Chinas Autohändler fordern Bestandskorrektur wegen Überangebot
Der chinesische Autohändlerverband CADA kritisiert Hersteller für überhöhte Lagerbestände bei Händlern. Die Branche leidet unter Preiskämpfen und sinkender Rentabilität – über die Hälfte der Händler schreibt Verluste.

Der Chinesische Verband der Automobilhändler (CADA) schlägt Alarm: Einige Autohersteller drängen den Händlern weiterhin zu viele Fahrzeuge auf und verschärfen damit die angespannte Lage in der Branche. In einem ungewöhnlichen Schritt verzichtete der Verband darauf, die drei Marken mit den höchsten Lagerbeständen im Dezember öffentlich zu benennen – ein deutliches Signal an die Industrie.
Die Lagerbestände bei chinesischen Autohändlern lagen Ende Dezember bei geschätzten 3 Millionen Fahrzeugen. Obwohl der durchschnittliche Bestand im Vergleich zum November leicht sank, liegt er weiterhin deutlich über dem als gesund geltenden Niveau von 1,2 Monatsvorräten. Der CADA führt dies darauf zurück, dass einige Hersteller zum Jahresende verstärkt Anreize boten, um ihre Absatzziele zu erreichen – trotz schwächerer Einzelhandelsumsätze als erwartet.
Händler unter massivem Druck
Die Situation für Autohändler in China ist dramatisch: Eine CADA-Umfrage vom August zeigte, dass nur 29,9 Prozent der Händler profitabel arbeiten, während 52,6 Prozent Verluste verzeichnen. Intensive Preiskämpfe belasten den Cashflow erheblich und zwingen einige Händler zur Geschäftsaufgabe. Die chinesischen Behörden haben bereits zugesagt, gegen schädliche Praktiken vorzugehen und die ruinösen Preiskämpfe einzudämmen.
Düstere Aussichten für 2024
Die Perspektiven für den chinesischen Automarkt bleiben herausfordernd. Branchenexperten erwarten für das laufende Jahr eine Stagnation der Verkaufszahlen. Auch die bisher robusten Exporte von Elektrofahrzeugen, die zuletzt als Hoffnungsträger galten, dürften laut einem chinesischen Industrieverband nicht von Dauer sein.
Hintergrund der Bestandsproblematik
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Zur AktienanalyseDas Problem verschärft sich traditionell zum Jahresende, wenn Autohersteller versuchen, ihre jährlichen Absatzziele zu erreichen und die Erwartungen von Investoren und Regierungen zu erfüllen. Dabei werden Fahrzeuge verstärkt an die Händler ausgeliefert – unabhängig von der tatsächlichen Nachfrage. Diese Praxis belastet die Händler mit hohen Lagerkosten und bindet dringend benötigtes Kapital.
Der CADA fordert die Hersteller nun eindringlich auf, ihre Großhandelsstrategie zu überdenken und die Gesundheit der gesamten Branche in den Vordergrund zu stellen. Nur durch einen ausgewogenen Bestandsaufbau könne die Profitabilität der Händler wiederhergestellt und die langfristige Stabilität des Marktes gesichert werden.


