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Microsoft und Ericsson gründen Trusted Tech Alliance gegen digitale Abschottung

15 Technologiekonzerne vereinen sich, um globale Standards für digitales Vertrauen zu etablieren.

Microsoft und Ericsson gründen Trusted Tech Alliance gegen digitale Abschottung

Microsoft und Ericsson haben gemeinsam mit 13 weiteren Technologieunternehmen die "Trusted Tech Alliance" ins Leben gerufen. Die am Freitag in Stockholm vorgestellte Initiative soll der zunehmenden digitalen Abschottung zwischen Ländern entgegenwirken und einheitliche Standards für vertrauenswürdige Technologie schaffen. Zu den Gründungsmitgliedern zählen neben den beiden Initiatoren auch Amazon Web Services, Google, SAP, Nokia sowie weitere namhafte Konzerne aus verschiedenen Kontinenten.

Die Allianz basiert auf fünf Kernprinzipien: starke Corporate Governance, ethisches Handeln, sichere Technologieentwicklung, Einhaltung globaler Sicherheitsstandards in allen Lieferketten sowie die Förderung eines offenen digitalen Umfelds. "Wir befinden uns in einer Zeit, in der viele Regierungen unter Druck stehen, stärkere technologische Grenzen zu ziehen", erklärte Microsoft-Präsident Brad Smith gegenüber Reuters. Die Initiative stelle einen konzertierten Vorstoß dar, um einen hohen Standard zu setzen und klar zu definieren, was digitales Vertrauen bedeutet.

Hintergrund der Gründung ist die zunehmend isolationistische Politik der USA unter Präsident Donald Trump. Diese hat in Europa und Asien Diskussionen über digitale Souveränität verstärkt. Regierungen erwägen neue Regulierungen und nationale Investitionsstrategien, um die Abhängigkeit von US-amerikanischen und anderen ausländischen Technologieanbietern zu reduzieren. Die Trusted Tech Alliance positioniert sich als Alternative zu dieser Entwicklung.

Ericsson-Chef warnt vor Handelshemmnissen

Ericsson-CEO Börje Ekholm warnte vor den Gefahren einer zu engen Auslegung von digitaler Souveränität. "Wenn man es als Etikett verwendet, kann es tatsächlich ein Handelshemmnis sein", sagte Ekholm. Es gebe keine Länder auf diesem Planeten, die alleine vollständig souverän sein könnten. Die Gespräche zwischen Ericsson und Microsoft über die Gründung der Allianz begannen bereits Mitte 2024.

Die Mitgliedsunternehmen decken ein breites Spektrum ab: von Konnektivität über Cloud-Infrastruktur und Halbleiter bis hin zu Software und künstlicher Intelligenz. Neben den bereits genannten Unternehmen gehören auch Anthropic, Indiens Reliance Jio Platforms, das kanadische Unternehmen Cohere sowie die japanische NTT zur Allianz. Die geografische Vielfalt der Mitglieder unterstreicht den globalen Anspruch der Initiative.

Selbstverpflichtung statt staatlicher Regulierung

Unternehmen, die der Allianz beitreten, werden die Einhaltung der Prinzipien selbst bestätigen. Brad Smith betonte jedoch, dass die Grundsätze auch Bestimmungen für unabhängige Bewertungen enthalten. "Wir werden wissen, dass wir erfolgreich sind, wenn der aktuelle Trend der technologischen Abgrenzung zwischen den Ländern ein Gegengewicht in unserem Handeln findet", erklärte der Microsoft-Präsident.

Die Initiative ist der erste konzertierte Vorstoß einer Gruppe globaler Unternehmen, um Bedenken hinsichtlich der Datenspeicherung und digitalen Sicherheit zu adressieren. Ob die Selbstverpflichtung der Technologiekonzerne ausreicht, um das Vertrauen von Regierungen und Bürgern zurückzugewinnen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Allianz steht grundsätzlich weiteren Mitgliedern offen, die sich den fünf Kernprinzipien verpflichten.

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