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Bank of America warnt: KI-Momentum-Rallye verliert an Schwung

Die BofA sieht wachsende Risiken bei der KI-Monetarisierung, die Unternehmensgewinne und globale Aktienmärkte unter Druck setzen könnten.

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Bank of America warnt: KI-Momentum-Rallye verliert an Schwung

Die Bank of America (BofA) schlägt Alarm: Die von künstlicher Intelligenz getriebene Momentum-Rallye an den globalen Aktienmärkten könnte ihren Höhepunkt überschritten haben. In einer aktuellen Strategienotiz zu europäischen Aktien warnt das US-Geldhaus vor wachsenden Risiken bei der Monetarisierung und Kommerzialisierung von KI-Technologien – mit potenziell spürbaren Folgen für Unternehmensgewinne und Börsenkurse weltweit.

Laut BofA hat der Boom bei den KI-Investitionsausgaben ein „makroökonomisches und Marktumfeld geschaffen, wie es Anleger in den letzten zwei Jahrzehnten nicht gesehen haben". Dieses außergewöhnliche Umfeld habe die Margenerwartungen auf Allzeithochs getrieben und die Risikoprämien auf Tiefststände gedrückt, die seit Jahrzehnten nicht mehr erreicht wurden. Genau dieses Umfeld sieht die Bank nun als bedroht an.

Endnutzer leisten Widerstand gegen KI-Preise

Ein zentrales Warnsignal ist der wachsende Widerstand der Endnutzer gegen die Preisgestaltung im KI-Bereich. Die BofA beobachtet, dass Unternehmen „beginnen, die Nutzung zu rationieren und/oder auf günstigere Open-Source-Alternativen umzusteigen". Kostengünstigere Modelle würden dabei einen „globalen Preisanker etablieren", der den Spielraum für Premiumpreise einschränkt.

Neue Tools erhöhen zudem die Preistransparenz und verringern die Anbieterbindung. Dies deute auf eine „stärker kommoditisierte und wettbewerbsintensivere Landschaft hin, als es die Rekord-Margenerwartungen implizieren", so die Analysten. Für Anleger, die auf hohe Gewinnmargen bei KI-Unternehmen gesetzt haben, ist das eine ernste Warnung.

Als konkretes Marktzeichen für die wachsende Skepsis verweist die BofA auf die Entwicklung der US-Hyperscaler – also der großen Cloud- und KI-Infrastrukturanbieter. Diese sind seit Januar um fast 15 Prozent hinter dem S&P 500 zurückgeblieben. Die Bank wertet dies als Zeichen einer „wachsenden Verunsicherung der Anleger hinsichtlich der erwarteten Renditen" aus dem KI-Boom.

BofA bleibt bei europäischen Aktien negativ eingestellt

Trotz einiger positiver Entwicklungen – darunter verringerte makroökonomische Risiken nach dem Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran sowie eine Erholung des US-Stellenwachstums – hält die BofA an ihrer negativen Einschätzung für europäische Aktien fest. Die Bank behält ihre Untergewichtung von Zyklikern gegenüber defensiven Werten bei.

Besonders im Fokus stehen dabei die sogenannten KI-Wegbereiter: Halbleiter, Investitionsgüter und Bergbau bezeichnet die BofA als „am stärksten überreizt". Diese Sektoren haben besonders stark von der KI-Euphorie profitiert und könnten bei einer Trendwende entsprechend stark korrigieren.

Auch für den Bankensektor sieht die BofA erhöhte Risiken. Da Banken den größten Anteil im sogenannten High-Momentum-Korb ausmachen, seien sie bei einer Trendwende des Momentums einem erhöhten Risiko einer Underperformance ausgesetzt. Als bevorzugte defensive Positionierung für den Fall eines KI-Rückschlags heben die Analysten hingegen Basiskonsumgüter hervor – also Unternehmen, die Produkte des täglichen Bedarfs herstellen und vertreiben.

Für deutsche Privatanleger ist die Einschätzung der BofA besonders relevant, da der DAX zahlreiche Unternehmen enthält, die direkt oder indirekt vom KI-Investitionszyklus profitiert haben – von Halbleiterausrüstern bis hin zu Industriekonzernen. Eine Abkühlung des KI-Momentums könnte auch hierzulande Spuren in den Depots hinterlassen.

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