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Autonome Busse: DB-Studie zeigt Milliarden-Potenzial für ÖPNV

Eine neue Studie der Deutschen Bahn zeigt: Selbstfahrende Busse könnten den öffentlichen Nahverkehr revolutionieren und den ÖPNV-Anteil bis 2045 auf 35 Prozent mehr als verdoppeln. Doch dafür braucht es mehr als nur autonome Technik.

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Autonome Busse: DB-Studie zeigt Milliarden-Potenzial für ÖPNV

Die Deutsche Bahn hat mit ihrer Studie "Autonomes Fahren - Schlüssel zur Mobilität von Morgen" ein bemerkenswertes Szenario für die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs aufgezeigt. Die zentrale Erkenntnis: Autonome Busse allein reichen nicht aus - es braucht eine komplette Neustrukturierung des ÖPNV-Systems.

Verdoppelung des ÖPNV-Anteils möglich

Thomas Drewes, bei DB Regio für autonomes Fahren verantwortlich, macht die Dimension deutlich: Eine simple Eins-zu-Eins-Umstellung auf selbstfahrende Fahrzeuge würde den ÖPNV-Anteil am Gesamtverkehr nur moderat von 15 auf 18 Prozent erhöhen. "Wenn wir die Technologie nur dafür einsetzen, dass wir bestehende Angebote ersetzen, dann schöpfen wir ihr Potenzial nicht aus", so Drewes.

Das optimierte Szenario sieht anders aus: Bei intelligenter Neuausrichtung mit On-Demand-Shuttles und optimierten Buslinien könnte der ÖPNV-Anteil bis 2045 auf 35 Prozent steigen. Dafür müssten rund eine Million autonome Shuttle und Busse im Einsatz sein.

Massive Zeitersparnis für Fahrgäste

Die Studie verspricht konkrete Verbesserungen im Alltag: Auf dem Land würde sich die Wartezeit halbieren auf durchschnittlich 13 Minuten, in Städten läge sie bei nur fünf Minuten. Die Fahrzeit würde sich der eines Pkw annähern - ein entscheidender Vorteil gegenüber dem heutigen ÖPNV.

Besonders für ländliche Regionen wären die Verbesserungen erheblich. Die flexiblen, auf Abruf verfügbaren Shuttle könnten die Anbindung grundlegend verbessern und den chronischen Fahrermangel in der Branche kompensieren.

60 Milliarden Euro Jahreskosten - aber Einsparungen für Nutzer

Das Optimalszenario hat seinen Preis: 60 Milliarden Euro jährlich würde das System kosten. Doch die Rechnung geht laut Studie trotzdem auf. Der staatliche Zuschuss würde um 20 Prozent sinken, während Pkw-Fahrer beim Umstieg bis zu 170 Euro monatlich sparen könnten.

"Mit dem autonomen Fahren haben wir jetzt die Chance, diesen Ausbau des Angebots zu bezahlbaren Kosten durchzuführen", fasst Drewes zusammen. Die Studie zeige, dass Menschen für ein deutlich besseres Angebot auch bereit seien, mehr zu bezahlen.

Industrie und Politik gefordert

Knut Ringat, Vizepräsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen, sieht jetzt die Bundesregierung am Zug. Notwendig seien Modellregionen im städtischen und ländlichen Raum mit Hunderten von Testfahrzeugen. Die gesetzlichen Voraussetzungen existieren bereits, und der Koalitionsvertrag sieht entsprechende Finanzierung vor.

Für die Automobilindustrie bietet sich hier ein bedeutender Zukunftsmarkt. Volkswagen plant ab 2027 die erste Typenzulassung für komplett autonomes Fahren in Europa. Ilja Radusch von der TU Berlin bestätigt: Deutsche Hersteller können technisch mit der Konkurrenz aus China und den USA mithalten.

Zehn Jahre bis zur Marktreife

Die Bahn rechnet mit einem Erprobungszeitraum von etwa zehn Jahren. Entscheidend für den Erfolg wird laut Forscherin Meike Jipp vom Zentrum für Luft- und Raumfahrt nicht nur die Technik sein: "Menschen verändern ihre Gewohnheiten nur, wenn das neue Angebot verlässlich sowie attraktiv ist und in ihr Alltagsleben passt."

Die Erwartung: Großinvestitionen des ÖPNV in autonomes Fahren würden die Komponenten durch Skaleneffekte deutlich günstiger machen. Damit könnte Deutschland bei dieser Zukunftstechnologie eine Vorreiterrolle einnehmen - mit positiven Effekten für heimische Hersteller und Zulieferer.

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