Cornish Metals plant 135 Millionen Pfund Finanzierung und sichert Glencore-Abkommen
Cornish Metals will 135 Millionen Pfund einsammeln und hat mit Glencore eine Zinn-Abnahmevereinbarung über South Crofty geschlossen.

Das an der Londoner AIM notierte Bergbauunternehmen Cornish Metals plant eine Finanzierung in Höhe von 135 Millionen Britischen Pfund. Das Angebot richtet sich an neue und bestehende institutionelle Anleger. Die Nettoerlöse will das Unternehmen in die Entwicklung der Zinnmine South Crofty in Cornwall verwenden.
Parallel dazu hat Cornish Metals seine Finanzierung durch eine Abnahmevereinbarung abgesichert. Gemeinsam mit seiner Tochtergesellschaft South Crofty hat das Unternehmen ein Offtake-Abkommen mit dem Rohstoffkonzern Glencore geschlossen. Dieses umfasst eine Mindest-Gesamtliefermenge von 27.513 metrischen Tonnen Zinninhalten ab Produktionsbeginn für einen Zeitraum von sechs Jahren. Nach Angaben des Unternehmens deckt die Vereinbarung den gesamten Umfang der geplanten Zinnkonzentratproduktion aus South Crofty ab.
Zu der geplanten Kapitalerhöhung gehören bedingte Direktzeichnungen von Glencore International in Höhe von 11,2 Millionen Pfund. Ebenfalls beteiligt sind Vision Blue Resources, der National Wealth Fund sowie bestimmte Direktoren des Unternehmens. Damit versammelt Cornish Metals auf der Eigenkapitalseite sowohl einen globalen Rohstoffhändler als auch staatliche und private Finanzierungspartner.
Die Details
Bereits am 7. Mai hatte Cornish Metals erfolgreich abgeschlossene, überzeichnete Platzierungen von 210 Millionen US-Dollar neuer sechsjähriger, kündbarer senior secured Nordic Bonds mit einer jährlichen Verzinsung von 13,5 Prozent bekannt gegeben. Die Platzierung endete am 6. Mai und stieß auf starke Nachfrage seitens der Anleger in europäischen, nordamerikanischen und anderen internationalen Märkten. Am 5. August wurden die Nordic Bonds zum Handel im Nordic ABM zugelassen.
Der entscheidende Punkt liegt in der Struktur dieser Anleihe. Die Erlöse aus der Ausgabe der Nordic Bonds werden auf einem Treuhandkonto verwahrt. Abrufen kann das Unternehmen sie erst, wenn die aufschiebenden Bedingungen für die Freigabe aus dem Treuhandkonto erfüllt sind.
Eine wichtige aufschiebende Bedingung ist, dass Cornish Metals bis zum 21. November eine Eigenkapitalfinanzierung in Höhe von mindestens 161 Millionen US-Dollar abgeschlossen hat. Diese Frist gilt, sofern sie nicht mit Zustimmung der Bondinhaber verlängert wird. Die nun geplante Kapitalerhöhung würde diese Bedingung erfüllen, sofern die Aktionäre sie auf einer Hauptversammlung am 9. November durch ordnungsgemäß gefasste Beschlüsse genehmigen. Der US-Dollar-Gegenwert des geplanten Finanzierungsvolumens liegt bei etwa 188 Millionen US-Dollar und damit über der geforderten Mindestschwelle. Die Kapitalerhöhung zusammen mit den Erlösen aus den Nordic Bonds, sobald diese abgerufen werden können, positioniert Cornish Metals nach eigenen Angaben so, dass South Crofty mittelfristig bis zur ersten Produktion in der Mitte des Jahres 2028 entwickelt werden kann.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 15.05.2026 berichtete aktien.news, dass Cornish Metals besicherte Kreditfazilitäten in Höhe von insgesamt rund 52 Millionen Britischen Pfund vereinbart hat. Als Finanzierungspartner traten der National Wealth Fund und Vision Blue Resources auf. Die Mittel sollten die weitere Entwicklung des zu 100 Prozent unternehmenseigenen Zinnprojekts South Crofty in Cornwall vorantreiben. Der Bericht ordnete die Vereinbarung als Folge der am 7. Mai bekannt gegebenen erfolgreichen Platzierung von Nordic Bonds im Wert von 210 Millionen US-Dollar ein und wies darauf hin, dass bis zu rund 16 Millionen Britische Pfund aus den neuen Fazilitäten auf ein Treuhandkonto eingezahlt werden, das im Zusammenhang mit diesen Anleihen eingerichtet wurde.
Am 14.09.2026 meldete aktien.news einen prominenten Neuzugang für das Flaggschiffprojekt: Juan Kemp wurde mit sofortiger Wirkung zum Geschäftsführer (Managing Director) des Zinnprojekts South Crofty in Cornwall ernannt. Der erfahrene Bergbau-Manager zeichnet seither für die Bereiche Bergbau, Aufbereitung, Sicherheit sowie die allgemeine Geschäftsleistung des Projekts verantwortlich und berichtet direkt an Don Turvey, den Chief Executive Officer (CEO) von Cornish Metals. Die Ernennung erfolgte in einer entscheidenden Phase für das Unternehmen.
Am 23.09.2026 berichtete aktien.news, dass Glencore von der US-Regierung als Gründungspartner für den Start von VaultCo ausgewählt wurde. Dabei handelt es sich um eine strategische Reserve für kritische Mineralien, die darauf abzielt, die Lieferketten in den USA zu stärken. Die Export-Import-Bank der Vereinigten Staaten (EXIM) hat dem Vorhaben Mittel in Höhe von 500 Millionen US-Dollar zugesagt. Das Modell der öffentlich-privaten Partnerschaft kombiniert die Finanzierungskapazität der EXIM mit der operativen Expertise von Glencore, der kritische Mineralien beschaffen, einkaufen und liefern sowie strategische Lagerbestände aufbauen soll.
Bereits am 31.07.2026 hatte aktien.news über Orion Minerals berichtet. Das an den Börsen in Johannesburg und Australien notierte Bergbauunternehmen stand damals kurz vor dem Abruf der ersten Tranche einer mit Glencore vereinbarten Vorauszahlungsfazilität über insgesamt 250 Millionen US-Dollar. Die erste Tranche umfasst 40 Millionen US-Dollar und sollte voraussichtlich bis Ende August zum Abruf bereitstehen.
Was das für Anleger bedeutet
Die Finanzierung von South Crofty steht auf zwei Säulen: einer Eigenkapitalerhöhung und einer bereits platzierten, aber noch nicht verfügbaren Anleihe. Für Aktionäre ist wichtig, dass die 135 Millionen Pfund neue Aktien bedeuten und die Beteiligung der bestehenden Anteilseigner verwässern können. Gleichzeitig haben sich mit Glencore International, Vision Blue Resources und dem National Wealth Fund prominente Zeichner gefunden, die sich an der Kapitalerhöhung beteiligen wollen.
Auffällig ist die Bedingungskette. Das Geld der Nordic Bonds liegt auf einem Treuhandkonto und fließt erst, wenn bis zum 21. November eine Eigenkapitalfinanzierung von mindestens 161 Millionen US-Dollar abgeschlossen ist. Die Verzinsung der Anleihe von 13,5 Prozent jährlich und diese Treuhandstruktur zeigen, wie eng die Mittelverwendung an Meilensteine geknüpft ist. Die Hauptversammlung am 9. November ist damit der zentrale Termin für den weiteren Finanzierungsfahrplan.
Auf der Absatzseite reduziert das Offtake-Abkommen mit Glencore das Vermarktungsrisiko: Die Mindestliefermenge von 27.513 metrischen Tonnen Zinninhalten deckt laut Unternehmen die gesamte geplante Konzentratproduktion ab. Wer in Bergbauprojekte investiert, sollte jedoch beachten, dass die erste Produktion erst für die Mitte des Jahres 2028 angesetzt ist. Bis dahin fallen Kosten an, ohne dass Erlöse aus dem Zinnverkauf gegenüberstehen. Dieser Beitrag ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Ausblick
Die nächsten Schritte sind zeitlich klar umrissen. Am 9. November sollen die Aktionäre über die Kapitalerhöhung abstimmen. Bis zum 21. November muss die Eigenkapitalfinanzierung von mindestens 161 Millionen US-Dollar abgeschlossen sein, andernfalls ist eine Verlängerung nur mit Zustimmung der Bondinhaber möglich. Erst danach kann Cornish Metals die Erlöse der Nordic Bonds aus dem Treuhandkonto abrufen.
Für das operative Geschäft liegt der Fokus auf der Entwicklung von South Crofty bis zur ersten Produktion in der Mitte des Jahres 2028. Verantwortlich dafür ist seit dem 14.09.2026 Managing Director Juan Kemp, der direkt an CEO Don Turvey berichtet.
Kurz erklärt
- Offtake-Abkommen: Vertrag, in dem ein Produzent einem Abnehmer künftige Fördermengen zum Kauf zusagt.
- Treuhandkonto (Escrow): Konto, auf dem Mittel verwahrt werden, bis festgelegte Bedingungen erfüllt sind.
- Senior secured Anleihe: vorrangig besicherte Schuldverschreibung, die im Insolvenzfall vorrangig bedient wird.
- Eigenkapitalfinanzierung: Beschaffung von Kapital durch die Ausgabe neuer Aktien.
