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BHP verfehlt Kupferprognose wegen Störungen in chilenischen Minen

Tödlicher Unfall in Escondida und defektes Förderband in Australien drücken BHP-Kupferproduktion um 19 Prozent.

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BHP verfehlt Kupferprognose wegen Störungen in chilenischen Minen

Der australische Bergbaukonzern BHP Group hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres einen deutlichen Rückgang bei der Kupferproduktion verzeichnet. Die Fördermenge fiel um 19 Prozent auf 400.000 metrische Tonnen im Quartal bis September. Damit verfehlte das Unternehmen die Konsensschätzung von Visible Alpha von 423.600 Tonnen klar und blieb auch unter den 494.000 Tonnen des Vorjahreszeitraums.

Als Gründe nennt der Konzern vor allem Störungen in seinen Minen. In der Flaggschiff-Mine Escondida in Chile musste der Betrieb Ende September vorübergehend eingestellt werden, nachdem ein Arbeiter bei Wartungsarbeiten tödlich verunglückt war. Zusätzlich wurde die Produktion in der Kupfermine Carrapateena in Südaustralien für mehrere Wochen unterbrochen, weil ein unterirdisches Förderband versagte. Auch schlechtes Wetter belastete den Betrieb.

Trotz des Rückschlags bleibt Kupfer das wichtigste Standbein von BHP. In diesem Jahr avancierte das rote Metall erstmals zum größten Gewinntreiber des Konzerns, getrieben von der stark steigenden Nachfrage durch Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Kupfer sowie Nebenprodukte wie Gold und Uran erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2026 einen operativen Gewinn von 18,19 Milliarden US-Dollar. Damit übertrafen sie die 14,53 Milliarden Dollar aus der Eisenerzförderung deutlich.

Eisenerz stabil, aber Preise unter Druck

Deutlich robuster zeigte sich das Eisenerzgeschäft. Die quartalsweise Förderung aus den westaustralischen Aktivitäten belief sich auf 71,9 Millionen metrische Tonnen und lag damit leicht über den 70,2 Millionen Tonnen des Vorjahreszeitraums. Der Konzern baut seine Kapazitäten weiter aus, um bis zum Ende des Geschäftsjahres 2028 eine Jahresproduktion von 305 Millionen Tonnen zu erreichen.

Beim Absatzpreis musste BHP jedoch Abstriche hinnehmen. Die durchschnittlich realisierten Preise für die stahlherstellende Rohstoffsorte fielen im Quartal bis zum 30. September um 9 Prozent auf 76,27 US-Dollar pro metrischer Tonne (nass). Für deutsche Anleger ist das ein wichtiger Indikator, denn Eisenerz bleibt trotz des Kupferbooms ein zentraler Cash-Lieferant des Konzerns.

Ausblick und Projektfortschritt

Trotz der Produktionsausfälle hält BHP an seiner Jahresprognose fest. Die Guidance für das Gesamtgeschäftsjahr bleibe für alle Bereiche unverändert, teilte das Unternehmen mit. Zudem erhöhte der Konzern seine Schätzung für die Kupferressourcen des Standorts Olympic Dam um zwei Millionen Tonnen. Das entspricht neun Jahren zusätzlicher Produktion bei aktuellen Fördermengen.

Fortschritte gibt es auch beim Kaliprosjekt. Der erste Abschnitt sei zu 87 Prozent abgeschlossen und liege im Zeitplan für die erste Produktion Mitte 2027. Diese Projekte sollen das Wachstum des Konzerns über das klassische Eisenerzgeschäft hinaus absichern und die Abhängigkeit von einzelnen Rohstoffen verringern.

Die Anleger reagierten verhalten. Die Aktien des Bergbauunternehmens fielen bis 23:16 Uhr GMT um bis zu 2,4 Prozent auf 59,03 Australische Dollar pro Aktie. Der Kursrückgang spiegelt die enttäuschten Erwartungen an die Kupferproduktion wider, während die unveränderte Jahresprognose und die solide Eisenerzförderung den Abwärtsdruck zumindest teilweise begrenzten.

Für deutsche Privatanleger bleibt BHP damit ein interessanter, aber schwankungsanfälliger Titel. Kupfer und Eisenerz hängen stark an der globalen Konjunktur und der Nachfrage nach Elektromobilität, Rechenzentren und Infrastruktur. Die aktuelle Quartalszahl zeigt, wie schnell operative Störungen – von Wetter bis zu technischen Defekten – die Fördermengen und damit den Aktienkurs bewegen können.

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