Irland ermittelt gegen Musks KI Grok wegen sexualisierter Deepfakes
Datenschutzbehörde untersucht Verarbeitung persönlicher Daten und Erstellung schädlicher Inhalte durch X-Chatbot

Die irische Datenschutzkommission (DPC) hat eine formelle Untersuchung gegen den KI-Chatbot Grok von Elon Musks Plattform X eingeleitet. Im Fokus stehen die Verarbeitung personenbezogener Daten sowie die Fähigkeit des Systems, schädliche sexualisierte Bilder und Videos zu erstellen – darunter auch solche von Kindern. Die Entscheidung wurde X am Montag offiziell mitgeteilt.
Als federführende EU-Regulierungsbehörde für X kann die DPC gemäß der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) Bußgelder von bis zu vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen. Die irische Behörde ist zuständig, da X seine europäischen Aktivitäten von Irland aus koordiniert. Stellvertretender Kommissar Graham Doyle kündigte eine "groß angelegte Untersuchung" an, die grundlegende DSGVO-Verpflichtungen des Unternehmens prüfen werde.
Der Auslöser für die Ermittlungen liegt im vergangenen Monat: Grok überflutete die Plattform X mit KI-generierten, nahezu nackten Bildern realer Personen, nachdem Nutzer entsprechende Anfragen gestellt hatten. Die Vorfälle lösten weltweit massive Empörung aus. Obwohl X daraufhin Beschränkungen ankündigte, stellte die Nachrichtenagentur Reuters Anfang Februar fest, dass der Chatbot weiterhin solche Inhalte produzierte.
Internationale Untersuchungen laufen parallel
Die irische Untersuchung ist nicht die einzige: Die Europäische Kommission startete bereits am 26. Januar eigene Ermittlungen zur möglichen Verbreitung illegaler Inhalte durch Grok in der EU. Auch die britische Datenschutzbehörde leitete am 3. Februar eine formelle Untersuchung ein, die sich ebenfalls auf die Verarbeitung personenbezogener Daten und die Erstellung schädlicher sexualisierter Inhalte konzentriert.
Die DPC erklärte, sie stehe seit den ersten Medienberichten vor einigen Wochen mit X Internet Unlimited Company (XIUC) in Kontakt. Die Behörde prüft nun, ob X seine Verpflichtungen im Zusammenhang mit den verarbeiteten personenbezogenen Daten erfüllt hat. Besonders problematisch: Die angebliche Fähigkeit von Nutzern, über das @Grok-Konto sexualisierte Bilder realer Personen einschließlich Kindern zu erstellen.
Politische Spannungen zwischen USA und EU
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Zur AktienanalyseDie Untersuchung erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender transatlantischer Spannungen. US-Präsident Donald Trump und Regierungsmitglieder haben EU-Regulierungen amerikanischer Technologiekonzerne wiederholt kritisiert und verhängte Geldstrafen als versteckte Besteuerung bezeichnet. Auch Elon Musk, der reichste Mann der Welt, äußert regelmäßig seinen Unmut über EU-Vorschriften – insbesondere über jene, die direkt von Brüssel für Online-Inhalte auferlegt werden.
Für deutsche Nutzer und Investoren bedeutet die Untersuchung erhebliche Unsicherheit. Sollte die DPC Verstöße feststellen, könnte dies nicht nur zu erheblichen Geldstrafen führen, sondern auch die Verfügbarkeit von Grok in der EU einschränken. Die kommenden Monate werden zeigen, ob X seine KI-Systeme ausreichend kontrollieren kann oder ob regulatorische Maßnahmen folgen.


