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SpaceX setzt auf KI-Infrastruktur als größte Wachstumschance

Nicht Raketen, sondern künstliche Intelligenz soll SpaceX zum Billionen-Konzern machen – mit Rechenzentren auf der Erde und im Weltraum.

SpaceX setzt auf KI-Infrastruktur als größte Wachstumschance

SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, verfolgt eine Strategie, die weit über Raketenstarts hinausgeht. Das Unternehmen sieht seine größte Wachstumschance im Bereich der künstlichen Intelligenz. Von einem geschätzten adressierbaren Gesamtmarkt von 28,5 Billionen US-Dollar entfallen laut SpaceX beeindruckende 26,5 Billionen Dollar auf KI-Möglichkeiten – ein Verhältnis, das die strategische Ausrichtung des Unternehmens klar unterstreicht.

Ähnlich wie Elon Musks Vision für Tesla über das klassische Automobilgeschäft hinausgeht, plant SpaceX, sich als zentraler Anbieter von KI-Infrastruktur zu positionieren. Für Anleger, die SpaceX als Investment bewerten, ist dieses KI-Potenzial der entscheidende Faktor – ebenso wie die damit verbundenen Risiken und Herausforderungen.

Milliardenschwere Verträge mit Anthropic und Alphabet

Noch vor seinem Börsengang konnte SpaceX erste bedeutende Erfolge im KI-Infrastrukturgeschäft vorweisen. Im Mai schloss das Unternehmen einen Vertrag mit dem KI-Start-up Anthropic ab: Das Unternehmen mietet bis Mai 2029 die gesamte Rechenkapazität im Colossus-1-Rechenzentrum von SpaceX für monatlich 1,2 Milliarden US-Dollar. Im Juni folgte eine ähnliche Vereinbarung mit Alphabet, dem Mutterkonzern von Google, das von Oktober 2026 bis Juni 2029 Rechenkapazitäten für 920 Millionen Dollar pro Monat nutzen wird.

Beide Verträge enthalten eine Klausel, die eine Kündigung mit kurzer Frist erlaubt. Sollten jedoch beide Vereinbarungen über ihre volle Laufzeit bestehen bleiben, würden sie SpaceX einen kombinierten Umsatz von mehr als 70 Milliarden US-Dollar einbringen – eine Summe, die das enorme kommerzielle Potenzial dieser Partnerschaften verdeutlicht.

Nach dem Börsengang folgte ein weiterer Deal: SpaceX vermietet Rechenkapazitäten in seinem Colossus-2-Rechenzentrum an das KI-Unternehmen Reflection AI. Der Vertrag läuft von Juli 2026 bis Ende 2029 und sieht monatliche Zahlungen von 150 Millionen Dollar vor. Bei voller Laufzeit würde dieser Vertrag einen Gesamtumsatz von 6,3 Milliarden Dollar generieren.

Rechenzentren im Weltraum als nächste Stufe

Die bodengestützten Rechenzentren sind für SpaceX jedoch erst der Anfang. Im Januar reichte das Unternehmen einen Antrag bei der US-amerikanischen Bundesbehörde für Kommunikation (FCC) ein, um die Genehmigung für den Start von bis zu einer Million solarbetriebener Satelliten zu erhalten, die als orbitale Rechenzentren dienen sollen. Laut dem S-1-Börsenprospekt plant SpaceX, bereits 2028 mit dem Start solcher Satelliten zu beginnen.

Darüber hinaus gibt es Berichte über Gespräche mit Alphabet über dessen Programm „Project Suncatcher", das ebenfalls Rechenzentren im Orbit untersucht. Alphabet plant, Anfang 2027 mit Hilfe von Planet Labs zwei Prototyp-Satelliten zu starten. Die Gespräche mit SpaceX sollen sich dabei auf dessen Rolle als potenzieller Startpartner für künftige Satelliten konzentriert haben.

Hohe Investitionen, langfristiges Potenzial

Der Aufbau dieser KI-Infrastruktur ist kostspielig. Im Jahr 2025 verzeichnete der KI-Bereich mit Abstand die höchsten Investitionsausgaben innerhalb von SpaceX:

  • KI-Investitionsausgaben 2025: 12,7 Milliarden US-Dollar
  • Konnektivitäts-Investitionsausgaben 2025: 4,1 Milliarden US-Dollar
  • Raumfahrt-Investitionsausgaben 2025: 3,8 Milliarden US-Dollar

Gleichzeitig erwirtschaftete die KI-Sparte mit 3,2 Milliarden Dollar den geringsten Umsatz unter diesen drei Bereichen. Die Investitionen übersteigen die Einnahmen derzeit also deutlich. Goldman Sachs prognostiziert jedoch, dass der KI-Umsatz von SpaceX bis 2030 auf 322 Milliarden Dollar ansteigen könnte – ein enormes langfristiges Aufwärtspotenzial.

Für Anleger bedeutet eine Beteiligung an diesem Potenzial jedoch auch den Umgang mit erheblichen Risiken, Volatilität und möglichen Kursrücksetzern auf dem Weg dorthin. SpaceX befindet sich in einer frühen, kapitalintensiven Phase seiner KI-Transformation – der Ausgang bleibt offen, das Potenzial aber ist gewaltig.

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