommt.

Der Konzern, der gleichzeitig als Hersteller, Händler und Marktplatz agiert, hat wiederholt beteuert, sich an die EU-Vorgaben halten zu wollen. Mit der offiziellen Verfahrenseröffnung sammelt die Kommission nun weitere Beweise und fordert detaillierte Informationen von Shein an.

Bleiben die Verstöße gegen EU-Recht belegbar, drohen dem Unternehmen empfindliche Konsequenzen. Die Kommission kann zunächst einstweilige Maßnahmen anordnen und im Extremfall Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen. Für Investoren und Marktbeobachter dürfte das Verfahren die Frage aufwerfen, wie nachhaltig das aggressive Wachstumsmodell von Shein in einem zunehmend regulierten Marktumfeld sein kann.

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