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Basisrohstoffe: Anglo American, BHP und Press Metal im Fokus

Gemischte Quartalszahlen und Analystenkommentare bestimmen den Handel mit Grundstoffen und sorgen für klare Kursbewegungen.

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Basisrohstoffe: Anglo American, BHP und Press Metal im Fokus

Die aktuellen Market Talks zum Bereich Grundstoffe liefern ein differenziertes Bild: Während Anglo American mit gemischten Quartalszahlen für eine positive Überraschung sorgt, steht BHP Group nach einem durchwachsenen Kupfer-Quartal unter Druck. Bei Press Metal Aluminium wiederum diskutieren Analysten die Ursachen der jüngsten Kursschwäche. Die Analysen stammen aus den exklusiv über Dow Jones Newswires veröffentlichten Marktkommentaren.

Anglo American überzeugt mit gesenkter Kostenprognose

Das Produktionsupdate von Anglo American für das dritte Quartal zeigt nach Einschätzung von J.P.-Morgan-Analyst Dominic O'Kane ein gemischtes Bild. Die quartalsweise Kupferproduktion lag demnach leicht unter den Erwartungen, doch die Jahresprognose des Bergbauunternehmens für die Kupferkosten wurde erneut um 4% gesenkt. Diese reduzierte Kostenprognose sollte zu einer leichten Aufwärtsrevision der Konsensschätzung für den Jahresgewinn führen, schreibt O'Kane. Für Anleger ist das ein wichtiges Signal: Niedrigere Produktionskosten verbessern die Gewinnmarge, auch wenn die Fördermengen hinter den Erwartungen zurückbleiben. Die Aktie reagierte positiv und stieg um 2,3% auf 3.972 Pence.

Bei Press Metal Aluminium spiegelt die jüngste Schwäche des Aktienkurses womöglich mehrere Belastungsfaktoren wider. Citi-Analyst Ryan Davis nennt in einer Notiz Bedenken hinsichtlich der Unsicherheit auf dem indonesischen Markt, vorübergehende Stromdrosselungen und eine weichere Aluminiumnachfrage. Das unmittelbarste Risiko sei die reduzierte Stromversorgung, so Davis. Sollte diese ein Quartal anhalten, könnte sie die jährliche Produktion um 0,75% und den Nettogewinn um etwa 1,4% senken. Der zusätzliche Einsatz von Schrott könnte die Auswirkungen allerdings begrenzen.

Citi bleibt langfristig positiv für Aluminium

Trotz der kurzfristigen Belastungen bleibt Davis gegenüber dem Metall bis 2027 vorsichtig positiv gestimmt. Als Argumente führt er niedrige Lagerbestände sowie die Nachfrage aus der Elektrifizierung, der Künstlichen Intelligenz und der Strominfrastruktur an. Zwar könnten die langsamere chinesische Nachfrage und die höheren Zinssätze die Aluminiumpreise kurzfristig unter Druck setzen, langfristig überwögen jedoch die strukturellen Nachfragetreiber. Citi hat für Press Metal ein Kaufurteil mit einem Kursziel von 10,60 Ringgit ausgewiesen. Die Aktien notierten zuletzt 0,9% höher bei 6,74 Ringgit und liegen damit weiterhin deutlich unter dem Kursziel der Bank.

Weniger erfreulich fielen die Nachrichten für BHP Group aus. Nach Einschätzung von RBC Capital Markets gab es im ersten Quartal gute und schlechte Nachrichten über das Kupfergeschäft des Konzerns. BHP meldete eine quartalsweise Kupferproduktion von 400.700 Tonnen, was laut RBC 6% unter den Konsenserwartungen lag. Deutlich besser entwickelte sich dagegen die Preisgestaltung: BHP erzielte für sein Kupfer im Quartal einen durchschnittlichen realisierten Preis von 7,01 US-Dollar je Pfund – 8% mehr, als RBC erwartet hatte.

RBC verweist auf sinkende Kupfergehalte in Chile

„Insgesamt ein starkes Quartal für BHPs Massengüter, während der Konsens das Tempo des Rückgangs der Kupfergehalte an Escondida und Pampa Norte in Chile unterschätzt zu haben scheint", fasst RBC-Analyst James Redfern zusammen. RBC hatte vor dem Update ein „Underperform"-Urteil und ein Kursziel von 60,00 Australischen Dollar für BHP ausgewiesen. Der Markt reagierte zunächst negativ: In den frühen Handelsstunden fiel die BHP-Aktie um 2,2% auf 59,13 Australische Dollar.

Für deutsche Anleger sind die Meldungen vor allem deshalb relevant, weil sie die konjunkturelle Stimmung im Rohstoffsektor widerspiegeln. Kupfer und Aluminium gelten als wichtige Indikatoren für die globale Industrieaktivität – insbesondere für die Bauwirtschaft, den Fahrzeugbau und zunehmend auch für die Energiewende. Steigende Kosten, Stromengpässe und die Nachfrageentwicklung in China bleiben die zentralen Themen, die die Preise und die Gewinne der Bergbaukonzerne bestimmen. Die jüngsten Analystenkommentare zeigen, dass eine differenzierte Betrachtung einzelner Unternehmen und Metalle entscheidend ist, statt den Sektor pauschal zu beurteilen.

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